M31: Interview mit dem Anarchistischen Netzwerk Südwest* in der Sonderausgabe der Gǎi Dào

Heute ist die Sonderausgabe der Gǎi Dào (pdf), der Zeitung des Forums deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) erschienen. Darin führte die Redaktion unter anderem ein Interview mit dem Anarchistischen Netzwerk Südwest* zum geplanten europaweiten Aktionstag gegen den Kapitalismus und den geplanten Protesten in Frankfurt am 31. März.

 “Das ist schonmal ein wichtiger Schritt”

Interview mit dem Anarchistischen Netzwerk Südwest*

In den regionalen Vorbereitungs- und Mobilisierungsbündnissen zum M31-Aktionstag in Frankfurt am Main sticht besonders das Anarchistische Netzwerk Südwest* heraus. Ist es doch das einzige Bündnis, welches unabhängig und weit vor M31 gegründet wurde. Wir sprachen mit Vertreter*innen des Netzwerks über ihr Engagement im M31-Bündnis, ihre Erwartungen und natürlich auch über das Netzwerk an sich.

Erzählt doch kurz etwas über das Anarchistische Netzwerk Südwest. Wie und wann ist es entstanden und was grenzt das “Südwest” ein?*

Das Anarchistische Netzwerk Südwest wurde im Sommer 2010 “offiziell” gegründet und ist aus einer losen Vernetzung libertärer/ anarchistischer Gruppen im “Südwesten” heraus entstanden. Das “Südwest” beschreibt grob den südwestlichen Teil des deutschsprachigen Raumes, also Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz, es bestehen aber auch enge Kontakte in die Nordschweiz und nach Ostfrankreich.

Was waren bisher eure Betätigungsfelder bzw. Aktionen als Netzwerk?

Gestartet sind wir im Frühjahr 2010 mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema Arbeit und zur Abschaffung der Lohnarbeit mit Vorträgen und Diskussionen in vielen verschiedenen Städten. Das Ganze lief damals allerdings noch nicht unter dem “Label” des
Netzwerkes, da es dieses zu diesem Zeitpunkt offiziell noch gar nicht gab.
Am 15. Oktober 2011 haben wir im Rahmen eines internationalen Aktionstages eine antikapitalistische, libertäre Demonstration unter dem Motto “Es ist keine Krise – es ist das System!” in Karlsruhe organisiert.
Als Weiterführung dieser Demo und der Krisen-Thematik findet gerade eine Veranstaltungsreihe unter dem selben Motto statt.

Wieso beteiligt ihr euch an M31? Was hat euch an diesem Konzept überzeugt?

Das Konzept von M31 hat uns aus mehreren Blickwinkeln überzeugt. Zum einen die inhaltliche Ausrichtung, also dass es wirklich um eine Kritik am kapitalistischen System als Ganzes geht. Die bisherigen Proteste, die sich inhaltlich auf die Krise bezogen haben, hatten leider immer einen gewissen Rahmen der Kritik und erschöpften sich oft in den Forderungen nach einer “Regulierung” oder “Reformation” des bisherigen Systems, nicht auf dessen Überwindung. Dennoch soll der Aktionstag nicht auf diese – zugegeben ziemlich abstrakte – Ebene beschränkt bleiben, sondern an aktuelle Kämpfe und Proteste vor Ort anknüpfen.
Beispielsweise wird die anarchosyndikalistische ZSP in Polen ihren Schwerpunkt auf Wohnungsnot und Gentrifizierung legen, weil das dort gerade akut ist. Die Demonstration in Frankfurt wird zwar zur Baustelle der europäischen Zentralbank (EZB) ziehen
und diese als politischen Akteur in der aktuellen Krise benennen und kritisieren, dennoch werden weitere Schwerpunkte gelegt, wie etwa die – durch den Bau – kommende Umstrukturierung des Frankfurter Ostends.
Auch die räumliche Nähe zur Großmarkthalle, in der zur NS-Zeit viele Deportationen von Jüd*innen und anderen Gegner*innen der Nationalsozialisten stattfanden, wird thematisiert.
Generell gefällt uns die Idee einer dauerhaften Vernetzung undogmatischer linksradikaler Gruppen und Gewerkschaften aus vielen Ländern, da ist in der Vergangenheit viel zu wenig passiert. Auf eine globale Krise muss die radikale Linke auch mit einer globalen Bewegung reagieren.

