Zu Efail und verschlüsselter Email-Kommunikation

Viel wurde in den letzten Tagen zum angeblichen Versagen der Verschlüsselungstechniken OpenPGP und S/MIME geschrieben und mindestens genauso viel davon war falsch, halbwahr oder schiere Panikmache. Weder sind die Verschlüsselungstechniken fehlerhaft noch sind sie geknackt. Sie sind immer noch sicher und ungeknackt.

Scheinbar aber lässt es eine mangelhafte Einbindung von OpenPGP und S/MIME in (nahezu alle) Email-Clients (aka Thunderbird, Outlook,…) zu, dass über einen fiesen Sidekick verschlüsselte Emails im Klarttext bei den Angreifer*innen ankommen.

Die technischen Hintergründe dazu sind mir viel zu hoch, das wichtige für uns als Aktivist*innen ist aber, dass wir diesen Sidekick relativ gut abwehren können, indem wir drei Dinge beachten (gilt nur für die Verwendung von Thunderbird in debian-gnu/linux-basierten Betriebsystemen, habe keine Lust mich mit Windows, Apple und Android zu beschäftigen):

1. verwendet die aktuellste Version des Thunderbird-Addons Enigmail (es verbindet Thunderbird mit GnuPG und ermöglicht so das verschlüsselte Kommunizieren per Email). Sie ist die Tage veröffentlicht worden und sie lautet 2.04. Ich habe das so getan: Die alte Version in den Thunderbird-Erweiterungen deaktiviert und dann die neue Version über die Add-on-Verwaltung installiert.

2. lasst euch von eurem Thunderbird die Nachrichteninhalte nur im Reintext und auf keinen Fall in HTML-Form anzeigen. Das könnt ihr im Reiter „Ansicht“ unter „Nachrichteninhalt“ einstellen. Einfach ein Häkchen bei „Reintext“ setzen.

3. lasst auf keinen Fall externe Bilder in eintreffenden Mails zu. Dies könnt ihr in den Einstellungen nachschauen. Dort klickt ihr auf “Datenschutz”. Wenn dort bei “externe Inhalte in Nachrichten erlauben” KEIN Häkchen ist, ist das gut. Falls dort ein Häkchen ist, klickt es weg. Mehr zu externen Inhalten erfahrt ihr, wenn ihr den dortigen Link anklickt.

Also: Immer brav weiterhin eure Emails verschlüsseln. Und wie die Autonome Antifa Freiburg in ihrer gestrigen Meldung schrieb: Don’t panic!

Hintergrundinfos findet ihr hier:

Efail:
https://www.efail.de/

Heise:
https://www.heise.de/security/artikel/PGP-und-S-MIME-So-funktioniert-Efail-4048873.html
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Efail-Was-Sie-jetzt-beachten-muessen-um-sicher-E-Mails-zu-verschicken-4048988.html
https://www.heise.de/security/meldung/PGP-E-Mail-Verschluesselung-akut-angreifbar-4048489.html

Interview mit dem Hauptentwickler von Enigmail:
https://www.heise.de/security/meldung/Enigmail-Chefentwickler-im-Interview-Efail-Veroeffentlichung-war-unueberlegt-4049783.html

Emailverschlüsselung:
https://emailselfdefense.fsf.org/de/

GnuPG-Infografik

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Wieder mal umzingelt: 40 AfDler*innen, Rechte, Nazis und andere Menschenfeinde versuchen eine Mahnwache in Offenburg

[Lieber spät als nie: Hier ein Bericht zur Antifa-Demo am 2. Mai 2018 in Offenburg]

Es ist schon fast eine liebe Tradition in Offenburg geworden: Alle paar Jahre versuchen Nazis aller Couleur eine Kundgebung, Mahnwache oder Demonstration zu irgendeinem Thema durchzusetzen und kommen doch nie voran, da sie von allen Seiten von einem breiten Bündnis antifaschistischer Menschen umzingelt sind. So sind sie auch wieder am 2. Mai glorreich gescheitert.

Nachdem am Morgen des 28. April eine Frau in Offenburg vergewaltigt wurde, der Täter war wohl ein Mann aus „Zentralafrika“, organisierten 20 Nazis der faschistischen Identitären Bewegung einen Infostand und versuchten ihre rassistische Propaganda unter ihr Volk zu bringen. Die so offensichtliche Vereinnahmung der Vergewaltigung einer Frau durch einen Mann für ihre Hetze gegen Geflüchtete wurde schnell erkannt und über 30 Menschen protestierten spontan dagegen.

