Erste anarchistische Buchmesse in Freiburg vom 20. bis 22. April

Vom 20. bis zum 22.04.2018 findet im Autonomen Zentrum KTS die erste anarchistische Buchmesse in Freiburg statt.

So langsam füllt sich das Programm und somit die Website zur Buchmesse: buchmessefreiburg.blackblogs.org.

Diverse Verlage und Zeitschriften werden Infostände aufbauen, Lesungen, Vorträge und praxisbezogene Workshops stehen an. Genauere Infos findet ihr unter Programm.

Dazu gibt es ein Kulturprogramm mit Theater und verschiedenen Bands.

Bildet euch, bildet andere, Bildet banden!
Auf zur anarchistischen Buchmesse in Freiburg!

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Solidarität mit Afrin! Aufruf zum Anarchistischen Block!

[Lest den Aufruf zur Solidemo mit Afrin der FdA.]

24.März Frankfurt a.M.

Seit dem 20.Januar 2018 dauern die Angriffe des türkischen Militärs auf Afrin, in Kooperation mit dschihadistischen Gruppierungen, an. Afrin ist eines der drei selbstverwalteten Kantone der Demokratischen Föderation Nordsyriens.

Erdogan sieht die YPG/YPJ, welche das Gebiet erfolgreich vom IS befreit und die freiheitlichste und fortschrittlichste Gesellschaftsordnung in der gesamten Region durchgesetzt hat, als Terrororganisation an. Dabei arbeitete die YPG/YPJ sowohl mit der USA, als auch mit Russland zusammen. Allerdings ließen sie die YPG/YPJ fallen, nachdem der IS besiegt war. Des Weiteren nutzt Erdogan die nationalistische Mobilisierung, um Kritik*innen des AKP-Regmies zu inhaftieren und zu unterdrücken. Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt den Krieg der Türkei gegen Afrin. Sie tut dies, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen „Flüchtlingsdeal“ abgeschlossen hat, sowie aus wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen. Die Unterstützung erfolgt durch deutsche Waffen und Kriminalisierung von Protesten innerhalb Deutschlands. Dies geschah zum Beispiel durch Das Verbot der Fahnen von YPG/YPJ und Demonstrationsverbote.

Es zeigt sich wieder einmal, dass Herrschaftsinteressen wichtiger als Menschenleben sind. Befreiung von Unterdrückung und Freiheit aller Menschen in all ihrer Verschiedenheit kann nur erreicht werden, wenn Herrschaft und Machtverhältnisse grundlegend in Frage gestellt werden. Deshalb rufen wir als Föderation der deutschsprachigen Anarchist*innen dazu auf am 24.März nach Frankfurt a.M. zu kommen und mit uns gemeinsam einen Anarchistischen Block zu bilden.

Frankfurt am Main, Hauptwache.
Zeitpunkt: 14:00

Achtet auf Ankündigungen unter fda-ifa.org.

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Mehrere hundert Menschen fordern weiterhin „Fermons L’Arcadia!“

Mehrere hundert Antifaschist*innen gingen heute zum dritten Mal gegen das Nazizentrum L’Arcadia im französischen Strasbourg auf die Straße. Spontan schloss sich die kurdische Afrin-Kundgebung der Demonstration des Bündnisses „Fermons L’Arcadia“ (Lasst uns das Arcadia schließen) an.

Seit der letzten Demo gegen das Nazilokal am 20.01.2018, an der über 600 Menschen teilnahmen, hat sich nicht viel getan. Nachdem die Kampagne des Bündnisses „Fermons L’Arcadia“ in der Öffentlichkeit nicht mehr zu überhören war und es wie befürchtet zu mehreren faschistischen Übergriffen kam, hat der Strasbourger Stadtrat ende Januar einstimmig für die Schließung des Arcadia votiert (was aber nur möglich war, weil die Vertreter*innen des rechtsextremen Front National der Abstimmung fernblieben). Der für eine Schließung zuständige Chef der Prefecture Marx (echt jetzt…) sieht zur Zeit noch keine Handhabe für diese Maßnahme. So wurden dem Arcadia und seinen Nazis von der Bastion Social behördliche Steine in den Weg gelegt: Nach einer Begehung durch eine Sicherheitskommission bekam das Lokal drei Auflagen. In Zukunft dürfen sich nicht mehr als 19 Personen zur gleichen Zeit in den Räumlichkeiten aufhalten, es muss ein Feuermelder installiert und es muss innen eine feuerfeste Isolation angebracht werden, dass im Falle eines Feuers, dieses nicht auf die darüberligenden Wohnungen übergreifen kann. Die Nazis haben nun zwei Monate Zeit, die Auflagen zu erfüllen.
Ein Verbot der Bastion Social, das ebenfalls vom Stadtrat gefordert wurde, scheint zur Zeit keinerlei Aussicht auf Erfolg zu haben.
Direkte Aktionen wie der mintgrüne Farbanschlag auf das Arcadia lassen dagegen die Herzen vieler Antifaschist*innen höher schlagen…

