Das Kollektiv-Magazin Schwarzer Pfeil

linksunten wurde verboten (1, 2, 3), Indymedia Deutschland hat gefühlt immer Probleme mit DDOS-Angriffen, ist dann nur über Tor zu erreichen und hinkt ansonsten den Entwicklungen eher hinterher¹. Diese beiden zentralen, großen Openposting-Plattformen waren über Jahre die wichtigsten Orte im Internet für die deutschsprachige radikale Linke. linksunten ist bis heute ein schmerzlicher Verlust, der immer noch nicht ausgeglichen ist.

In den letzten zweidrei Jahren gingen die Barrikade und EmRaWi online und werden rege genutzt. Hinter ihnen steht jeweils ein Redaktionskollektiv, das die Artikel vor dem Veröffentlichen liest und dann freischaltet. Kommentieren kann mensch dort nicht.

Seit April 2020 gibt es nun eine weitere Plattform: Der Schwarze Pfeil. Auch hier gibt es eine Redaktion, die darüber entscheidet, welche Artikel veröffentlicht werden. Sie bezeichnen sich als „graswurzeljournalistisches Kollektiv-Magazin freier und unabhängiger Redakteur*innen“. Weiter heißt es in der Eigenbeschreibung:

Wir sind ein Online-Magazin von und für die antiautoritäre Linke – und allen, die sich für Schwerpunkte wie soziale Kämpfe, Antifaschismus/-rassismus/-sexismus, Technik (Datenschutz & Überwachung) sowie aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aus antiautoritärer Perspektive interessieren.

Wir sind konsequent systemkritisch und bieten keine Plattform für Hass. Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit, versteckter Antisemitismus oder Islamophobie und andere Formen der Menschenfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz.

Die Beiträge werden in drei Kategorien eingeteilt: Politik, Gesellschaft & Wirtschaft, Technik und Kultur. Und es haben sich schon einige Artikel angesammelt, darunter Gedichte, aktuelle Überlegungen zur Lage in Belarus und den USA, ein Text zur Geschichte des japanischen Anarchismus, diverse Beiträge zu Corona, kritische Betrachtungen zu Smartphonenutzung und x anderen Themen. Im Juli gab es eine Rojava-Woche: In sieben Artikeln wurde sich der Situation in Rojava kritisch angenähert.

Alles in allem gefällt mir der Schwarze Pfeil ziemlich gut. Er ist eine weitere Möglichkeit für antiautoritäre, linksradikale, anarchistische Berichterstattung und Diskurse. Auch Gastbeiträge sind willkommen. Zudem kann mensch die Artikel kommentieren, auch wenn das bisher eher wenig genutzt wird.

Also: Auf zum Schwarzen Pfeil!


¹ Nachtrag: Da gibt es postitive Entwicklungen: Es gibt jetzt ein Netzwerk von Servern, die einerseits Indy spiegeln und/oder sogar das Posten ermöglichen: Hier könnt ihr den Ankündigungsartikel über Tor und im „normalen“ Internet lesen. (Danke für den Hinweis.)

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