In welcher Form beteiligt ihr euch genau an der Mobilisierung und am Aktionstag selbst?

Wir organisieren die gemeinsame Anreise, also Busse und Zugtreffpunkte, aus dem “Südwesten” nach Frankfurt. Darüber hinaus wird es in vielen Städten auch Info- und Mobilisierungsveranstaltungen geben.
Für alle Infos und Termine rund um die M31-Mobilisierung aus dem “Südwesten” haben wir auch extra eine Sonderseite eingerichtet: m31.a-netz.org.

Am Aktionstag selbst beteiligen wir uns natürlich ersteinmal an der Demonstration in Frankfurt, allerdings haben wir natürlich auch die längerfristige Vernetzung im Blick.

M31 versteht sich nicht nur als einzelner Aktionstag, sondern auch als Vernetzung emanzipatorischer Kräfte in ganz Europa über den 31. März hinaus. Was erwartet ihr davon für die Zukunft?

Wie wir vorhin schon erwähnt haben, ist bei der Vernetzung progressiver Kräfte in Europa noch einiges zu tun. Obwohl fast jedes Land – natürlich in unterschiedlichem Maß – von der aktuellen Krise betroffen ist, hat sich noch keine handlungsfähige Gegenbewegung innerhalb der europäischen, radikalen Linken gebildet. Wir haben das Gefühl, dass bisher viel zu sehr im eigenen Sud gekocht wurde, also beispielsweise anarchosyndikalistische Gewerkschaften, föderalistisch-anarchistische Gruppen oder undogmatischkommunistische Bewegungen ihre jeweils eigenen Kämpfe und Aktionsfelder geführt und bearbeitet haben. M31 kann ein erster Versuch sein, die verschiedenen Akteure, Strömungen und Kämpfe zusammen zu führen. Und das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern schon weit darunter. Denn wir stellen erfreut fest, dass in manchen Ländern verschiedene progressiven Strömungen am Aktionstag teilnehmen, die sich in der Vergangenheit eher distanziert gegenüber standen. Das ist schonmal ein wichtiger Schritt.

Die Krise zeigt sich in jedem Land in anderen Auswirkungen, genauso wie sich der Protest gegen Krise und Krisenverwaltung jeweils anders darstellen und zusammensetzt. In Deutschland jedoch existieren kaum permanente und breite Proteste gegen die zunehmende Verschärfung der Krise. Wieso denkt ihr ist das so und was könnt ihr als Netzwerk tun, um diese Lethargie aufzubrechen?

Die Frage, wieso besonders in Deutschland progressive Proteste gegen die Krise auf sich warten lassen, ist ziemlich komplex und der Versuch einer ausreichenden Antwort würde den Rahmen hier wohl sprengen.
Ein, aktuell wichtiger Punkt ist zweifelsohne, dass Deutschland aufgrund seiner politischen und wirtschaftlichen Position europa- und weltweit (noch) nicht so stark von unmittelbaren Folgen der Krise betroffen ist, als bspw. Griechenland oder Spanien. Es wurden bisher keine großangelegten Sparprogramme verabschiedet, die auf einen Schlag große Teile der Bevölkerung trafen. Natürlich finden wir hier den selben sozialen Kahlschlag, also Abbau von Sozial-, Gesundheits- oder Bildungsleistungen, Entlassungen, Ausbau von prekären Arbeitsverhältnissen usw. wie in vielen anderen Ländern auch. Jedoch trifft es hier immer einzelne Berufszweige oder soziale Schichten. Das fördert die Konkurrenz untereinander und erschwert einen gemeinsamen, solidarischen Kampf.

