Neuer Text von capulcu: Die „freiwillige“ Corona-App

Die Wegelager*innen von capulcu haben einen aktuellen Beitrag zur viel diskutierten Corona-App veröffentlicht. Und da ich ihre Texte und Gedanken zu Digitalisierung, Technologie und Gesellschaft immer sehr lesenswert finde, verlinke ich euch hier das PDF.

„Noch ist die Rede davon, dass alles freiwillig passiert. Nur falls die Nutzer*in zustimmt, erfährt der zentrale Server, mit welchen anderen temporären IDs dieses Smartphone in Kontakt war. Der soziale Druck wird ausgeblendet.“ (Die „freiwillige“ Corona-App Seite 3)

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DIY-Masken: Der erste Outdoor-Versuch

Heute war ich zum ersten Mal mit einer meiner selbstgenähten Masken draußen (also nicht ich habe sie genäht, sondern eine WG-Genossin, die die Nähmaschine glühen lässt und zur Massenproduktion übergegangen ist…). Es war ein ungewohntes Gefühl: Ich fühlte mich beobachtet. Das konnte aber auch an der lustigen Form und dem 1970er-Jahre-Blumenmuster des Außenstoffes liegen. Wer weiß das schon. Zumindest war ich nicht der einzige mit Maske. Ich würde mal schätzen, dass fünf Prozent der Leute, die ich gesehen habe, eine Maske trugen. Es waren aber alles gekaufte Einwegmasken. Nur mein Hausarzt hatte eine selbergenähte. Das fand ich cool.

Obwohl es heute sehr kalt war, schwitzte ich unter der Maske. Sie besteht aus drei Schichten: Die dünnere Außenschicht, die dickere Innenschicht und noch dickere Einlage in der Tasche. Diese war bei mir ein Vliess-Stoff, wie mensch ihn von Fensterputztüchern kennt. Dieser kann bei hohen Temperaturen gewaschen und somit wiederverwendet werden, so wie die Maske an sich auch.
Wie im Artikel „DIY-Masken – Selbstorganisierter Schutz. Für euch selbst und alle anderen.“ beschrieben, hielt mich die Maske echt davon ab, mir dauernd in’s Gesicht zu greifen, in der Nase zu bohren, mir über den Mund zu fahren, mich am Bart zu kratzen.
Ich hab sie ca. zwei Stunden getragen. Die Ohrengummis schnitten mit der Zeit ein und meine Ohren taten weh. Wie in Bild 1 dargestellt, schnurrte die Maske vor dem Ohr zusammen (1). Das kann daran liegen, dass der Stoff zu dünn ist und die Gummis zu kurz oder zu stark sind. Die Folge war, dass meine Maske immer wieder am Kinn nach oben gerutscht (2) und auf dem Nasenrücken richtung Augen gewandert ist. Teilweise waren die Augen dann verdeckt. So war ich immer wieder gezwungen, die Maske zu berühren, um ihren Sitz zu korrigieren.
Vielleicht sind meine Ohren- und Kopfform aber auch einfach nicht normkonform genug und allen anderen passen die Masken wunderbar…

Bild 1

Als Lösung sehe ich mehrere Möglichkeiten (abgesehen davon, jede Maske millimetergenau individuell anzupassen):

Bild 2: An Punkt 1 das Material verstärken. Dickeren Stoff verwenden, Plastikschicht (Plastikfolie von einem Schnellhefter?) einarbeiten, um das Zusammenschnurren der Maske an dieser Stelle zu verhindern.
An Punkt 2 die Maske vorher so groß zuschneiden, dass sie später bis unter das Kinn reicht, um das Hochrutschen zu verhindern.

Bild 2

Bild 3: Am einfachsten scheint mir, die Masken nicht mit Ohrenschlaufen zu versehen, sondern mit zwei Gummibändern, die komplett um den Hinterkopf laufen. Eines über dem Ohr und eines unter dem Ohr. Die Bänder sollten einzeln an den Ecken der Maske (Punkte 1) vernäht werden, sonst kann es wieder zum Zusammenschnurren kommen. So wird die Maske eher an ihrem Platz gehalten u.a. weil die Bänder jeweils nach oben und unten (grüne Pfeile) „ziehen“ und die Ohren werden geschont. Diese Maskenart ist natürlich ein wenig aufwändiger aufzusetzen. Aber sie soll ja sowieso nicht ständig ab- und aufgesetzt werden.

Bild 3

So sieht das ganze ohne Maske aus…

Geht nur ohne Maske…

Zuhause angekommen hab ich sie gleich abgenommen. Sie war fast schon komplett durchfeuchtet. Nach nicht mal zwei Stunden. Es macht also wirklich Sinn mindestens zwei Masken zu verwenden. Während die benutzte ausgewaschen am Trocknen ist, kann die frische zu Einsatz kommen.

DIY rules!

[Edit: Bild 3 und der dazugehörende Text wurden aktualisiert.]

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DIY-Masken – Selbstorganisierter Schutz. Für euch selbst und alle anderen.

[Diesen Text habe ich aus dem Englischen übersetzt. Diese, die spanische Originalversion und Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier. Eine Druckvorlage findet ihr hier.]

Disclaimer:
Natürlich gibt es keine Garantie, dass die Benutzung von DIY-Ausrüstung absolute Sicherheit vor Covid-19 bietet!
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten keine selbstgemachten Masken benutzen (da mit ihnen das Atmen anstrengender ist)!

Zufammenfassung:

  • Selbstgemachte Gesichtsmasken tragen dazu bei, die Verbreitung der Infektion zu verlangsamen.
  • Jeder Stoff ist besser als gar keiner, aber nichtgewebte Textilien filtern besser.
  • Du musst die beste Balance zwischen Filterung und Atmungsaktivität herausfinden.
  • Ein guter Sitz der Maske ist wichtig.
  • Benutze die Maske korrekt.
  • Wasche deine Hände und praktiziere social distancing.
  • Wir schaffen das nur gemeinsam!

Warum Masken?