Für Mittwoch, den 2. Mai meldete der Verein „Kandel ist überall“ ab 19 Uhr eine Mahnwache vor dem Offenburger Rathaus an und 40 AfDler*innen, Rechte, Nazis und andere Menschenfeinde folgten dem Aufruf. Offensichtliche Anhänger*innen der Identitären Bewegung waren nicht zu sehen. Dafür aber die lokalen AfD-Witzfiguren: Mitglied des Landtags Baden-Württemberg Stefan Räpple, Stadtrat Taras Maygutiak, Bundestagsabgeordneter Thomas Seitz, AfD-Kreisvorstand und Flohmarktorganisator Knut Weißenrieder, Sprecher vom Ortsverband Offenburg/Mittlere Ortenau Gerd Geissler und Beisitzer vom Ortsverband Offenburg/Mittlere Ortenau Antonio Notarianni. Diverse andere Gesichter kannte mensch von Fotos aus Kandel.
Viel war von der Nazi-Kundgebung nicht zu vernehmen: Zu laut war der Protest dagegen. Über 200 Menschen umgaben nach einer Demo vom Bahnhof durch die Fußgänger*innenzone die von Bullen und ihren Absperrungen geschützten Mittwochs-Feminist*innen und deckten sie mit antifaschistischen und feministischen Parolen ein. Immer wieder wurden über Megafon Reden gehalten. Die Außenwirkung der „Kandel ist überall“-Mahnwache war gleich null.

Um 20 Uhr beendeten die Rechten die Farce und krochen wieder in ihre Löcher. Manche von ihnen krochen aber erstmal ins nahegelegene Parkhaus, wo sie ihre Autos abgestellt hatten. Das entging aufmerksamen Antifaschist*innen natürlich nicht und führte zu einer spontanen Blockade der Ausfahrt. Nach einer halben Stunde wurde diese wieder aufgelöst, die Bullenübermacht war zu groß und die Nazis waren den Tränen nahe.

Wie hieß es doch in einem Aufruf zur Gegendemo:

„Immer wieder tun sich bei solchen Fällen antifeministische, ultrakonservative und rechte Gruppen und Parteien hervor und hetzen
pauschal gegen Menschen, die nach Europa und Deutschland geflüchtet sind, um hier Schutz vor Krieg, Hunger, Armut und Vertreibung zu suchen. Natürlich kritisieren sie nicht Sexismus und Patriarchat, natürlich wollen sie die „Keimzelle des Staates“, die Familie, nicht als häufigsten Ort von Gewalt gegen Frauen und Kinder benennen und natürlich sehen wir sie nie am 8. März auf den Straßen, sich lautstark für die Befreiung der Frau positionieren.

Identitäre und andere Nazis stellen sich nur dann auf die Seite der Frau, wenn es sich aus ihrer Sicht für ihre rassistischen und faschistischen Ansichten ausschlachten lässt wie zuletzt in Kandel. Dem gehen weder wir noch andere emanzipatorische Menschen auf den Leim.“

Eine Spontandemo zurück zum Bahnhof rundete diesen antifaschistischen 2. Mai gelungen ab.

In diesem Sinne:

Rassismus und Sexismus bekämpfen!
AfD und andere Nazis bekämpfen!
Für die befreite Gesellschaft!

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Kuba: Anarchist*innen eröffnen ABRA (Soziales Zentrum & Anarchistische Bibliothek) in Havanna

Im Jahr 2016 haben wir uns als FdA an einer Spendenkampagne beteiligt, die zum Ziel hatte, Geld für den Kauf eines Gebäudes in Kuba zusammenzubekommen. Die Föderation leistete schließlich einen bedeutenden Beitrag dazu.

Nachdem den Genoss*innen in Kuba der Kauf eines Objekts in der Hauptstadt Havanna gelang, ist es nun (am Samstag, 5.5.2018) endlich soweit: Das Zentrum ABRA (Soziales Zentrum und Libertäre Bibliothek) öffnet feierlich seine Tore. Die Genoss*innen vor Ort bitten um größtmögliche Verbreitung, ein Wunsch, dem wir nur allzugerne nachkommen. Und wir rufen euch auf, es uns gleichzutun.

Im Folgenden dokumentieren wir den Text zur Eröffnung (in eigener Übersetzung):

[Text in english | en español weiter unten]

Diesen 5. Mai 2018 beginnt mit der Eröffnung des ABRA, des “Centro Social y Biblioteca Libertaria” (Soziales Zentrum und Libertäre Bibliothek), für eine Gruppe von Kubaner*innen eine neue Etappe im Prozess der eigenen Emanzipierung.

Mit diesem Projekt möchte das Kollektiv “Taller Libertario Alfredo López” (eine 2012 entstandene, anarchistische, antiautoritäre und antikapitalistische Initiative, die Mitglied der Anarchistischen Föderation in Mittelamerika und der Karibik, FACC, ist) in enger und lebhafter Kooperation mit befreundeten Kollektiven, wie dem “Observatorio Crítico Cubano”, “Guardabosques” sowie einigen anderen Individuen, einen dauerhaften und autonomen Raum im heutigen Kuba zu schaffen.