Auch historisch gibt es mit Sicherheit einige Faktoren die hier eine Rolle spielen, bspw. der Fakt, dass Deutschland noch nie eine “Revolution von unten” erlebt hat, also das politische, soziale und wirtschaftliche Verbesserungen meist von der Regierung (bspw. die Sozialversicherung unter Bismarck) oder von außen (“Demokratie” nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs) durchgesetzt wurden.

Was können wir für 2012 vom Anarchistischen Netzwerk erwarten?

Auf M31 bezogen wollen wir – wie schon gesagt – uns auch nach dem 31. März in der Vernetzung beteiligen. Wie diese Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, werden wir nach dem Aktionstag diskutieren müssen, momentan steht dieser erstmal im Vordergrund. Auch unsere “Es ist keine Krise – es ist das System!”-Reihe, die momentan mit inhaltlichen Veranstaltungen läuft, wird mit Sicherheit in irgendeiner Form weitergehen, das planen und diskutieren wir gerade.

Daneben werden wir in den nächsten Monaten noch eine kleine Broschüre herausbringen, die sich an Personen ohne politische Vorkenntnisse richtet und gängige Klischees über den Anarchismus aufgreift und widerlegt. Da stecken wir gerade am Feinschliff und den letzten finanziellen Details. Es haben in den letzten Monaten auch erfreulich viele Gruppen Interesse am Anarchistischen Netzwerk und an der Mitarbeit in selbigem gezeigt. Das bedeutet natürlich auch einiges an interner
Arbeit und Diskussion. Abschließend können wir sagen, dass wir uns auf ein kämpferisches 2012 mit vielen, neuen Mitstreiter*innen freuen.

Was kann ich tun, wenn ich an Zusammen- bzw. Mitarbeit bei euch interessiert bin?

Das Anarchistische Netzwerk Südwest* versteht sich als offenes, aber kontinuierlich arbeitendes Netzwerk. Prinzipiell sind alle Gruppen, die unsere Ansichten und Standpunkte teilen und grob im “Südwesten” anzutreffen sind, herzlich eingeladen, mitzumachen und -arbeiten. Dazu könnt ihr einfach Kontakt zu einer der nächstgelegenen Gruppen aufnehmen. Wo ihr diese findet, könnt ihr am besten auf unserer Website unter a-netz.org nachsehen.

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bücher lesen: linux und co

freie software – ideen für eine andere gesellschaft

stefan meretz, autor, informatiker und betreiber verschiedener internetseiten, hat dieses kleine aber sehr feine büchlein schon im jahre 2000 geschrieben. heute, 12 jahre später, hat es nichts an aktualität verloren: die freie-software-bewegung ist dank des internets lebendiger als je zuvor.

meretz packt in die gerade mal 77 seiten ein geballte ladung an informationen, analysen und interessanten ausblicken.

im ersten teil behandelt er die geschichte der freien software, macht einen ausflug in zeiten, in denen software grundsätzlich quelloffen war und zeigt die entwicklung hin zu proprietärer software im alles durchdringenden kapitalismus, woraus schließlich die zarte pflanze der bewusst freien software keimen konnte und musste.

der zweite teil ist überschrieben mit „freie software ist wertlos – und das ist gut so!“. hier betrachet der autor in einer verständlichen und lebendigen sprache das widersprüchliche verhältnis von freier software und dem alles verwerten müssenden kapitalismus (meretz nennt den k. eine kybernetische, also eine sich selbst steuernde maschine): gerade weil freie software wertlos (nicht nutzlos) ist, entzieht sie sich dem marktwirtschaftlichen zugriff. hier war die erfindung der gpl-lizenzen eine maßgebliche, historische tat.

im dritten teil erläutert meretz die geschichte der produktivkraftentwicklung und versucht einen blick in deren zukunft. er lässt marx, kurz und andere zu wort kommen, skizziert die entwicklung der gesellschaft von der sklavenhalterischen über die feudalistische hin zur kapitalistischen, die sich in einer historischen ära befindet. wir haben uns die möglichkeit geschaffen, den kapitalismus hinter uns zu lassen und eine weltweit selbstorganisierte gesellschaft, von sich selbstentfaltenden individuen zu bilden. jenseits der verwertung von allem. meretz erschafft das bild einer globalen, sich selbst planenden gesellschaft, die ohne manager_innen, zentralkommitee und fünfjahresplan auskommt und auf dezentralen, auf der selbstentfaltung der menschen basierenden strukturen ruht. er beschreibt hier nichts anderes als eine herrschaftsfreie, solidarische und kooperative gesellschaft. im allgemeinen würde ich das als anarchie bezeichnen.