Zuallererst wollen wir einige Dinge, die wir immer noch hören, klarstellen: Hoffentlich müssen wir an diesem Punkt niemensch mehr davon überzeugen, dass Covid-19 nicht nur “wie eine Grippe” ist. SARS-CoV-2 ist nicht das Produkt der biologischen Kriegsführung (Andersen et al. 2020) und es scheint keine Anzeichen dafür zu geben, dass er von der schwangeren Mutter auf den Embryo übertragen wird (Stower 2020). Zum Glück gibt es ein paar effektive Maßnahmen, die uns dabei helfen können, uns selbst und andere zu schützen – so schwer die Situation auch ist, sowohl in der öffentlichen Gesundheitsversorgung als auch bei den nun noch sichtbarer werdenden sozialen Ungleichheiten. Also, bleib zuhause und wenn du mal nach draußen gehen musst, um etwas zu besorgen, trag eine Maske (und wasche natürlich deine Hände!). In diesem Dokument haben wir Informationen über die Herstellung von DIY-Masken zusammengetragen.

Mit der allgemeinen Verknappung von Masken, auch im professionellen Bereich, wurde das Selbermachen von Masken in wenigen Tagen ein sehr populäres Thema (z. B. #millionmaskchallenge).

Aber lasst uns mal einen Blick darauf werfen, ob wir Masken tragen sollten oder nicht. Viele Menschen sind verwirrt über die etwas unklaren Verlautbarungen der Gesundheitsbehörden der letzten Wochen. Die Behörden haben die Behauptung aufgestellt, dass Masken für die allgemeine Öffentlichkeit eher nutzlos wären. Es ist wahr, dass eine falsch getragene Maske kontraproduktiv sein kann, aber wir vermuten, dass die Absicht dahinter war, das Horten von Masken durch eine in Panik geratene Bevölkerung zu verhindern und so mehr Material für den Gesundheitssektor zu sichern (das macht durchaus Sinn!).

Wie auch immer, wir empfehlen, dass zu einem verantwortlichen Gebrauch von Gesichtsmasken ermutigt werden sollte, weil Masken ein kleines bisschen die Person schützen, die sie trägt und in einem höherem Maß die sie umgebenden Menschen, falls die tragende Person infiziert ist (und da der Anteil der infizierten Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt, gehörst du wahrscheinlich zu dieser Gruppe). Darum wäre es am besten, wenn JEDE*R eine Maske tragen würde (Bin-Reza et al. 2012, Davies et al. 2013, MacIntyre et al. 2009, van der Sande 2008). Also, wenn du zu den “glücklichen” Besitzer*innen einer professionellen Maske gehörst, trage sie. Noch besser, spende sie einem Krankenhaus, Gesundheitszentrum, Pflegeheim oder einer ähnlichen Einrichtung. Dort werden sie sehr gebraucht. Wenn du nicht nähen kannst, schließe dich mit Menschen zusammen, die dir dabei helfen können.

Denk dran: Das Wichtigste ist nach wie vor eine korrekte Handhygiene und deine Augen, Nase und deinen Mund nicht zu berühren! Aber Masken sind auch hier gut, denn wenn du sie trägst, berührst du nicht so oft dein Gesicht.

  • Masken selber herzustellen ist sehr sinnvoll, weil die Produktion von Masken nicht die globale Nachfrage befriedigen kann.
  • Du solltest keine professionellen Masken für den privaten Gebrauch kaufen! Sie sollten für den medizinischen und pflegerischen Bereich und Risikogruppen reserviert sein.
  • Es wäre gut, wenn alle Menschen, die mit Risikogruppen (z. B. in Pflegeheim) arbeiten oder die viel Kontakt zu Menschen haben (z. B. in Supermärkten, Busfahrer*innen), immer eine Maske tragen könnten.
  • Da es schon eine krasse Knappheit in Krankenhäusern in stark betroffenen Gegenden gibt, macht es auch Sinn, sie zuhause für medizinisches Personal (und auch für alle anderen Krankenhausangestellten, die, weil sie nicht an “vorderster Front” arbeiten, kein Schutzmaterial erhalten) herzustellen, auch wenn es Bedenken wegen der Qualität und Probleme mit der Bürokratie geben sollte.

Wie reduziert eine Maske das Infektionsrisiko für über die Luft übertragene Krankheiten?

  • Sie filtert die Luft, die du atmest.
  • Sie hindert deine Partikel daran, auszutreten, wenn du niest oder hustest.
  • Sie bewahrt dich davor, deinen Mund oder deine Nase zu berühren.

Die Maske als ein Filter

Viren sind SEHR klein (0,1 μm, das ist 1000 mal dünner, als ein menschliches Haar). Wir gehen intuitiv davon aus, dass DIY-Masken dagegen nicht helfen werden. Aber Filter funktionieren, auch wenn sie Löcher haben, die wesentlich größer sind als ein Virus. Und zwar aus zwei Gründen: 1. Viren fliegen nicht allein durch die Gegend. Sie reisen normalerweise in den Tröpfchen, die beim Niesen, Husten und Sprechen ausgestoßen werden (1-1000 μm im Durchmesser) (Han et al. 2013). Wenn sie groß sind, können diese Tröpfchen viele Viren enthalten, werden aber auch effektiv von Masken herausgefiltert. (Rengasamy et al. 2010). Auf der anderen Seite werden auch sehr kleine Partikel (<0.3 μm) überraschend gut herausgefiltert. Das scheint nicht logisch zu sein, aber nach physikalischen Gesetzen (für Nerds: Brown’sche Molekularbewegung) bewegen sich mikroskopisch kleine Partikel im Zickzackkurs, weil sie die ganze Zeit mit den Molekülen in der Luft zusammenstoßen. Darum fangen die Fasern des Filtermaterials ganz einfach sehr viele kleine Partikel ein. Wie auch immer, Partikel, die ziemlich genau 0.3 μm klein sind, sind sehr schwer zu filtern. Professionelle Filter werden dafür elektrostatisch aufgeladen. Aber wir fangen immerhin die anderen Partikel und reduzieren damit die allgemeine Virenlast. Mehr nützliche Informationen über Filtern und DIY-Masken: https://smartairfilters.com/en/blog/category/coronavirus/

Es gibt unendlich viele in Frage kommende Materialien und ohne eine korrekte Ausrüstung ist es unmöglich, die wirkliche Filter-Effektivität von Haushaltsmaterial zu bestimmen. Sei vorsichtig beim Auswählen des Materials: Gewebte Textilien, deren Struktur aus einem regelmäßigen Netz von Fasern besteht, haben sehr große Löcher, die wie Portale für Viren sind (Bild 1).