Die Bastion Social hat in den letzten Wochen weiterhin ihre üblichen Aktionen durchgeführt: Das Arcadia ist von Donnerstag bis Samstag geöffnet, es wurde plakatiert, obdachlose Französ*innen wurden öffentlichkeitswirksam mit Lebensmitteln versorgt, ein obdachloser Mensch wurde zur Gemeinde begleitet, um mit ihm seine Rechte durchzusetzen, dazu gab es eine Transpiaktion vor der Behörde. Sie organisierten eine Soliveranstaltung mit den spanischen Faschist*innen von Hogar Social und einen Vortrag mit dem Nazi Xavier Eman zur Kampagne „Préférence nationale“ der Bastion Social.

Der Zustand ist also immer noch der selbe wie zum Jahreswechsel: Ein Zentrum der faschistischen Bastion Social bietet den Nazis der Region einen Ort, wo sie sich treffen und organisieren können. Mitten im migrantisch geprägten Viertel Esplanade. Grund genug weiterhin dagegen auf die Straße zu gehen. Wir können uns nicht auf behördliche Tricksereien verlassen: Der Kampf gegen den Faschismus und die Faschist*innen wird auf der Straße gewonnen. Darum gingen auch heute wieder mehrere hundert Antifaschist*innen gegen das Arcadia und gegen die Nazis von der Bastion Social auf die Straßen Strasbourgs.
Los ging’s auf dem Place de Zurich begleitet von einem enormen Bullenaufgebot. Der Grund für die unzähligen CRS-Bullen, Police National-Scherg*innen und BACs war wohl die Tatsache, dass es diesmal mitten durch die Innenstadt gehen sollte. Lautstark bewegte sich die Demo durch die Straßen der Altstadt Strasbourgs, es wurde wild Plakatiert, Sticker angebracht, Parolen gerufen und Fahnen geschwenkt. Angekommen am Place Kleber schlossen sich uns die Menschen der gerade beendeten kurdischen Afrin-Kundgebung an, was das Ganze um einiges bunter (Grün-Gelb-Rot) und lauter (sie hatten einen Lauti am Start) werden ließ.
Am Place de l’Homme de Fer gab es eine längere Zwischenkundgebung, es wurde gesungen, plakatiert und der Verkehr aufgehalten.
Im Anschluss begab sich die Demo, die im Rahmen des „Weekend Contre L’Arcadia Et Son Monde“ stattfand, zum autonomen Jugend- und Kulturzentrum Molodoi, wo es eine Küfa und Abends ein Konzert mit diversen Bands gab.
Für morgen sind im Molodoi Vorträge und Diskussionen zum Thema Antifaschismus geplant.

Einen gut recherchierten und lesenswerten Artikel zum Thema Bastion Social und CasaPound Italia findet ihr hier.

Pas de solution identitaire à la misère sociale !
Pas de local fasciste à Strasbourg comme ailleurs !
Fermons l’Arcadia!
Siamo Tutti Antifascisti!

 

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Die Faschist*innen von der Bastion Social und CasaPound Italia

Aus aktuellem Anlass verlinke ich euch hier einen lesenswerten und sehr gut recherchierten Artikel von Heiko Koch zu den faschistischen Gruppen Bastion Social und CasaPound Italia. Aktuell ist er für uns hier in der Grenzregion zu Strasbourg und dem Elsass deshalb, weil die Nazis der Bastion Social in Strasbourg seit dem Dezember 2017 ihr Lokal „L’Arcadia“* betreiben. Lest dazu und dem Widerstand dagegen hier mehr: 1, 2, 3, 4

Also, wer sich mehr Hintergrundwissen zur Bastion Social und ihrem großen Vorbild CasaPound Italia aneigenen will, sollte den Artikel Bastion Social – eine französische Bewegung à la CasaPound auf antifra.blog.rosalux.de lesen.