Einen Ort, um Erfahrungen und Praktiken zu fördern, die unabhängig sind von jedweder Regierung (ob in- oder ausländisch) bzw. von jedweden Institutionen, die Regierungen repräsentieren. Dieser Ort soll darauf beruhen, was die Teilnehmenden selbst mit einbringen. Mit ABRA möchten wir eine Praxis in den Mittelpunkt stellen, die mittels prefigurativer Praktiken die Gesellschaft, die wir uns erträumen, bereits jetzt vorwegnimmt. Zugleich geht es uns um eine Praxis, die im Einklang mit der Natur steht. Konkret bedeutet dies ein Minimum an Konsum mit einem Maximum an eigenen, nicht umweltschädlichen Lösungen.

Dieses neue Projekt ist in seinem Kern antikapitalistisch ausgerichtet, da der Kapitalismus Beziehungen zwischen Personen fördert, die auf dem Gedanken der Nützlichkeit, der Herrschaft, der Konkurrenz und des Profits basieren, also all das, was eben nicht zu der Gesellschaft führt, die wir anstreben. Gestützt werden all diese negativen Erscheinungen von Staaten, Firmen und Unternehmen, die die Welt und unser Land beherrschen und ausplündern. Daher begreift sich das Soziale Zentrum als Opposition zu all diesen Konglomeraten und ihren Praktiken.

Andererseits ist jedoch klar, dass die Emanzipation nicht möglich ist, ohne Teil der uns umgebenden Gemeinschaften zu sein. Daher existiert ABRA neben und inmitten der Gemeinschaften, und ist dadurch ebenso von der Unterdrückung betroffen, die sie erleiden, wie von den Siegen, die sie in ihrem Kampf erringen. Gleichzeitig beteiligt sich das Projekt auch an unterschiedlichsten Widerstandsdynamiken und der Schaffung neuer Affinitätsgruppen, denen wir ebenfalls Platz in unserem Zentrum und in unseren Projekten einräumen. ABRA möchte all jenen Freundeskreisen, Personen oder Affinitätsgruppen einen Raum bieten, die sich nicht auf den eng gesetzten Rahmen von Regierung & Opposition beschränken, sondern mittels der direkten Aktion und ohne Vermittlungsinstanz die diversen Fragen des alltäglichen Lebens und die Erschaffung von Neuem in allen Sphären der Realität in Angriff nehmen.

Dieser Ort positioniert sich aktiv gegen jede Diskriminierung nach Hautfarbe, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sexualität, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Territorium, Bildungsniveau, ökonomischem Status und allem, was sich gegen die Würde der Menschen richtet. Außerdem erkennen wir die Pluralität von Meinungen (politischen, ideologischen, moralischen etc.) an, ohne unsere eigenen aufzugeben.

ABRA bietet Raum für den Austausch inmitten einer kommerzialisierten und überwachten Stadt und möchte ein Ort der lokalen, nationalen und internationalen Gegeninformation sein, der autodidaktischen Bildung, der Gedenken, der Feiern und Begegnungen; ein Versuch, die prekäre gegenkulturelle Szene und produktive Autonomie, die in Havanna und Kuba existiert, zu fördern.

Das Soziale Zentrum konstituiert sich als ein Ort der sozialen, horizontalen Kommunikation, um jenen nationalen und internationalen Erfahrungen eine Stimme zu geben, die für die hegemonialen Institutionen nicht von Interesse sind, aber zu einer antiautoritären und emanzipatorischen Perspektive beitragen, die jedoch für jene von uns von Interesse ist, die in Kuba kämpfen.

Mittel und Zweck stehen hier nicht im Widerspruch: Wichtigste Merkmale sind dabei die Horizontalität, die persönliche Freiheit und die aktive Teilnahme auf Grundlage der direkten Aktion.

English

This 5th May begins a new stage in the process of emancipation for a group of Cubans with the opening of ABRA: “Centro Social y Biblioteca Libertaria” (Social Centre and Libertarian Library).

With this project the group “Taller Libertario Alfredo López” (a 2012 established, anarchist, antiauthoritarian and anticapitalist initiative, member of the Anarchist Federation of Central America and the Carribean, FACC), in vital cooperation with collectives like the “Observatorio Crítico Cubano”, “Guardabosques” and other individuals, wants to establish an autonomous and sustainable space in present Cuba.

A space to support experiences and practices which are independent of any kind of government (national or international) and any kind of institutions which represent governments. A space which is based on what its participants contribute to it. With ABRA we want to focus on a practice which tries to anticipate the society we dream of with prefigurative means. At the same time we want a practice which is in accord with nature. Specifically this means a minimum of consumption with a maximum of own, environmentally friendly solutions.

This new project is oriented anticapitalist, because capitalism supports relations within people which are based on the ideas of utility, domination, competition and profit, all which does not lead to the kind of society we strive for. All these negative phenomenons are supporese ted by states, businesses and companies which dominate and plunder our land. Therefore the Social Centre understands itself in opposition to all the aforementioned.

On the other hand it is clear that emancipation is not possible without being part of the communities surrounding us. Therefore ABRA exists next to and in the middle of the communities and is therefore likewise affected by the oppression they suffer as well as the victories they win with their struggles. At the same time the project participates in various resistance dynamics and the creation of new affinity groups for which we also grant space in our centre and our projects. ABRA wants to offer space for all those circles of friends, persons and affinity groups which do not limit themselves to the tiny framework of government and opposition, but who, with means of direct action, tackle the diverse questions of everyday life and commit themselves to the creation of new things in all spheres of reality.