Bild 1: Foto von Baumwollgewebe bei einer 40-fachen Vergrößerung

Viel bessere Filter sind nichtgewebte Textilien (Vlies), wo die Fasern nach dem Zufallsprinzip verbunden sind (Bilder 2, 3 und 4). Professionelle Filter werden aus solchen Materialien hergestellt. Eine weitere Möglichkeit, die Effektivität der Maske zu steigern, könnte sein, das Filtermaterial oder die Maske in eine Salzlösung (30 g/l) zu tauchen. Beim Trocknen bleiben Mikrosalzkristalle im Stoff zurück, die die Viren durch osmotischen Druck zerstören (Quan et al. 2017).

Wenn du die Maske zuhause herstellst, musst du immer die Balance zwischen Luftdurchlässigkeit und Filtereffektivität finden. Wenn du nicht durch das Material atmen kannst (z. B. Backpapier, wie in manchen Videos vorgeschlagen wird), kommt die Luft zu den Seiten herein und deine Maske wird dich nicht schützen!

Bild 2: Einwegreinigungstuch #1 in 40-facher Vergrößerung

Bild 3: Einwegreinigungstuch #2 in 40-facher Vergrößerung

Bild 4: Reinigungstuch (mit Mikrofasern), waschbar bei 60°C

Kleine Partikel reisen nicht so weit, aber hängen für einige Zeit in der Luft. Wegen dieser Partikel ist es wichtig, die Sicherheitsdistanz (mind. 1-2 m) einzuhalten und Gemeinschaftsräume zu lüften.

Anhand der Informationen, die wir gesammelt haben und unter Berücksichtigung der zur Zeit vorhandenen Materialien (in Spanien und anderen Ländern ist es nicht möglich, das Haus zu verlassen und die meisten Läden mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken sind geschlossen) schlagen wir vor, Masken, die die Nase und den Mund am effizientesten bedecken, mit folgenden Materialien herzustellen (siehe Links zu den Vorlagen) :

1. Außenseite:
Nichtelastischer Baumwollstoff (Tücher, Bettlaken, Stofftaschen sind gut. T-Shirt-Stoff oder ähnliches sollte nicht verwendet werden.)

2. Innenseite:
a) Wiederverwendbare Filter, die gewaschen und genäht werden können (dicke Einlagen/Wattierung falls vorhanden, gelbe “Vileda”-Tücher oder ähnliche Mikrofasern).
b) Einwegfilter, die sicher entsorgt werden können (Einwegreinigungstuch, Küchenpapiertücher, trockene Babytücher. Kauf nicht die parfümierten: der Geruch kann schwer zu ertragen sein. Versuch, durch das Material zu atmen. Staubsaugerbeutel oder Filtermaterial für Staubsauger, Backöfen oder Klimaanlagen (HEPA, MERV 13+, F7+…) können verwendet werden, aber wir haben das nicht ausprobiert.

Zusätzliche Informationen zu Filtern:
https://smartairfilters.com/en/blog/best-materials-make-diy-face-mask-virus/

Sehr gutes Video (außer die Stelle, wo die Überlebenszeit von Viren in Textilien genannt wird. Das ist nicht bewiesen.):
facebook.com/smartairfilters/videos/1097078063991680/?ref=tahoe

Komfort und Handhabung

Bevor du dich für einen Filter entscheidest und los nähst oder raus gehst, kontrolliere, ob du durch ihn atmen kannst. Grundlegend für den Komfort ist die Leichtigkeit oder die Schwierigkeit der Atmung mit der Maske. Es ist normal, dass du dich beim Atmen ein wenig mehr anstrengen musst (sonst würde die Maske wenig filtern), aber nicht so viel, dass du Schwierigkeiten hast, sie über längere Zeit zu tragen. Das kann sehr gut mit dem Filtermaterial reguliert werden (Art des Materials und Anzahl der Schichten). Das ist sehr wichtig bei Kindern, wo eine Balance zwischen Filterung und Komfort gefunden werden muss, so dass sie die Maske nicht abnehmen.

Der Sitz von Gesichtsmasken ist der Schlüssel zu ihrer Effektivität. Versuche, die Kanten der Maske so eng anliegend wie möglich zu machen, so dass oben und an den Seiten keine Luft durchkommen kann (Guha 2017). Ein Draht kann über der Nase eingearbeitet werden, um den Sitz zu verbessern. Gleichzeitig soll das Tragen der Maske bequem sein. Das ist essentiell, damit die Leute die Maske nicht abnehmen, während sie unterwegs sind. DIY-Masken können bequemer als gekaufte sein, vor allen Dingen für Kinder und bei nichtdurchschnittlichen Kopfformen. Es ist Zeit, Bärte zu rasieren, da sie den Sitz von Gesichtsmasken erschweren.

Brillenträger*innen haben einen Vorteil: Sie können sie über der Maske tragen und so den Sitz auf der Gesichtskontur verbessern (Die größten Lücken sind normalerweise zwischen Wangen und Nase). Um das Beschlagen der Brillengläser zu reduzieren, kannst du Rasiercreme oder feste Seife auf die Gläser auftragen und wieder mit einem weichen Tuch abwischen, wenn sie getrocknet ist.

Einmal aufgesetzt, darf die Maske an der Außenseite nicht mehr berührt werden, bis du sie wieder absetzt. Davor und danach: Immer die Hände waschen. Wir empfehlen, die Masken nach dem Tragen mit Seife zu waschen, um evtuell anhaftende Viren zu entfernen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Masken 48-72 Stunden auslüften zu lassen. Auch wenn es gerade wenig bestätigte Informationen darüber gibt, wie lange der Virus auf Textilien überlebt, wird das wahrscheinlich nicht so lange sein, wie auf anderen Materialien wie Stahl oder Plastik (wo er bis zu neun Tages aktiv bleiben kann! Siehe Bild 5, nächste Seite).

Die Maske sollte während der Benutzung nicht entfernt oder gelockert werden. Sei vorsichtig, wenn du sie entfernst. Die, die hinter dem Kopf festgemacht werden, sollten mit dem Gummiband der Unterseite nach oben und vorne entfernt werden. Fass dein Gesicht nicht mit dreckigen Händen an. Wasch deine Hände, bevor du die Maske entfernst (https://www.youtube.com/watch?v=6H_nHEZtjuM9), ebenso deine Hände und dein Gesicht gleich nach dem Entfernen der Maske. Hier ist ein Video, das zeigt, wie eine professionelle Maske getragen wird: https://www.youtube.com/watch?v=zoxpvDVo_NI

Abschließend wollen wir sagen, dass wir es toll fänden, wenn alle raus gehen könnten, um zu genießen, um zu leben aber auch um einen Wechsel des bestehenden soziopolitischen Systems zu fordern, das – den Virus mal beiseite lassend – verantwortlich für das Drama ist, das viele Menschen in diesem Moment in Bezug auf die Gesundheit erleben müssen, aber auch in anderen Bereichen der Lebensqualität. Vielleicht wird diese Krise uns helfen, Gesellschaft neu zu denken und die wichtigen Dinge schätzen zu lernen. Wie auch immer: Wenn das hier vorbei ist, werden die anderen Probleme in der Welt nicht plötzlich auf magische Art und Weise verschwinden. Also müssen wir uns organisieren!