*witziger Funfact: L’arcadia heißt übersetzt aus dem Italienischen „inhaltsleeres Gerede“

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Veranstaltung zur Zensur von Indymedia linksunten

[Eine wichtige Veranstaltung im R12 von alarm offenburg zum Verbot meiner Lieblingswebsite linksunten.]
Im August 2017 wurde Indymedia linksunten vom Bundesinnenministerium verboten. Um das Presserecht auszuhebeln, nutzte das Innenministerium das Vereinsrecht. Kurzerhand erklärten sie einige ihnen bekannte Freiburger Autonome zu Mitgliedern eines Vereins „Indymedia linksunten” und das Autonome Zentrum KTS Freiburg zum „Vereinsheim“. Das bei den Durchsuchungen aufgefundene Geld wurde als „Vereinsvermögen“ deklariert und beschlagnahmt. Einschließlich der beschlagnahmten Technik beläuft sich der materielle Schaden auf etwa 80.000 Euro.

Eigentlich müsste anhand des Beispiels Indymedia linksunten über die
Bedeutung linksradikaler Medien diskutiert werden. Über gezielte
Verfassungsschutzhetze im Vorfeld des Verbots und über den Fallout des
G20-Gipfels in Hamburg. Über den Aufstieg der rechtsradikalen AfD und
einen deutschen Wahlkampf im Herbst 2017. Stattdessen wird der Fall als
Folge eines Verwaltungsakts des Bundesinnenministeriums vor dem
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt.

Wir berichten von den Razzien und vom juristischen Vorgehen gegen Verbot
und Zensur. Von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten,
von Denunziation und Verrat. Außerdem werfen wir einen historischen
Blick auf die Repression gegen die Zeitschrift radikal, denn Indymedia
ist nicht das erste Beispiel von Zensur gegen linksradikale Medien in
der jüngeren Vergangenheit. Und wir wollen mit einem Rückblick auf das
Projekt linksunten über Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen
linksradikaler Medienarbeit diskutieren.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 02.03.2018 im Linken Zentrum R12 statt.
Ab 19:00Uhr gibt es vegane Vokü von der k-gruppe
Veranstaltungsbeginn ist 20:00Uhr

Eure alarmies

http://alarm.blogsport.de/

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Aufruf für ein Wochenende gegen das Arcadia und seine Welt am 3. und 4. März

Am 9. Dezember öffnete in Strasbourg das Lokal Arcadia. Dieses Lokal, im Stadtteil Esplanade gelegen (Rue Vauvan 29), wurde von einer rechtsextremen Gruppe, die sich „Bastion Social“ nennt, eröffnet. Die Gruppe gibt es in verschiedenen Städten und bezieht sich positiv auf den Faschismus.

Sie ist schon für mehrere Angriffe verantwortlich: ein rassistischer Übergriff von 20 gegen einen, für den der Buchhalter der „Bastion Social“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Desweiteren wurden zwei Personen und ein Tramführer von Leuten aus dem Arcadia angegriffen.

Eines der zur Schau getragenen Ziele der „Bastion Social“ ist die Wohlfahrt für die weißen, „französischen“ Obdachlosen, die, folgt mensch ihrer Argumentation, vom Staat im Stich gelassen wurden, damit dieser mehr Geld für Migrant*innen hat. Mit dieser Falschauslegung der sozialen Kritik, bar jeder emanzipatorischen Perspektiven, propagiert die „Bastion Social“ die alte Idee vom „Ausländer“, der dem Franzosen das Brot klaut; ein Klassiker der extremen Rechten, die sich um obdachlose Menschen nur kümmert, wenn sie die „Ausländer“ verantwortlich machen können.

In einem Klima, in dem soziale Rechte umfassend zurückgenommen werden, in dem rassistische, islamophobe und gegen Migrant*innen gerichtete Ideen überall und besonders in der institutionellen Politik an Boden gewinnen, erscheint es für uns äußerst wichtig, gegen Neofaschist*innen, die sich in einem studentischen, multikulturellen und gewachsenen Stadtteil breit machen wollen, massenhaft zu mobilisieren.