der letzte teil trägt den titel „freie software für freie menschen in einer freien gesellschaft“. meretz zeigt, dass in der bewegung der freien software viele der eigenschaften der oben skizzierten freien gesellschaft schon vorweggenommen werden: selbstentfaltung und entfaltung der anderen gehen hand in hand. es gibt keine zentrale planung und kein verwertungsinteresse, sondern nur ein nützlichkeitsinteresse.

er plädiert dafür, freie software als das was sie in ihrem kern ist, zu benennen: antikapitalistisch. gleichzeitig zeigt er nüchtern die schwierigkeiten auf, sich in einer kapitalistischen gesellschaft nischen jenseits der verwertung zu schaffen und zu erhalten. es ist kein zufall, das dies besonders gut im bereich der software möglich war und ist.

für meretz ist der kapitalismus nichts dämonisches, sondern ein verstehbarer mechanismus. und wir können aufgrund unserer erkenntnisse über ihn entsprechend handeln. verbinden wir das mit freier sofware, hat sie „eine chance“ und ist ein „lebendiges beispiel für keimformen einer neuen gesellschaft.“

ein lesenswertes buch, das gnu/linux auf die politische bühne hebt: da gehört es hin. als anarchist und gnu/linux-nutzer finde ich es erstrebenswert, wichtig und essentiell, dass wir im bewusstsein aller widersprüche, schon im hier und jetzt alle möglichkeiten und nischen nutzen, um auf eine freie gesellschaft hinzuarbeiten. sei es auf demos, in freiräumen, selbstverwalteten betrieben, kollektiven, diskussionen oder eben indem wir freie software nutzen, weiterverbreiten oder sogar programmieren. all das sind die „keimformen“ von denen meretz schreibt.

linux und co, freie software – ideen für eine andere gesellschaft
autor: stefan meretz
verlag: ak spak bücher
isbn: 3-930830-16-7
neupreis: 6,50 €

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tortuga gibt nicht auf

luciano, genannt tortuga (span. für schildkröte) verletzte sich bei einem missglückten bombenanschlag auf eine bank in santiago de chile im sommer 2011 schwer (1, 2).

in den vergangenen neun monaten machte seine genesung den umständen entsprechend große fortschritte und seine psyche scheint stärker zu sein, als je zuvor.

so schrieb er am neujahrstag aus dem knast: „ … weil solange ich am leben bin, werde ich weiter kämpfen. es spielt für mich keine rolle, ob ich einige finger, eine hand, mein gehör oder meine fähigkeit zu sehen verloren habe: ich werde um jeden preis weitermachen. das sollten meine feinde genauso wissen wie meine genoss_innen.“ der brief ist deutlich formuliert und voller energie: luciano schreibt über seine tochter, den knast, er bedankt sich ausführlich für die weltweiten solidaritätsaktionen, beschreibt sein hin- und hergerissensein zwischen schweigen den behörden gegenüber und seinem wunsch, den genoss_innen über sich, die aktion und vieles andere zu berichten. am ende wendet er sich direkt an die person, die ihn in jener tragischen nacht begleitet hatte: „ … und ich werde dir niemals für irgendetwas einen vorwurf machen, denn in dieser nacht war ich an der reihe, so wie du in vergangenen zeiten an der reihe warst: falls etwas schief läuft, flieht die zweite person. das war unsere abmachung und so musste es sein. auch wenn du dich viele male wie ein_e verräter_in gefühlt haben magst: das bist du nicht, …“

dieser kämpferische und einfühlsame text war dann auch der grund für die staatsanwaltschaft mitte februar den gelockerten vollzug für luciano wieder aufzuheben: er befand sich in der wohnung seiner mutter unter hausarrest. nach der veröffentlichung des textes wurde der hausarrest widerrufen und luciano musste zurück ins gefängnis. auch seine doppelte staatsangehörigkeit, er hat den chilenischen und italienischen pass, musste als begründung herhalten: es bestehe angesichts seiner guten gesundheitlichen fortschritte fluchtgefahr.