Bild 5: Überlebenszeit verschiedener Coronaviren außerhalb des Körpers auf verschiedenen Oberflächen (Kampf, 2020)

Links mit Vorlagen
(es gibt viele!!)

Unser Favorit: Vorlage in verschiedenen Größen mit oder ohne Tasche für Filtermaterial (wir empfehlen das Modell mit Tasche), die zwei Möglichkeiten beschreibt, sie festzumachen.

Sie ist sehr bequem und sitzt sehr gut – noch besser, wenn du den Draht über der Nase hinzufügst, bevor du sie anziehst: https://www.craftpassion.com/face-mask-sewing-pattern/

Wie haben sie so gemacht:

Andere Modelle:
https://www.youtube.com/watch?v=eLOh8AoXvcI
https://www.instructables.com/id/DIY-Cloth-Face-Mask/
https://netzpolitik.org/2020/basteln-ist-gut-fuer-die-gesundheit/

Mund-Nasen-Schutz:
https://mustsharenews.com/cloth-face-mask/
https://www.youtube.com/watch?v=S9RWII2-5_4
https://www.radioessen.de/files/pdf1/schnittmuster-und-anleitung-fuer-atemmaske_feuerwehr-essen.pdf

Ein ernsthafterer Versuch, Schutzausrüstung in Krankenhausqualität herzustellen:
https://open-mask.org/
http://www.fabulous.com.co/blog/3d-printed-x-factor-mask-covid-19-fabulous-tech-center-proposal/
Anderes Schutzmaterial wie OP-Kittel, OP-Mützen u.ä.
wird vielleicht auch bald gebraucht werden.

Literatur

Andersen KG, Rambaut A, Lipkin WI, et al (2020) The proximal origin of SARS-CoV-2. Nat Med 1–3. https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9
Bin-Reza F, Lopez Chavarrias V, Nicoll A, Chamberland ME (2012) The use of masks and respirators to prevent transmission of influenza: a systematic review of the scientific evidence. Influenza Other Respir Viruses 6:257–267. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1750-2659.2011.00307.x
Davies A, Thompson K-A, Giri K, et al (2013) Testing the efficacy of homemade masks: would they protect in an influenza pandemic? Disaster Med Public Health Prep 7:413–418. https://sci-hub.tw/10.1017/dmp.2013.43
Guha S, McCaffrey B, Hariharan P, Myers MR (2017) Quantification of leakage of sub-micron aerosols through surgical masks and facemasks for pediatric use. Journal of Occupational andEnvironmental Hygiene 14:214–223. https://sci-hub.tw/10.1080/15459624.2016.1237029
Han ZY, Weng WG, Huang QY (2013) Characterizations of particle size distribution of the droplets exhaled by sneeze. J R Soc Interface 10: https://sci-hub.tw/10.1098/rsif.2013.0560
Kampf G, Todt D, Pfaender S, Steinmann E (2020) Persistence of coronaviruses on inanimate surfaces and their inactivation with biocidal agents. Journal of Hospital Infection 104:246–251. https://www.journalofhospitalinfection.com/article/S0195-6701(20)30046-3/fulltext
Lawrence RB, Duling MG, Calvert CA, Coffey CC (2006) Comparison of performance of three different types of respiratory protection devices. J Occup Environ Hyg 3:465–474. https://sci-hub.tw/10.1080/15459620600829211
MacIntyre CR, Cauchemez S, Dwyer DE, et al (2009) Face Mask Use and Control of Respiratory Virus Transmission in Households. Emerg Infect Dis 15:233–241. https://sci-hub.tw/10.3201/eid1502.081167
Quan F-S, Rubino I, Lee S-H, et al (2017) Universal and reusable virus deactivation system for respiratory protection. Sci Rep 7:1–10. https://sci-hub.tw/10.1038/srep39956
Rengasamy S, Eimer B, Shaffer RE (2010) Simple Respiratory Protection—Evaluation of the Filtration Performance of Cloth Masks and Common Fabric Materials Against 20–1000 nm Size Particles. Ann Occup Hyg 54:789–798. https://sci-hub.tw/10.1093/annhyg/meq044
Stower H (2020) Lack of maternal–fetal SARS-CoV-2 transmission. Nat Med 26:312–312. https://sci-hub.tw/10.1038/s41591-020-0810-y
van der Sande M, Teunis P, Sabel R (2008) Professional and Home-Made Face Masks Reduce Exposure to Respiratory Infections among the General Population. PLoS One 3: https://sci-hub.tw/10.1371/journal.pone.0002618

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Die Corona-Pandemie und wir alle

Über Aufstandsfantasien, Militanzromantik, Autoritätshörigkeit und die ganz normale Solidarität unter Menschen

Die Corona-Pandemie hat uns erwischt und zwar volle Breitseite. Die rasend schnelle globale Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 und die durch ihn ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19 hat alle überrascht. Zwar gab es Planspiele und theoretische Szenarien über ähnliche fiktive Viren, doch die Realität ist halt doch anders. Sie ist real. Sie hält uns einen Spiegel vor’s Gesicht, der uns zeigt, was wir alles verbockt haben. In diesem Punkt sind sich die Pandemie und die Klimakatastrophe ähnlich: Sie legen offen, was in der globalisierten Welt und ihrem Wirtschaftssystem schief läuft.
Wir sehen nun in Echtzeit in so ziemlich allen betroffenen Ländern, dass privatisierte oder kaputtgesparte Gesundheitssysteme Ausnahmesituationen nicht gewachsen sind und versagen. In Deutschland sieht es noch nicht ganz so schlimm aus. Das kann sich aber in den nächsten Wochen und Monaten drastisch ändern. Wir sehen, wie in einer hypermobilen, kapitalistischen Welt ein neuer Virus innerhalb weniger Wochen rasend schnell alle Länder und Kontinente erreicht und sich aufgrund seiner hohen Ansteckungsrate und langen Inkubationszeit der Großteil aller Menschen anstecken wird. Wir sehen, dass zerstörte Ökosysteme für die Menschheit auch in diesem Fall richtig scheiße sind.