Eine große antifaschistische Mobilisierung erblickte das Licht der Welt am selben Tag, an dem die Eröffnung des Lokals bekannt gemacht wurde. Es wurden Flyer verteilt, Plakate aufgehängt, es gab Aufrufe verschiedener Menschen im Stadteil (Einwohner*innen, Händler*innen, Eltern von Schüler*innen…) und vor allem gab es zwei Demonstrationen: 300 Leute am 9. Dezember 2017, 600 am 20. Januar 2018. Nach diesen großen Mobilisierungen hat der Stadtrat von Strasbourg einstimmig für die Schließung des Arcadia und die Auflösung der „Bastion Social“ gestimmt. Nun liegt es an der Präfektur: nur sie kann die büroktatische Schließung in die Wege leiten.

Wir werden nicht nur auf diese verwaltungstechnische Entscheidung warten! Der wachsende Erfolg der Mobilisierung zeigt uns den Weg auf, dem wir folgen müssen: Weiterhin zu diesem Thema, in unseren Stadtvierteln, auf unseren Straßen aktiv sein, um dem Faschismus den Weg zu versperren. Die Erfolge, die mit den Plänen der Stadtverwaltung erzielt wurden, waren nur möglich durch die Kraft und Hartnäckigkeit derer, die sich in die Kampagne eingebracht haben. In dieser Dynamik rufen wir zu einer dritten Demonstration auf und wir hoffen, dass diese noch größer wird. Ebenfalls laden wir euch am gleichen Abend zu einem Essen und einem Konzert ins autonome Jugend- und Kulturzentrum Molodoï ein. Am folgenden Tag finden dort Vorträge und Diskussionen statt.

Die Schließung des Arcadia wird auf der Straße erkämpft!

Demo am Samstag, 03.03.2018, 14 Uhr auf dem Place de Zurich, Strasbourg

Infos (auf französisch) findet ihr hier:
bafstrasbourg.wordpress.com/fermons-larcadia-local-fasciste-a-strasbourg/
fermonslarcadia.noblogs.org
facebook.com/events/325480517961913/

Unterstützer*innen:
Alarm Offenburg
Anarchistische Initiative Ortenau

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Offenburg: 200 Menschen demonstrierten für den Erhalt und Ausbau der ortenauer Kliniken…und für eine kostenlose Gesundheitsversorgung

Am Samstag, den 24.02.2018, folgten 200 Menschen dem Aufruf des Ortenauer Gesundheitsbündnisses zur zweiten Demonstration gegen das Modell „Landrat“ und für den Erhalt und Ausbau der ortenauer Kliniken. Eine bunte Mischung aus Gewerkschafter*innen, Anhänger*innen der Partei Die Linke, Angestellten der ortenauer Kliniken und vielen Einzelpersonen zog lautstark durch die Offenburger Innenstadt.

Dass die Durchkapitalisierung aller Gesellschaftsbereiche auch vor der Gesundheitsversorgung nicht halt macht, ist in anderen Ländern schon längst eine Binsenweisheit und bitterer Alltag. So langsam wird diese Entwicklung auch in Deutschland schmerzhaft spürbar – für die Angestellten im Gesundheitssektor ebenso wie für die Patient*innen. Spätestens seit 2016 ist auch die ortenauer Kliniklandschaft betroffen: Von den neun existierenden Kliniken (Gengenbach, Lahr, Kehl, Ettenheim, Oberkirch, Achern, Offenburg (2) und Wolfach) soll nach dem Modell „Landrat“ (benannt nach Landrat Frank Scheerer) Gengenbach geschlossen und Kehl, Oberkirch und Ettenheim in sogenannte Portalkliniken umgewandelt werden. In Portalkliniken, von denen es schon etliche in Deutschland gibt, wird Patient*innen nur noch die Diagnose erstellt aber zur Behandlung werden sie dann an ein „richtiges“ Krankenhaus weiterverwiesen. Wenn mensch sich den Verlauf der Entwicklung hin zu diesen Plänen anschaut, wird schnell klar, dass es hier nicht um eine Professionalisierung oder gar Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Menschen und der Arbeitsbedingungen der Angestellten geht, sondern um Profitmaximierung, Einsparungen und Privatisierung. Der Filz von Politik und Kapital (hier namentlich z.B. Christian Keller, seit Juni 2016 Geschäftsführer von Ortenau Klinikum und 1999 Mitbegründer der CMK Krankenhausberatung GmbH, deren einziger Zweck es ist, Krankenhäuser wettbewerbsfähig zu machen…und fett Kohle abzusahnen.) ist offensichtlich aber nichts destotrotz trauriges Alltagsgeschäft im Kapitalismus. Einen guten Einblick zu den Hintergründen gibt die Broschüre des Bündnisses. Sie zeigt auch, dass mittelfristig mit noch mehr Schließungen zu rechnen ist.
Dank der Kampagne das Bündnisses kamen einige Oberbürgermeister ins Grübeln: „Vielleicht hätten wir das Modell „Landrat“ doch nicht so voreilig abnicken sollen.“ Sie zogen ihre vorbehaltslose Zustimmung zurück, dachten ein bischen nach und sprechen sich nun für den Erhalt der Klinik in ihrer Stadt aus. Sie tun dies zur Zeit noch eher auf der Schiene „mein“ Standort ist wichtiger, darum muss „meine“ Klinik erhalten werden. Doch dieses Konkurrenzdenken hat keine Zukunft: Jede Schließung wirkt sich auf alle anderen Kliniken, auf deren Angestellte und auf alle Patient*innen aus. Es kommt zu Verschlechterungen für alle.