This space actively positions against any discrimination based on race, ethnic background, gender, sexual orientation, gender identity, territory, level of education, economic status and all which is directed against the dignity of the people. Besides, we recognize the diversity of opinions (political, ideological, moral etc.) without giving up our own.

ABRA offers a space for exchange in the middle of a commercialized and supervised city and wants to be a place of local, national and international counter-information, a place of self organized education, of remembrance, of parties and encounters; an attempt to support the precarious counter-cultural scene and the productive autonomy which exists in Havana and whole Cuba.

The Social Centre constitutes itself as a place for social, horizontal communication, to give a voice to all those national and international experiences which are not of any interest for the hegemonic institutions, but which contribute to an anti-authoritarian and emancipatory perspective which is of interest for those of us fighting in Cuba.

Means and ends do not contradict each other here: the most important characteristics are horizontality, personal freedom and active engagement based on direct ation.

En español

Desde Cuba se inicia este 5 de mayo de 2018 una nueva etapa en el proceso autoemancipatorio de un grupo de cubanos y cubanas, con la apertura de ABRA: Centro Social y Biblioteca Libertaria.

Este empeño del Taller Libertario Alfredo López (iniciativa anarquista, anti-autoritaria y anticapitalista surgida en 2012, que forma parte de la Federación Anarquista del Caribe y Centroamérica), con el efectivo y vital involucramiento de colectivos afines como Observatorio Crítico Cubano, Guardabosques, así como algunas otras energías individuales; intenta construir un espacio autónomo y sostenible en la Cuba de hoy.

Un espacio para promover experiencias y prácticas independientes de cualquier gobierno foráneo o nacional, o instituciones que los representen, centrado en las capacidades de quienes se involucren. Desde ABRA se insistirá en una práctica que prefigure el tipo de sociabilidad que soñamos, y en un tipo de relacionamiento amigable con el medioambiente, que se traduce en un mínimo de consumo con un máximo de soluciones propias no contaminantes.

Este nuevo empeño es esencialmente anticapitalista, pues el capitalismo promueve un tipo de relaciones entre las personas basadas en el utilitarismo, la supremacía, la competencia, la ganancia, todo lo cual no conduce a la sociabilidad que aspiramos. Lo anterior es sostenido por los Estados, las empresas y corporaciones que dominan y depredan al mundo y a nuestro país. Por ello el Centro Social se coloca en las antípodas de todo lo anterior.

Por otra parte, no es posible la emancipación sin formar parte de las comunidades. Es por ello que ABRA existe de cara a ellas y dentro de ellas, no ajena a las opresiones que sufren, ni a las victorias que logran en su lucha. De igual modo se involucra en las dinámicas de resistencia y creación de otros grupos afines, a quienes les damos cabida en nuestro Centro y nuestros proyectos. ABRA pretende aportar un espacio para todas aquellas sociabilidades, personas y grupos de afinidades que no se limitan al estrecho marco del conflicto gobierno-oposición, se plantean el abordaje directo y por cuenta propia de las diversas cuestiones de la vida cotidiana y la creación en todas las esferas de la realidad.

Este espacio se sitúa activamente en contra de las discriminaciones por motivos de raza, origen étnico, género, sexualidad, orientación sexual, identidad de género, territorio, nivel de instrucción, estatus económico, y cualquier otra en contra de la dignidad de las personas. Asimismo, reconoce la pluralidad de pensamientos (políticos, ideológicos, morales, etc.), sin renunciar nunca a ejercer los nuestros.
ABRA se brinda como lugar de confraternización, en medio de una ciudad mercantilizada y vigilada, y ofrece un espacio para la contra-información local, nacional e internacional, la formación autodidacta, conmemoraciones, celebraciones, encuentros; buscando incentivar la precaria escena contracultural, productiva autónoma, existente en La Habana y la región Cuba.

El Centro Social se constituye como espacio de comunicación social horizontal para dar voz a aquellas experiencias nacionales e internacionales que no son de interés para las agencias hegemónicas, pero que tributan a una perspectiva antiautoritaria y emancipatoria que sí interesa a quienes luchamos en Cuba.

Aquí medios y fines no se contradicen: son la horizonalidad, la libertad de la persona, la participación efectiva a partir del involucramiento directo.

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Erste anarchistische Buchmesse in Freiburg vom 20. bis 22. April

Vom 20. bis zum 22.04.2018 findet im Autonomen Zentrum KTS die erste anarchistische Buchmesse in Freiburg statt.

So langsam füllt sich das Programm und somit die Website zur Buchmesse: buchmessefreiburg.blackblogs.org.

Diverse Verlage und Zeitschriften werden Infostände aufbauen, Lesungen, Vorträge und praxisbezogene Workshops stehen an. Genauere Infos findet ihr unter Programm.