Die Situation ist so haarig, dass Politiker*innen aller Parteien sich darin überbieten, welche Grundrechte als nächstes ausgesetzt werden sollen, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen und so die Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten. Viele tun das, weil sie es angesichts der Pandemie für geboten halten. Andere tun das sicher auch deswegen, weil sie die Gelegenheit beim Schopf packen und endlich mal so richtig durchgreifen wollen. Und die übergroße Mehrheit der Menschen scheint mitzuziehen: Es ist eine Ausnahmesituation. Ist das die Sehnsucht nach dem „starken Mann“ oder Ausdruck der oft beschworenen mündigen Bürger*innen, die die Notwendigkeit von Einschränkungen einsehen, weil sie uns allen zu Gute kommen? Wahrscheinlich beides. Betretungsverbote, Ausgangssperren, Auswertung unserer Bewegungsdaten, Schließung der Grenzen. All das nehmen wir gerade hin. Ich nehme es hin, weil ich mich eher ohnmächtig fühle und nicht sehe, dass die linke und anarchistische Bewegung etwas dagegensetzen könnte. Das können wir schon in „normalen“ Zeit nicht wirklich. Aber was können wir tun? Und was tun wir?

Linke und anarchistische Texte zum Thema Corona sind in den letzten Wochen zuhauf geschrieben worden. Und viele davon finde ich grauenhaft, naiv und wichtigtuerisch (Viele andere finde ich aber richtig gut. Den hier auch.). Da wird von Aufständen fantasiert, zu Plünderungen aufgerufen und militante Aktionen gefordert. In einem teilweise verklärenden Stil und mit viel Poesie. Helfen tut uns das nicht. Ich bin mal gespannt darauf, ob es wirklich zu nennenswerten Aktionen kommen wird oder ob das wieder nur wildeste Militanzromantik ist, die um sich selber kreist und schon lange vergessen hat, warum wir das ganze eigentlich tun, was wir tun. Corona-Partys auf linksradikal?

Bisher sehe ich, dass die meisten Menschen eher besonnen und solidarisch mit der Situation umgehen. Klar kaufen viele Menschen viel zu viel Kram ein, aber das kann viele Gründe haben, z.B. Gemeinschaftseinkauf für die Nachbar*innen oder sie wollen oder können gerade nicht vor die Haustür gehen und kaufen deshalb viel auf’s Mal. Und es kann auch einfach Angst und Panik sein. Es gibt schon viele Initiativen, um alleinstehenden oder erkrankten Menschen zu helfen, sowohl von Behörden, Organisationen als auch von ganz normalen Menschen. Bei uns hier im Dorf besorgen z.B. die Pfadfinder*innen Einkäufe für Betroffene. Überall wird dazu aufgerufen, solidarisch zu sein und sich um die Nachbarschaft zu kümmern und ein Auge auf andere zu haben. Und es gibt sie auch von explizit linken und anarchistischen Organisationen und Gruppen. Das sind für mich sinnvolle und wirklich gebrauchte Ansätze. Sie helfen echten Menschen in echt und haben ganz nebenbei noch den Effekt, dass wir aus unseren linken Wohlfühlblasen rauskommen und in Kontakt zu den Menschen treten, die wir immer erreichen wollen (naja, davon sind einige vielleicht schon abgekommen, ich nicht…). Wenn wir die viel zitierte Solidarität jetzt leben und unsere Grundsätze umsetzen, erreichen wir viel mehr, als wenn wir Bullen angreifen und Supermärkte plündern. Unsere Kräfte sind echt gering und ich finde, wir sollten sie in diesen Zeiten für gegenseitige Hilfe nutzen und nicht für Aktionen, die schon in ruhigen Zeiten meistens nach hinten losgehen. Wie das wohl jetzt bei den Leuten ankommt, wenn ein Anarcho-Mob einen Aldi plündert und vollgepackt mit Klopapier und Dosenbier in der Nacht verschwindet? Und wie es wohl bei den Leuten ankommt, wenn das autonome, soziale, linke, anarchistische Zentrum sich in die Nachbarschaft einbringt und der Oma von nebenan den Einkauf erledigt, mit dem chronisch erkrankten Frührentner zur Ärztin geht, die Malocherin zu Arbeitsrecht berät?

Nur weil der Staat und seine Institutionen social distancing fordern und verordnen, muss es in dieser Situation nicht falsch sein. Ich kann aus eigener Einsicht, als rationaler Mensch selbst entscheiden, dass es z.Z. für alle besser ist, wenn wir Abstand halten. Wie schreibt die Allianz der Gruppen aus der „ersten Reihe“ aus Chile?

Weil wir die Fahne der Verteidigung der Menschen vor uns her tragen und uns der Grausamkeit des Coronavirus bewusst sind, rufen wir dazu auf, dass wir aufeinander aufpassen und Sorge für uns selbst und füreinander tragen. Wir wollen die Ausbreitung des COVID19 weder vorantreiben noch fördern, deswegen werden wir uns als Allianz der vielen Gruppen aus der „ersten Reihe“ von den Straßen zurückziehen, zumindest für diese Woche. Leider ist es im Moment von größter Bedeutung, Massenveranstaltungen zu vermeiden.
Wir müssen gesund bleiben, um weiter zu kämpfen!
Wir haben alle ältere Familienmitglieder und Kinder und sollten überdies nicht vergessen, dass diese sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen zur Risikogruppe gehören. Stellt euch vor, wir treffen auf der Straße auf eine/n Überträger/in des Virus und sind dann verantwortlich für die Ansteckung unserer Lieben, wenn wir nach Hause kommen!

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Wir alle finden die Situation zum Kotzen und viele sehen zum Glück doch die Notwendigkeit, sich von anderen, auch geliebten Menschen fern zu halten. Doch wie lange halten wir das durch? Ab wann macht es keinen Sinn mehr?