nun ließ die staatsanwaltschaft verlauten, dass sie insgesamt 15 jahre haft für totuga fordert: 12 jahre für das legen der bombe im rahmen des anti-terrorgesetzes und 3 jahre für das verwenden von gefälschten/gestohlenen nummernschildern am motorrad, das für die aktion als fahrzeug genutzt wurde.

morgen, am 20. märz 2012, beginnt der prozess gegen tortuga.

alles gute für dich!

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17. märz m31 mobi-veranstaltung in offenburg

Alarm e.V. lädt ein:

17. märz mobi-veranstaltung zum antikapitalistischen aktionstag am 31. märz in frankfurt am main

Offenburg fährt nach Frankfurt

Am 31. März 2012 findet in Frankfurt am Main der Aktionstag gegen Kapitalismus statt. Wie in vielen anderen Städten Europas kommen Menschen zusammen, die es satt haben, dass über ihre Leben von wenigen Mächtigen bestimmt wird, dass der Kapitalismus weiterhin als einzige Möglichkeit angeprießen wird, dass um das goldene Kalb des Wachstums getanzt wird.

Der Aktionstag will ein Zeichen der Solidarität mit den kämpfenden Menschen in Griechenland setzen und soll ein Startpunkt sein für eine engere Zusammenarbeit und Vernetzung der antikapitalistischen und
antiautoritären Bewegung.

Der Bus aus Freiburg macht einen Zwischenstopp in Offenurg. Tickets könnt ihr bei uns für 18 € oder 20 € (Solipreis) kaufen.

Die beste Gelegenheit dafür ist Samstag, der 17. März. Ab 19 Uhr findet an diesem Abend im Alarmraum eine Infoveranstaltung zum 31. März statt. Hier erfahrt ihr mehr über die Hintergründe und den geplanten Ablauf des Aktionstages.

Kommt zur Info-Veranstaltung!
Fahrt mit nach Frankfurt!
Kapitalismus in die Tonne kloppen!

[hier könnt ihr einen mobi-jingle zu m31 anhören.]

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on the air…

das freie radio tübingen hat am 13. märz ein interview mit einem genossen von [lb]² ausgestrahlt. thema war die krisen-kampagne und mobilisierung nach frankfurt am main zu m31 des anarchistischen netzwerks südwest*.

das interview könnt ihr auf freie-radios.net oder direkt hier anhören.

 

 

 

 

 

 

 

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southwest will march to frankfurt…

immer mehr gruppen und bündnisse organisieren sich und mobilisieren zum antikapitalistischen aktionstag am 31. märz in frankfurt am main und in vielen anderen europäischen ländern.

das anarchistische netzwerk südwest* hat eine sonderseite zum großen tag der antiautoritären bewegungen eingerichtet. hier findet ihr z.b. infos zu bussen und zugtreffpunkten.

we all march against capitalism.

 

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Aufruf: Anarchistisches Netzwerk Südwest* goes M31

Das An­ar­chis­ti­sche Netz­werk Süd­west* un­ter­stützt mit fol­gendem Aufruf die Mo­bi­li­sie­rungen zum eu­ro­pa­weiten Ak­ti­onstag gegen den Ka­pi­ta­lismus am 31. März 2012. An diesem Tag wird es in zahl­rei­chen Städten Eu­ropas Ak­tionen geben. Das M31-Bündnis wird von an­ti­au­to­ri­tären, an­ar­chis­ti­schen und ba­sis­de­mo­kra­ti­schen Grup- pen ge­tragen. In der BRD soll es am 31. März einen zen­tralen Ak­ti­onstag in Frank­furt am Main geben.