Dazu gibt es ein Kulturprogramm mit Theater und verschiedenen Bands.

Bildet euch, bildet andere, Bildet banden!
Auf zur anarchistischen Buchmesse in Freiburg!

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Solidarität mit Afrin! Aufruf zum Anarchistischen Block!

[Lest den Aufruf zur Solidemo mit Afrin der FdA.]

24.März Frankfurt a.M.

Seit dem 20.Januar 2018 dauern die Angriffe des türkischen Militärs auf Afrin, in Kooperation mit dschihadistischen Gruppierungen, an. Afrin ist eines der drei selbstverwalteten Kantone der Demokratischen Föderation Nordsyriens.

Erdogan sieht die YPG/YPJ, welche das Gebiet erfolgreich vom IS befreit und die freiheitlichste und fortschrittlichste Gesellschaftsordnung in der gesamten Region durchgesetzt hat, als Terrororganisation an. Dabei arbeitete die YPG/YPJ sowohl mit der USA, als auch mit Russland zusammen. Allerdings ließen sie die YPG/YPJ fallen, nachdem der IS besiegt war. Des Weiteren nutzt Erdogan die nationalistische Mobilisierung, um Kritik*innen des AKP-Regmies zu inhaftieren und zu unterdrücken. Auch die deutsche Bundesregierung unterstützt den Krieg der Türkei gegen Afrin. Sie tut dies, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen „Flüchtlingsdeal“ abgeschlossen hat, sowie aus wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen. Die Unterstützung erfolgt durch deutsche Waffen und Kriminalisierung von Protesten innerhalb Deutschlands. Dies geschah zum Beispiel durch Das Verbot der Fahnen von YPG/YPJ und Demonstrationsverbote.

Es zeigt sich wieder einmal, dass Herrschaftsinteressen wichtiger als Menschenleben sind. Befreiung von Unterdrückung und Freiheit aller Menschen in all ihrer Verschiedenheit kann nur erreicht werden, wenn Herrschaft und Machtverhältnisse grundlegend in Frage gestellt werden. Deshalb rufen wir als Föderation der deutschsprachigen Anarchist*innen dazu auf am 24.März nach Frankfurt a.M. zu kommen und mit uns gemeinsam einen Anarchistischen Block zu bilden.

Frankfurt am Main, Hauptwache.
Zeitpunkt: 14:00

Achtet auf Ankündigungen unter fda-ifa.org.

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Mehrere hundert Menschen fordern weiterhin „Fermons L’Arcadia!“

Mehrere hundert Antifaschist*innen gingen heute zum dritten Mal gegen das Nazizentrum L’Arcadia im französischen Strasbourg auf die Straße. Spontan schloss sich die kurdische Afrin-Kundgebung der Demonstration des Bündnisses „Fermons L’Arcadia“ (Lasst uns das Arcadia schließen) an.

Seit der letzten Demo gegen das Nazilokal am 20.01.2018, an der über 600 Menschen teilnahmen, hat sich nicht viel getan. Nachdem die Kampagne des Bündnisses „Fermons L’Arcadia“ in der Öffentlichkeit nicht mehr zu überhören war und es wie befürchtet zu mehreren faschistischen Übergriffen kam, hat der Strasbourger Stadtrat ende Januar einstimmig für die Schließung des Arcadia votiert (was aber nur möglich war, weil die Vertreter*innen des rechtsextremen Front National der Abstimmung fernblieben). Der für eine Schließung zuständige Chef der Prefecture Marx (echt jetzt…) sieht zur Zeit noch keine Handhabe für diese Maßnahme. So wurden dem Arcadia und seinen Nazis von der Bastion Social behördliche Steine in den Weg gelegt: Nach einer Begehung durch eine Sicherheitskommission bekam das Lokal drei Auflagen. In Zukunft dürfen sich nicht mehr als 19 Personen zur gleichen Zeit in den Räumlichkeiten aufhalten, es muss ein Feuermelder installiert und es muss innen eine feuerfeste Isolation angebracht werden, dass im Falle eines Feuers, dieses nicht auf die darüberligenden Wohnungen übergreifen kann. Die Nazis haben nun zwei Monate Zeit, die Auflagen zu erfüllen.
Ein Verbot der Bastion Social, das ebenfalls vom Stadtrat gefordert wurde, scheint zur Zeit keinerlei Aussicht auf Erfolg zu haben.
Direkte Aktionen wie der mintgrüne Farbanschlag auf das Arcadia lassen dagegen die Herzen vieler Antifaschist*innen höher schlagen…

Die Bastion Social hat in den letzten Wochen weiterhin ihre üblichen Aktionen durchgeführt: Das Arcadia ist von Donnerstag bis Samstag geöffnet, es wurde plakatiert, obdachlose Französ*innen wurden öffentlichkeitswirksam mit Lebensmitteln versorgt, ein obdachloser Mensch wurde zur Gemeinde begleitet, um mit ihm seine Rechte durchzusetzen, dazu gab es eine Transpiaktion vor der Behörde. Sie organisierten eine Soliveranstaltung mit den spanischen Faschist*innen von Hogar Social und einen Vortrag mit dem Nazi Xavier Eman zur Kampagne „Préférence nationale“ der Bastion Social.