Es kommt eine Zeit nach Corona. Jetzt haben wir die Muse, zu lernen: Zu lernen, wie es dazu kommen konnte. Was sind die Ursachen für eine solche Pandemie? Warum sind unsere Gesundheitssysteme damit überfordert? Warum fließt auch jetzt in großem Stil das Geld fast nur von unten nach oben? Wie lange nehmen wir Ausgangssperren hin? Und wie wehren wir uns dann gegen sie und andere eventuell kommende Einschränkungen, die drohen, sich zu verstetigen?
Und wir müssen nicht alleine lernen. Es gibt im Zeitalter des Internets viele Werkzeuge, die es uns dennoch erlauben, miteinander zu diskutieren, gemeinsam zu erforschen, was falsch läuft und was wir besser machen müssen. Nutzt die Zeit, nutzt die Möglichkeiten.

Corona überdeckt zur Zeit alles. Wir sollten nicht vergessen, dass andere Probleme weiterhin akut sind: Die Klimakatastrophe, die verkackte AfD und ihre verkackten Schwesterparteien in anderen Ländern, Überwachung, verschärfte Polizeigesetze, Flucht (Geflüchtete sind jetzt besonders schlimm dran.), Festung Europa, Abschiebungen, Knast, Tierausbeutung und vieles mehr. Und irgendwie hängt das alles – auch Corona – zusammen, verwoben in einem Netz aus Herrschaft, Staat und Kapitalismus. Das könnten jetzt viele Menschen lernen.

Bleibt gesund.
Seid solidarisch.

[aus der häuslichen Isolation, nigra]

Entnommen hier: hier.

 

 

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R12 bis auf Weiteres geschlossen

[Nachdem alarm Offenburg seinen veganen Brunch für den April schon abgesagt hatte, hat nun auch das R12 bis auf weiteres geschlossen. Lest hier das Statement dazu.]

R12 bis auf Weiteres geschlossen

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen,

das Linke Zentrum R12 bleibt aufgrund der Corona-Pandemie bis auf
Weiteres geschlossen.

Wir wollen euch aber nicht zur kompletten Selbstisolation aufrufen,
sondern dazu, trotz allem, solidarisch mit euren Freund*innen, Familien
und Nachbar*innen zu sein: Wer braucht Hilfe und Unterstützung? Wer lebt
alleine und meldet sich nicht mehr? Fragt nach, seid aktiv in der
Kontaktaufnahme und organisiert Einkäufe und ähnliches.

Seid kritisch, was angedachte politische Maßnahmen wie z.B.
Massenüberwachung und Kontrollen angeht. Seid aufmerksam, wenn es um
Militäreinsätze und Umverteilung von unten nach oben geht.

Bleibt gesund, seid eigenverantwortlich, denkt an andere, lasst es euch
gut gehen und wir sehen uns bald wieder.

Mit solidarischen Grüßen, eure Freund*innen vom R12

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Gegen den AfD Aufmarsch am 14.03 in Freiburg!

Update: Die Nazis von der AfD haben die Lügenpresse-Demo abgesagt.

[Gefunden auf der Seite der Anarchistischen Gruppe Freiburg. Alle da hin!]

Gegen den AfD Aufmarsch am 14.03. in Freiburg!

Die AfD möchte am 14. März eine Demonstration vom SWR Studio in der Kartäuserstraße zum Bertoldsbrunnen durchführen. Sie beklagen eine angebliche “Pressehetze” nach dem rechtsterroristischen Morden von Hanau. Überlassen wir den neuen Faschisten nicht die Straße um die Opfer des rechten Terrors zu verhöhnen! Treffpunkt für die Gegenproteste: 11:30 Uhr vor dem SWR Studio in Freiburg (Kartäuserstr. 45)

Gemeinsam gegen den Faschismus!

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Über 200 Menschen demonstrieren in Offenburg für die Verkehrwende in der Ortenau und für wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Klimakrise

Mit der gestrigen Demonstration startete offiziell die Kampagne „Die Verkehrswende gemeinsam erkämpfen“ des Ortenauer Klimabündnisses. Über 200 Menschen folgten dem Aufruf, zogen durch die Innenstadt und besetzten im Anschluss mindestens zwei Parkplätze.

Der menschengemachte Klimawandel schreitet munter voran, ungachtet dessen, dass er nach wie vor von vielen Menschen, Parteien und Organistionen geleugnet wird. Die durch den ungebremsten, global wütenden Kapitalismus gepushten Ursachen Energiegewinnung, Verbrennungsmotoren, Mobilität, industrielle Landwirtschaft und Herstellung von tierlichen Produkten schenken sich nicht viel und wir müssen an vielen Fronten kämpfen, um die krassesten Auswirkungen der Katastrophe abzumildern. Das Ortenauer Klimabündnis konzentriert sich im Moment auf die Verkehrswende. In seinem Selbstverständnis schreibt das Bündnis:

Die Klimakrise wirkt sich auf alle Lebensbereiche global aus. Darum müssen wir auch überall mitanpacken und gegen die bestehenden zerstörerischen Verhältnisse und für eine ökologische, bedarfsorientierte und solidarische Weltgemeinschaft kämpfen.
Weltweit kämpfen Menschen gegen die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und Massentierhaltungen, gegen Kohleabbau, Erdöl- und Gasgewinnung, Flächenversiegelung und vieles mehr.
Wir sehen uns als Teil dieser wachsenden Bewegung.

Unser derzeitiger Fokus liegt in der Verkehrswende. Die Abkehr von der erdölbasierten, individualisierten Mobilität hin zu einer klimaneutralen, kollektiven ist eine der zentralen Forderungen der weltweiten Klimabewegung und ihr fühlen wir uns hier, in der Ortenau, verbunden, auch weil wir hier gute Voraussetzungen sehen, dieses Ziel zu erreichen.
Damit wir alle uns klimafreundlich bewegen können, müssen wir gemeinsam dafür eine Infrastruktur erkämpfen, die das ermöglicht: Wir brauchen sichere Fahrradwege, mindestens autofreie Innenstädte und einen besseren, attraktiveren und kostengünstigen ÖPNV.

Mit der Kampagne „Die Verkehrswende gemeinsam erkämpfen“ will das Bündnis genau das erreichen. Neben vielen kleineren Aktionen im Vorfeld (Infostände, Info-Fahrten im lokalen ÖPNV, Petition, Anschreiben der Kreisrät*innen, Parkplatzbesetzungen) sollte zum Jahresanfang mit der zentralen Demo in Offenburg ein lauter Aufruf an die Ortenauer Bevölkerung geschickt werden.