Der Ka­pi­ta­lismus ist keine bloße Floskel, ist nicht nur ein leerer Kampf­be­griff an­ar­chis­ti­scher und linker Or­ga­ni­sa­tionen. Er be­droht die Mensch­heit und die Natur, zer­stört täg­lich Men­schen­leben und die Le­bens­grund­lagen auf diesem Pla­neten. Wenn wir dieses System nicht zu Fall bringen, dann wird es uns zu Fall bringen. Im schlimmsten Falle wird es uns das Leben nehmen, wenn es seinem Über­leben dient. Der Ka­pi­ta­lismus zwingt die Men­schen dazu, immer auf der Suche nach neuen Ver­wer­tungs- und Aus­beu­tungs­mög­lich­keiten zu sein, ob auf re­gio­naler, na­tio­naler oder glo­baler Ebene. Alle sind davon be­troffen: auch wir, die ihn ver­su­chen zu be­kämpfen, re­pro­du­zieren ihn als Hand­lungs­me­cha­nismus. Der Staat und seine In­sti­tu­tionen über­nehmen dabei die Auf­gabe, die ka­pi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse mit allen not­wen­digen Mit­teln auf­recht­zu­er­halten.

Im Jahr 2011 er­lebte dieser Planet eine Welle des Wi­der­stands gegen die Uner­träg­lich­keiten dieses Sys­tems. Ob als re­vo­lu­tio­näre Be­we­gungen in Ägypten und Tu­ne­sien, ob als Oc­cupy-Be­we­gung in New York oder in Oa­k­land, ob als Ge­ne­ral­streiks und Mas­sen­de­mons­tra­tionen in Grie­chen­land und Spa­nien. Viele Men­schen und Gruppen, die aktiv in diesen Kämpfen waren und sind, haben ein ge­mein­sames Ziel: die Über­win­dung der herr­schenden Ver­hält­nisse und des po­li­ti­schen und öko­no­mi­schen Sys­tems. Überall wächst die Be­reit­schaft und der Mut der Men­schen, ihre Be­lange end­lich selbst in die Hand zu nehmen. Selbst­or­ga­ni­sa­tion, Ba­sis­de­mo­kratie und Krea­ti­vität schaffen Räume, in denen ver­sucht wird sich den ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nissen zu ent­ziehen. So werden diese Ver­hält­nisse zu­neh­mend in Frage ge­stellt. Das System be­kommt Risse in seiner Fassade und diese werden von Wi­der­stand zu Wi­der­stand immer größer.

Um den Ka­pi­ta­lismus zu über­winden, um Ver­hält­nisse zu ver­wirk­li­chen, in denen das Leben der Mensch­heit im Mit­tel­punkt steht, in dem jeder Mensch ein schönes Leben leben kann, müssen wir noch tiefere Risse im System schaffen, müssen wir das System und seine Herr­schaftss­truk­turen end­gültig ab­reißen und die Res­sourcen dieses Pla­neten end­lich sinn­voll, ge­meinsam und so­li­da­risch nutzen. Dies kann nur ge­schehen, wenn wir uns über Län­der­grenzen und na­tio­nale Stand­ort­lo­giken hinweg or­ga­ni­sieren, aus­tau­schen und ge­meinsam Ak­ti­ons­formen ent­wi­ckeln, die die Über­win­dung der herr­schenden Ver­hält­nisse zum Ziel haben.

Daher schließen wir uns als An­ar­chis­ti­sches Netz­werk Süd­west* dem Aufruf des eu­ro­pa­weiten Bünd­nisses „march 31“ an und rufen alle dazu auf, sich an der zen­tralen De­mons­tra­tion und den Ak­tionen in Frank­furt am Main zu be­tei­ligen. Zu diesem Zwecke werden wir Fahr­ge­mein­schaften und Busse or­ga­ni­sieren.

Ursprüngliche Quelle:  http://a-netz.org/aufrufe/a-netz-unterstuetzt-die-mobilisierungen-zum-31-maerz 
Mehr zum Ak­ti­onstag am 31. März auf mar­ch31.net

Un­ter­stützer*innen aus  dem A-Netz

Hier gibt es noch einen Kopierflyer zum downloaden und ausdrucken.