Der Zustand ist also immer noch der selbe wie zum Jahreswechsel: Ein Zentrum der faschistischen Bastion Social bietet den Nazis der Region einen Ort, wo sie sich treffen und organisieren können. Mitten im migrantisch geprägten Viertel Esplanade. Grund genug weiterhin dagegen auf die Straße zu gehen. Wir können uns nicht auf behördliche Tricksereien verlassen: Der Kampf gegen den Faschismus und die Faschist*innen wird auf der Straße gewonnen. Darum gingen auch heute wieder mehrere hundert Antifaschist*innen gegen das Arcadia und gegen die Nazis von der Bastion Social auf die Straßen Strasbourgs.
Los ging’s auf dem Place de Zurich begleitet von einem enormen Bullenaufgebot. Der Grund für die unzähligen CRS-Bullen, Police National-Scherg*innen und BACs war wohl die Tatsache, dass es diesmal mitten durch die Innenstadt gehen sollte. Lautstark bewegte sich die Demo durch die Straßen der Altstadt Strasbourgs, es wurde wild Plakatiert, Sticker angebracht, Parolen gerufen und Fahnen geschwenkt. Angekommen am Place Kleber schlossen sich uns die Menschen der gerade beendeten kurdischen Afrin-Kundgebung an, was das Ganze um einiges bunter (Grün-Gelb-Rot) und lauter (sie hatten einen Lauti am Start) werden ließ.
Am Place de l’Homme de Fer gab es eine längere Zwischenkundgebung, es wurde gesungen, plakatiert und der Verkehr aufgehalten.
Im Anschluss begab sich die Demo, die im Rahmen des „Weekend Contre L’Arcadia Et Son Monde“ stattfand, zum autonomen Jugend- und Kulturzentrum Molodoi, wo es eine Küfa und Abends ein Konzert mit diversen Bands gab.
Für morgen sind im Molodoi Vorträge und Diskussionen zum Thema Antifaschismus geplant.

Einen gut recherchierten und lesenswerten Artikel zum Thema Bastion Social und CasaPound Italia findet ihr hier.

Pas de solution identitaire à la misère sociale !
Pas de local fasciste à Strasbourg comme ailleurs !
Fermons l’Arcadia!
Siamo Tutti Antifascisti!

 

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Die Faschist*innen von der Bastion Social und CasaPound Italia

Aus aktuellem Anlass verlinke ich euch hier einen lesenswerten und sehr gut recherchierten Artikel von Heiko Koch zu den faschistischen Gruppen Bastion Social und CasaPound Italia. Aktuell ist er für uns hier in der Grenzregion zu Strasbourg und dem Elsass deshalb, weil die Nazis der Bastion Social in Strasbourg seit dem Dezember 2017 ihr Lokal „L’Arcadia“* betreiben. Lest dazu und dem Widerstand dagegen hier mehr: 1, 2, 3, 4

Also, wer sich mehr Hintergrundwissen zur Bastion Social und ihrem großen Vorbild CasaPound Italia aneigenen will, sollte den Artikel Bastion Social – eine französische Bewegung à la CasaPound auf antifra.blog.rosalux.de lesen.

*witziger Funfact: L’arcadia heißt übersetzt aus dem Italienischen „inhaltsleeres Gerede“

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Veranstaltung zur Zensur von Indymedia linksunten

[Eine wichtige Veranstaltung im R12 von alarm offenburg zum Verbot meiner Lieblingswebsite linksunten.]
Im August 2017 wurde Indymedia linksunten vom Bundesinnenministerium verboten. Um das Presserecht auszuhebeln, nutzte das Innenministerium das Vereinsrecht. Kurzerhand erklärten sie einige ihnen bekannte Freiburger Autonome zu Mitgliedern eines Vereins „Indymedia linksunten” und das Autonome Zentrum KTS Freiburg zum „Vereinsheim“. Das bei den Durchsuchungen aufgefundene Geld wurde als „Vereinsvermögen“ deklariert und beschlagnahmt. Einschließlich der beschlagnahmten Technik beläuft sich der materielle Schaden auf etwa 80.000 Euro.

Eigentlich müsste anhand des Beispiels Indymedia linksunten über die
Bedeutung linksradikaler Medien diskutiert werden. Über gezielte
Verfassungsschutzhetze im Vorfeld des Verbots und über den Fallout des
G20-Gipfels in Hamburg. Über den Aufstieg der rechtsradikalen AfD und
einen deutschen Wahlkampf im Herbst 2017. Stattdessen wird der Fall als
Folge eines Verwaltungsakts des Bundesinnenministeriums vor dem
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt.