Rechtzeitig zum Start der Demo am ZOB kam die Sonne raus und der bunte Zug setzte sich nach der Auftaktkundgebung mit Live-Musik und einer Rede von alarm Offenburg in Richtung Innenstadt in Bewegung. Vorneweg gingen Aktivist*innen mit Gehzeugen. Ein Gehzeug ist ein Holzrahmen, der von einer Person mit Hilfe von Gurten getragen wird. Sie nimmt so ungefähr den Raum eines PKWs ein und zeigt, wie viel Platz so eine Blechkiste, die oft nur von einem Menschen gefahren wird, braucht. Mit vielen Transparenten, Schildern, verschiedenen Fahrrad-Arten, Flyern, Parolen und Lautsprecherdurchsagen wurde die Forderung nach einer klimaneutralen Mobilität und der dazugehörenden Infrastruktur deutlich gemacht. In zwei Redebeiträgen machten die BI Rückenwind und die Linke Liste Ortenau/Linksjugend deutlich, was genau die unmöglichen Zustände, die Kritik, die Forderungen und mögliche Lösungsansätze sind.

Die Demo ging weiter und endete nach einer langen Runde durch oft menschenleere Straßen (das muss nächstes Mal besser werden…) auf dem Parkplatz am Technischen Gymnasium, wo nach einem Redebeitrag des BUND die freien Parkplätze mit Liegestühlen und Decken von Aktivist*innen besetzt wurden. Ein weitere Gruppe machte sich auf zum Parkplatz am selbstverwalteten städtischen Jugendzentrum Kessel und besetzte dort, begleitet von schlechter 80er-Jahre-Mucke, Pizza, veganen Muffins, Kaffee und Bier, die Einfahrt, so dass zwar Autos den Parkplatz verlassen aber nicht befahren konnten.

Die Demo war ein gelungener Auftakt der Kampagne. Viele weitere Aktionen sollen folgen. Die nächste größere wird am 28. März ein großese Straßenfest vor dem Bahnhof sein.
Infos zum Bündnis und zu weiteren Terminen findet ihr auf dem Blog klimabuendnis.noblogs.org.

Gemeinsam die Verkehrswende erkämpfen!
Die Klimakatastrophe stoppen!
Kapitalismus überwinden!

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Herrenknecht Mitglied bei Antifa e.V.! AfD heult sich die Augen aus! Linksterroristen freuen sich! Skandal!!!

Martin Herrenknecht bohrt nicht nur Tunnel in Baden-Württemberg und durch den Rest der ganzen Welt, droht nicht nur immer wieder mal mit seiner endgültigen Steuerflucht weg aus Schland in die Schlaraffen-Schweiz und ist seit über 40 Jahren stolzes Mitglied in der CDU, nein, er ist auch Teilhaber eines Hotels in Schwanau. Und was viele nicht wissen: Er ist langjähriges Mitglied von Antifa e.V.

Am 25. und 26. April 2020 soll im badischen Offenburg der Bundesparteitag der faschistischen AfD stattfinden. Es wollen 600 Rassist*innen und drei Marktradikale (die aber auch Rassist*innen sind) in die kleine, beschauliche Stadt am Fuß des Schwarzwalds einfallen und alles nichtdeutsche kurz- und kleinschlagen. Der bis in die 12. Generation nachweislich deutsche AfD-Lokal-Politiker Taras „Gollum“ Maygutiak sagte in einem Interview mit der New York Times: „603 Kameraden und ich werden diese ganzen nichtarischen Schmeißfliegen, die sich seit Jahrzehnten mit meinen Steuerzahlungen den Wanst fett fressen, aus der Stadt jagen! Wir horten seit vier Monaten Heu- und Mistgabeln. Das wird ein Fest! Ein Fest für reine Deutsche!“

Diese 603 Rassist*innen brauchen natürlich Übernachtungsmöglichkeiten. Sie können nicht rund um die Uhr wüten und brandschatzen. Sie müssen auch mal verschnaufen, schlafen und Bier trinken. Als bekannt wurde, dass die AfD auch Zimmer in Herrenknechts Hotel „Schwanau“ gebucht hatte, reagierte dieser sofort und stornierte alle AfD-Buchungen. Und er ist wohl nicht der einzige, aufrechte Antifaschist in der Ortenau: Die AfD hat massive Probleme, Zimmer in Hotels o.ä. zu finden. Stephan Räpple, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg und AfD-Hypnotiseur aus Oberkirch, will nun ein Action-Camp in Offenburg einrichten. „Was die linksgrünversifften Anarcho-Terroristen können, können wir von der AfD schon lange. Wir zelten in großem Stil auf dem Platz der Verfassungsfreunde. Wir haben schon fünf blaue Iglu-Zelte!“

Im Gespräch mit dem Großen Vorsitzenden von Antifa e.V. und Herrenknecht donnerte letzterer: „Wir werden uns gegen die ankommenden Afd-Horden bis zur letzten Patrone wehren!“ Die Finanzierung der Proteste (Demo-Geld, Druckkosten von krassen Aufklebern, Tapetenkleister für Plakatieraktionen, Hotelübernachtungen, Benzin und Diesel, Gasmasken etc.) werde er gerne und aus der Portokasse finanzieren, sicherte Herrenknecht ohne mit der Wimper zu zucken, zu.

Antifa e.V.-Mitgliedsausweis von Martin Herrenknecht

Die AfD heult sich inzwischen in den unsozialen Netzwerken und anderswo die Augen aus und sieht sich einmal mehr in ihrer Wohlfühlopferrolle. Sie fühle sich ausgegrenzt und das schmerze sie als lupenreine Demokratin doch sehr, so Alice Weidel in einem Gespräch mit der Apothekenrundschau.

Linksradikale aller Couleur hingegen freuen sich über die Tränen bei der AfD und auf das letzte Wochenende im April in „Geschlossenburg“. Der Große Vorsitzende ist sich sicher, dass „wir einen großartigen Sieg davontragen werden. Mit Herrenknechts Unterstützung und seinen Monsterbohrmaschinen überwinden wir jede Mauer.“

Da ist also was los im verschlafenen Offenburg. Die Bühne ist aufgebaut und wir harren der Dinge, die da noch kommen werden..

Ganz nach dem guten alten Konzern-Motto der Herrenknecht AG schließt dieser Bericht mit der Parole „Kein Herr – kein Knecht!“

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Soli-Brunch für die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag im April in Offenburg

[alarm Offenburg lädt morgen zu einem veganen Soli-Brunch für die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag im April in Offenburg ins R12 ein.]