Die Demo zog vom Bahnhof zum Rathaus. Es wurden Flugblätter und Broschüren verteilt, Sticker geklebt und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Klinik klaut!“ oder „Gesundheit! Für alle! Kostenlos!“ gerufen. Die zweite Parole zeigt sehr schön, dass die Forderungen der Demonstrierenden nicht bei den wichtigen Rufen nach dem Erhalt und Ausbau der Kliniken und anderen Reformen stehen blieb. In einigen Reden wurde die Ursache des Übels benannt: In einer kapitalistischen Gesellschaft muss halt auch die Gesundheitsversorgung dran glauben und Profite abwerfen. Darum ist es nur recht und billig, wenn das Problem an der Wurzel angepackt wird und wir auf die Überwindung des Kapitalsimus hinarbeiten. Denn nur in einer Gesellschaft, in der wir nicht nach Profit streben, sondern die Wirtschaft bedarfsorientiert organisiert ist, kann es eine bedingungs- und kostenlose Gesundheitsversorgung für alle geben.
Schön war auch, dass sich durchweg mit den direkt Betroffenen der Pläne – den Angestellten und Patient*innen – solidarisiert wurde und dass zwei Pfleger*innen in ihren Reden von ihrem Klinikalltag und ihren Kämpfen berichteten. Klar wurde auch, dass wir mit immer mehr Angriffen auf unsere Gesundheitsversorgung rechnen müssen.
Die Demo endete, wo auch sonst, auf dem Vorplatz des Ortenauer Klinikums.
Ein Sprecher des Bündnisses kündigte an, dass sie den Druck auf die Politik aufrechterhalten werden, so lange bis das Modell „Landrat“ Geschichte ist.

Das Modell „Landrat“ kippen.
Die ortenauer Kliniken erhalten und ausbauen.
Für eine bedingungs- und kostenlose Gesundheitsversorgung für alle.

[Fotos zum Vergrößern anklicken]

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01.03.2018: Anarchistisches Wohnzimmer – Weiterführende Diskussion zum Vortrag „Disrupt!“

Am 16.02.2018 luden wir euch zum Vortrag „Disrupt!“ ein. Es kamen ca. 20 Menschen, die dem Redner des Redaktionskollektivs çapulcu zuhörten und sich in einer intensiven und kritischen Diskussion mit der Digitalisierung der Welt, der vollständigen Vernetzungund und dem Glauben an die Technologie als Lösung aller Probleme für die Gesellschaft auseinandersetzten.

Wir wollen diese Diskussion gemeinsam mit euch weiterführen und vertiefen. Ihr könnt gerne auch teilnehmen, ohne den Vortrag „Disrupt!“ gehört zu haben. Wer sich dennoch ins Thema einlesen will, findet auf dem Blog des Kollektivs die PDF der Broschüre.

Das Anarchistische Wohnzimmer ist das Offene Treffen der Anarchistischen Initiative Ortenau und lädt in unregelmäßigen Abständen zu themenbezogenen Diskussionen in entspannter Atmosphäre ein.