Wir berichten von den Razzien und vom juristischen Vorgehen gegen Verbot
und Zensur. Von der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten,
von Denunziation und Verrat. Außerdem werfen wir einen historischen
Blick auf die Repression gegen die Zeitschrift radikal, denn Indymedia
ist nicht das erste Beispiel von Zensur gegen linksradikale Medien in
der jüngeren Vergangenheit. Und wir wollen mit einem Rückblick auf das
Projekt linksunten über Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen
linksradikaler Medienarbeit diskutieren.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 02.03.2018 im Linken Zentrum R12 statt.
Ab 19:00Uhr gibt es vegane Vokü von der k-gruppe
Veranstaltungsbeginn ist 20:00Uhr

Eure alarmies

http://alarm.blogsport.de/

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Aufruf für ein Wochenende gegen das Arcadia und seine Welt am 3. und 4. März

Am 9. Dezember öffnete in Strasbourg das Lokal Arcadia. Dieses Lokal, im Stadtteil Esplanade gelegen (Rue Vauvan 29), wurde von einer rechtsextremen Gruppe, die sich „Bastion Social“ nennt, eröffnet. Die Gruppe gibt es in verschiedenen Städten und bezieht sich positiv auf den Faschismus.

Sie ist schon für mehrere Angriffe verantwortlich: ein rassistischer Übergriff von 20 gegen einen, für den der Buchhalter der „Bastion Social“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Desweiteren wurden zwei Personen und ein Tramführer von Leuten aus dem Arcadia angegriffen.

Eines der zur Schau getragenen Ziele der „Bastion Social“ ist die Wohlfahrt für die weißen, „französischen“ Obdachlosen, die, folgt mensch ihrer Argumentation, vom Staat im Stich gelassen wurden, damit dieser mehr Geld für Migrant*innen hat. Mit dieser Falschauslegung der sozialen Kritik, bar jeder emanzipatorischen Perspektiven, propagiert die „Bastion Social“ die alte Idee vom „Ausländer“, der dem Franzosen das Brot klaut; ein Klassiker der extremen Rechten, die sich um obdachlose Menschen nur kümmert, wenn sie die „Ausländer“ verantwortlich machen können.

In einem Klima, in dem soziale Rechte umfassend zurückgenommen werden, in dem rassistische, islamophobe und gegen Migrant*innen gerichtete Ideen überall und besonders in der institutionellen Politik an Boden gewinnen, erscheint es für uns äußerst wichtig, gegen Neofaschist*innen, die sich in einem studentischen, multikulturellen und gewachsenen Stadtteil breit machen wollen, massenhaft zu mobilisieren.

Eine große antifaschistische Mobilisierung erblickte das Licht der Welt am selben Tag, an dem die Eröffnung des Lokals bekannt gemacht wurde. Es wurden Flyer verteilt, Plakate aufgehängt, es gab Aufrufe verschiedener Menschen im Stadteil (Einwohner*innen, Händler*innen, Eltern von Schüler*innen…) und vor allem gab es zwei Demonstrationen: 300 Leute am 9. Dezember 2017, 600 am 20. Januar 2018. Nach diesen großen Mobilisierungen hat der Stadtrat von Strasbourg einstimmig für die Schließung des Arcadia und die Auflösung der „Bastion Social“ gestimmt. Nun liegt es an der Präfektur: nur sie kann die büroktatische Schließung in die Wege leiten.

Wir werden nicht nur auf diese verwaltungstechnische Entscheidung warten! Der wachsende Erfolg der Mobilisierung zeigt uns den Weg auf, dem wir folgen müssen: Weiterhin zu diesem Thema, in unseren Stadtvierteln, auf unseren Straßen aktiv sein, um dem Faschismus den Weg zu versperren. Die Erfolge, die mit den Plänen der Stadtverwaltung erzielt wurden, waren nur möglich durch die Kraft und Hartnäckigkeit derer, die sich in die Kampagne eingebracht haben. In dieser Dynamik rufen wir zu einer dritten Demonstration auf und wir hoffen, dass diese noch größer wird. Ebenfalls laden wir euch am gleichen Abend zu einem Essen und einem Konzert ins autonome Jugend- und Kulturzentrum Molodoï ein. Am folgenden Tag finden dort Vorträge und Diskussionen statt.

Die Schließung des Arcadia wird auf der Straße erkämpft!

Demo am Samstag, 03.03.2018, 14 Uhr auf dem Place de Zurich, Strasbourg

Infos (auf französisch) findet ihr hier:
bafstrasbourg.wordpress.com/fermons-larcadia-local-fasciste-a-strasbourg/
fermonslarcadia.noblogs.org
facebook.com/events/325480517961913/

Unterstützer*innen:
Alarm Offenburg
Anarchistische Initiative Ortenau

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Offenburg: 200 Menschen demonstrierten für den Erhalt und Ausbau der ortenauer Kliniken…und für eine kostenlose Gesundheitsversorgung

Am Samstag, den 24.02.2018, folgten 200 Menschen dem Aufruf des Ortenauer Gesundheitsbündnisses zur zweiten Demonstration gegen das Modell „Landrat“ und für den Erhalt und Ausbau der ortenauer Kliniken. Eine bunte Mischung aus Gewerkschafter*innen, Anhänger*innen der Partei Die Linke, Angestellten der ortenauer Kliniken und vielen Einzelpersonen zog lautstark durch die Offenburger Innenstadt.