Veganer Solibrunch im R12 am Sonntag, den 01.03.2020

Am 25. & 26. April 2020 findet der Bundesparteitag der AfD in Offenburg statt. Ein breites Bündnis plant die Proteste gegen das Treffen der AfD.
Wir von alarm e.V. unterstützen den Aufruf der Kampagne AfD-Stoppen.

Die Mobilisierung gegen den Parteitag kostet Geld und wir wollen mit einem Solibrunch die Kampagne etwas unterstützen. Also kommt vorbei, bringt leckere vegane Speisen mit und spendet, was euch möglich ist. Ab 10.30 Uhr freuen wir uns über Hilfe beim Aufbauen und ab 11 Uhr könnt ihr vegane Köstlichkeiten genießen und gemeinsam Pläne schmieden, wie ihr der AfD Ende April auf die Nerven gehen wollt.

Antifaschistisch und solidarisch

Eure Alarmies

 

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Der Protest gegen den Bundesparteitag der faschistischen AfD in Offenburg läuft an…

Faschismus hat viele Gesicher und die Fratze der AfD ist sicher eines davon. Am 25. und 26.04.2020 will die AfD ihren Bundesparteitag in Offenburg abhalten.

Die Protestvorbereitungen sind angelaufen und die Seite der Kampagne AfD stoppen ist online.

Wer den Aufruf unterstützen will, schreibt an afd-stoppen [ätt] riseup.net. Den öffentlichen Schlüssel findet ihr auf der Seite unter Kontakt.

Lest hier den Aufruf:

Rassismus, Sozialabbau, Neoliberalismus: Widerstand ist alternativlos!

Gemeinsam gegen den AfD-Bundesparteitag in Offenburg!

Am letzten Aprilwochenende 2020 will die AfD im badischen Offenburg ihren Bundesparteitag abhalten. Knapp 600 Delegierte sollen am 25. und 26. April in der Baden-Arena auf dem Offenburger Messegelände die sozialpolitischen Weichen der rassistischen Partei stellen. Im Fokus der Diskussionen steht das Rentenkonzept der Rechtspopulisten.

Die AfD ist nicht sozial.

Der Streit um die richtige Sozialpolitik schwelt in der AfD praktisch seit Gründung der Partei. Nach Jahren des Zwistes soll nun in Offenburg eine vorläufige Richtungsentscheidung getroffen werden. Für alle Betroffenen ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Während der Parteivorsitzende Meuthen die völlige Privatisierung der Altersvorsorge vorschlägt, setzt der faschistische Flügel um Höcke auf eine völkische Lösung: Renten ja, aber eben nur für gesunde, voll erwerbstätige „Bio-Deutsche“. Alle andere müssen mit Abschlägen rechnen oder gehen leer aus. Finanziert werden soll die Idee mit mehr Geburten. Für die Versorgung und Erziehung der Kinder ist nach Vorstellung der AfD ohnehin nur die Frau zuständig, Emanzipation und Gleichberechtigung sind für die Rechten Fremdwörter.

Die Auseinandersetzung um die Renten zeigt deutlich: Das Problem an der AfD ist nicht allein ihr Rassismus. Es fängt dort erst an. Schon 2016, als die AfD ihren Programmparteitag in Stuttgart abhielt, wurde ersichtlich: Rechte Politik bedeutet keine wirklichen sozialen Verbesserungen für alle Erwerbsabhängigen, sondern das genaue Gegenteil.
Zur rassistischen Hetze von Gauland und Co. gesellt sich der radikale Abbau bzw. die Privatisierung aller sozialen Sicherungssysteme. Hinzu kommt die Stigmatisierung und strukturelle Benachteiligung von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, um leben zu können: Etwa Menschen mit Behinderung oder einer psychischen Erkrankung.

Die AfD ist nur die Spitze des Eisbergs.

Der Rassismus der AfD spaltet die Gesellschaft, ihre „Sozialpolitik“ macht die Menschen zum Spielball neoliberaler Interessen. Setzen die Rechten ihre Forderungen durch, bedeutet das Armut und Elend für Millionen weitere in diesem Land. Schließlich reichen Job und Rente schon jetzt den wenigsten für ein (halbwegs) gutes Leben.
So notwendig deswegen die Kritik an den rechten Plänen ist, so wenig darf vergessen werden, dass Neoliberalismus und Sozialabbau eben keine Erfindungen von Rechtsaußen sind. Das Recht des Stärkeren, die Ellenbogenmentalität und die stete Konkurrenz sind in den Grundfesten unserer Gesellschaftsordnung verankert.
Und: Es ist die AfD, die zum Generalangriff auf die verbliebenen sozialen Sicherungssysteme bläst, realpolitische Tatsachen schaffen aktuell (noch) andere. Die Agenda 2010 wurde zu einer Zeit beschlossen, da war die AfD noch nicht mal in Gründung.

Solidarität statt Spaltung, Widerstand statt Akzeptanz.

Wir werden es nicht zulassen, dass die AfD versucht sich Ende April mit populistischen Phrasen in Offenburg als „Partei des kleinen Mannes“ zu inszenieren. Auch medienwirksame Lippenbekenntnisse mit sozialer Demagogie dürfen nicht darüber hinweg täuschen: Die AfD ist und bleibt die Partei des rechten Mobs, der (geistigen) Brandstifter, des sozialen Abbaus und der Klimawandelleugnung. Sie vertritt die Interessen der Konzerne, nicht die der Menschen.
Wenn die AfD nach Offenburg kommt, nehmen wir uns mit vielen anderen die Straße und stellen uns den Rechtspopulisten entschieden entgegen. Einen Parteitag, auf dem ungestört rassistische Hetzreden gehalten werden, darf und wird es mit uns nicht geben.

Wir haben aus der Geschichte dieses Landes gelernt und wissen: Mehr und bunt zu sein ist wichtig. Das allein reicht aber bei weitem nicht aus. Antifaschistischer Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen ist notwendig.

Deswegen rufen wir alle dazu auf, gemeinsam mit uns vielfältig und solidarisch gegen den Bundesparteitag der AfD zu demonstrieren. Kommt nach Offenburg! Nur zusammen können wir den Rechtstrend aufhalten und für eine solidarische Gesellschaft für alle streiten.

Unsere Antwort auf Rassismus und Sozialabbau ist Solidarität und Widerstand!

Kommt am 25. April 2020 nach Offenburg! | 8 Uhr | Hauptbahnhof

Gemeinsam stoppen wir die Rechten!

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