Donnerstag, 01.03.2018, 19 Uhr im Linken Zentrum R12, Rammersweierstraße 12 in Offenburg

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Gesundheit ist leider eine Ware und das finden wir scheiße. Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken

Die Durchkapitalisierung der Gesellschaft bis in den letzten Winkel macht auch nicht vor der Gesundheitsversorgung halt: Immer weniger Stellen in immer weniger Krankenhäusern bezeugen das bundes- und weltweit. Im Kapitalismus wird alles zur Ware.

Auch Offenburg und die Ortenau sind davon nicht ausgenommen. Einen aktuellen Einblick dazu gibt die Broschüre „Für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken“ des Ortenauer Gesundheitsbündnises. Sie zeigt eine dramatische Entwicklung auf.

Das Bündnis ruft unter dem Motto „Keine Kliniken schließen! Gesundheitsversorgung ausbauen!“ am Samstag, den 24.02.2018, um 14 Uhr am ZOB Offenburg zu einer weiteren Demonstration auf. Wir als Anarchistische Initiative Ortenau halten es für wichtig, der fatalen Entwicklung im Gesundheitswesen gegenzusteuern und uns mit den Angestellten, Arbeiter*innen und Patient*innen zu solidarisieren.

Wir sind davon überzeugt, dass es im Kapitalismus keine bedingungslose Gesundheitsversorgung für alle geben kann. Die Profitmaximierung (hier oft im Gewand der Privatisierung, Einsparung und Zentralisierung) geht in anderen Ländern schon seit Jahren buchstäblich über Leichen. Davon sind wir nicht mehr weit entfernt.

Auf die Straße für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Kliniken und gegen die Verwertungslogik im Kapitalismus!
Für eine kostenlose und bedingungslose Gesundheitsversorgung für alle!

„Keine Kliniken schließen! Gesundheitsversorgung ausbauen!“ am Samstag, den 24.02.2018, um 14 Uhr am ZOB Offenburg

Anarchistische Initiative Ortenau, Februar 2018

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Vortrag und Diskussion: DISRUPT! Abwehr des smarten Angriffs auf unsere Sozialität, Kreativität, Autonomie – auf unser Leben

[Im Rahmen einer Vortragsrundreise des Anarchistischen Netzwerks Südwest* organisiert die Anarchistische Initiative Ortenau diese Veranstaltung. Ich hab sie schon auf den Anarchietagen in Winterthur gesehen und war begeistert. Alle dahin und dann mit den Smartphones ein Freudenfeuer entzünden!]

DISRUPT! Abwehr des smarten Angriffs auf unsere Sozialität, Kreativität, Autonomie – auf unser Leben

Vortrag und Diskussion
am Freitag, 16.02.2018 um 20 Uhr im r12

DISRUPT! beschreibt die Versuche, das menschliche Dasein den Anforderungen einer reduktionistischen künstlichen Intelligenz zu unterwerfen. Der Anpassungsdruck des Menschen an die Maschine wirkt bereits jetzt – weit vor einer vollständigen Vernetzung aller mit allem. Das redaktionskollektiv çapulcu dechiffriert diese – oft unhinterfragte – Entwicklung als Angriff auf unsere Autonomie und analysiert seine entsolidarisierende Wirkung. Denn Technologie ist nie neutral, sondern immanent politisch.

Mit Macht vorangetriebene technologische Schübe sind schwer und selten umkehrbar, sobald sie gesellschaftlich erst einmal durchgesetzt sind und der darüber geprägte ›Zeitgeist‹ selbstverstärkend für die notwendige Stabilisierung gesorgt hat. Warten wir, bis sämtliche Erscheinungsformen und Konsequenzen dieses Angriffs auf unsere Sozialität (all-)gegenwärtig geworden sind, haben wir verloren. Es bliebe uns dann nur noch eine Analyse der vermeintlichen ›Entwicklung‹ in Retrospektive.

Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung erscheint deshalb zwingend notwendig. Die Autor*innen plädieren für die Wiederbelebung einer praktischen Technologiekritik zwischen Verweigerung und widerständiger Aneignung spezifscher Techniken.

Das çapulcu redaktionskollektiv ist eine Gruppe von technologiekritischen Aktivist*innen und Hacktivist*innen.

Literatur:
çapulcu redaktionskollektiv
DISRUPT!
Widerstand gegen den technologischen Angriff ISBN 978-3-89771-240-9,
Unrast Verlag 2017, 160 Seiten, € 12,80

Vorher:

19.00 Uhr Vokü der K-Gruppe

Eine Veranstaltungsreihe des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

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