Dass die Durchkapitalisierung aller Gesellschaftsbereiche auch vor der Gesundheitsversorgung nicht halt macht, ist in anderen Ländern schon längst eine Binsenweisheit und bitterer Alltag. So langsam wird diese Entwicklung auch in Deutschland schmerzhaft spürbar – für die Angestellten im Gesundheitssektor ebenso wie für die Patient*innen. Spätestens seit 2016 ist auch die ortenauer Kliniklandschaft betroffen: Von den neun existierenden Kliniken (Gengenbach, Lahr, Kehl, Ettenheim, Oberkirch, Achern, Offenburg (2) und Wolfach) soll nach dem Modell „Landrat“ (benannt nach Landrat Frank Scheerer) Gengenbach geschlossen und Kehl, Oberkirch und Ettenheim in sogenannte Portalkliniken umgewandelt werden. In Portalkliniken, von denen es schon etliche in Deutschland gibt, wird Patient*innen nur noch die Diagnose erstellt aber zur Behandlung werden sie dann an ein „richtiges“ Krankenhaus weiterverwiesen. Wenn mensch sich den Verlauf der Entwicklung hin zu diesen Plänen anschaut, wird schnell klar, dass es hier nicht um eine Professionalisierung oder gar Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Menschen und der Arbeitsbedingungen der Angestellten geht, sondern um Profitmaximierung, Einsparungen und Privatisierung. Der Filz von Politik und Kapital (hier namentlich z.B. Christian Keller, seit Juni 2016 Geschäftsführer von Ortenau Klinikum und 1999 Mitbegründer der CMK Krankenhausberatung GmbH, deren einziger Zweck es ist, Krankenhäuser wettbewerbsfähig zu machen…und fett Kohle abzusahnen.) ist offensichtlich aber nichts destotrotz trauriges Alltagsgeschäft im Kapitalismus. Einen guten Einblick zu den Hintergründen gibt die Broschüre des Bündnisses. Sie zeigt auch, dass mittelfristig mit noch mehr Schließungen zu rechnen ist.
Dank der Kampagne das Bündnisses kamen einige Oberbürgermeister ins Grübeln: „Vielleicht hätten wir das Modell „Landrat“ doch nicht so voreilig abnicken sollen.“ Sie zogen ihre vorbehaltslose Zustimmung zurück, dachten ein bischen nach und sprechen sich nun für den Erhalt der Klinik in ihrer Stadt aus. Sie tun dies zur Zeit noch eher auf der Schiene „mein“ Standort ist wichtiger, darum muss „meine“ Klinik erhalten werden. Doch dieses Konkurrenzdenken hat keine Zukunft: Jede Schließung wirkt sich auf alle anderen Kliniken, auf deren Angestellte und auf alle Patient*innen aus. Es kommt zu Verschlechterungen für alle.

Die Demo zog vom Bahnhof zum Rathaus. Es wurden Flugblätter und Broschüren verteilt, Sticker geklebt und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Klinik klaut!“ oder „Gesundheit! Für alle! Kostenlos!“ gerufen. Die zweite Parole zeigt sehr schön, dass die Forderungen der Demonstrierenden nicht bei den wichtigen Rufen nach dem Erhalt und Ausbau der Kliniken und anderen Reformen stehen blieb. In einigen Reden wurde die Ursache des Übels benannt: In einer kapitalistischen Gesellschaft muss halt auch die Gesundheitsversorgung dran glauben und Profite abwerfen. Darum ist es nur recht und billig, wenn das Problem an der Wurzel angepackt wird und wir auf die Überwindung des Kapitalsimus hinarbeiten. Denn nur in einer Gesellschaft, in der wir nicht nach Profit streben, sondern die Wirtschaft bedarfsorientiert organisiert ist, kann es eine bedingungs- und kostenlose Gesundheitsversorgung für alle geben.
Schön war auch, dass sich durchweg mit den direkt Betroffenen der Pläne – den Angestellten und Patient*innen – solidarisiert wurde und dass zwei Pfleger*innen in ihren Reden von ihrem Klinikalltag und ihren Kämpfen berichteten. Klar wurde auch, dass wir mit immer mehr Angriffen auf unsere Gesundheitsversorgung rechnen müssen.
Die Demo endete, wo auch sonst, auf dem Vorplatz des Ortenauer Klinikums.
Ein Sprecher des Bündnisses kündigte an, dass sie den Druck auf die Politik aufrechterhalten werden, so lange bis das Modell „Landrat“ Geschichte ist.

Das Modell „Landrat“ kippen.
Die ortenauer Kliniken erhalten und ausbauen.
Für eine bedingungs- und kostenlose Gesundheitsversorgung für alle.

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