Kopierflyer

Kopierflyer


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non au f’haine! demo gegen den front national in strasbourg

300 menschen demonstrierten am gestrigen sonntag in der strasbourger innenstadt gegen marine le pen und den front national.

in frankreich ist wahlkampf. am 22. april 2012 dürfen die französischen schäfchen ihren hirten selber wählen.

kärchermeister und amtierender präsident sarkozy bekommt unterstützung von kanzlerin merkel, spd-gabriel greift dem „sozialisten“ hollande unter die arme.

auch die extreme rechte ist auf tour durch die grande nation. marine le pen, tochter des parteigründers jean-marie le pen, machte gestern mit ihrem gefolge vom front national station im palais de la musique et des congres in strasbourg. letzten umfragen zufolge bekäme sie 18 prozent der stimmen im ersten wahlgang.

ein breites linkes bündnis, von parteien, gewerkschaften über menschenrechtsgruppen bis hin zu alternative libertaire, rief zu einer gegendemonstration auf.

bei eisigen temperaturen kamen ca. 300 menschen am place kleber zusammen und zogen durch die sonntägliche innenstadt. mit fahnen, transparenten, musik, flyern und unter dem motto „non au f’haine!“¹ zeigten sie ihre deutliche ablehnung der rassistischen fn-politik. anders als im märz 1997² verlief die demo bis zur abschlusskundgebung am place de la republique ruhig und ohne nennenswerte zwischenfälle. die kaum sichtbare polizei regelte den verkehr und sperrte einige straßen, die zum kongressgebäude führten, ab.

¹ „non au f’haine!“: wortspiel „nein zum fn!“, wobei das „haine“ wie ein „n“ gesprochen wird aber auch „hass“ bedeutet.
² nachdem im februar 1997 der fn bei den kommunalwahlen eine absolute mehrheit errang, demonstrierten über 50 000 menschen in strasbourg gegen rassismus und faschismus. es kam zu schweren auseinandersetzungen mit der polizei.

[mehr fotos findet ihr in der indymedialinksunten-version des artikels.]

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Ein Garten für alle: „Bread Homes Sharing Garden“ auf den Philippinen

Das gemeinsame Anbauen von Lebensmitteln, das Community Gardening, ist weltweit groß im Kommen. Die Beweggründe der einzelnen Gruppen und Menschen sind vielschichtig. Auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, entsteht seit einigen Monaten der Bread Homes Sharing Garden (BHSG) in der Millionenstadt Davao City. Einer der Initiator_innen, Kinabuhi (im lokalen Dialekt bedeutet dieser Name „Leben“), berichtet in diesem Interview nicht nur über das Projekt.

Hallo Kinabuhi, erzähl doch mal was über Dich. Wie kamst Du zu Sharing Garden?

Ich bin ein Aktivist, der sich mit vielen Themen beschäftigt, die sich auf mich und andere Menschen auswirken, wie die Zerstörung der Umwelt, Kriege, kommerzielle Religion, Landaneignung, Unterdrückung, Rassismus und Sexismus in vielen verschiedenen Formen, die Macht der Massenmedien, medizinische Bevormundung und Monopolstellung der Pharmaindustrie, Pestizide, Genmanipulation und natürlich Gesundheits- und Ernährungspolitik. Ich erfuhr viel darüber, wie unsere Lebensmittel mit giftigen Substanzen, die unsere lebenswichtigen Organe schädigen und viele Krankheiten wie Krebs verursachen können, angebaut und produziert werden (Ganz zu schweigen davon, wie abhängig die Lebensmittelproduktion von Pestiziden, fossilen Brennstoffen und der kapitalistischen Wirtschaftsweise ist.). So entschied ich mich, meine eigenen kleinen Aktionen dazu zu machen. Ich wurde Vegetarier, machte Aktionen gegen Fast Food, Bananenplantagen und das Versprühen von Pestiziden mittels Flugzeugen. Aber nach sieben Jahren änderte ich meine Ansichten über Ernährung und entschied mich wieder Fisch zu essen. Ich war immer noch nicht zufrieden damit, nur ein Konsument zu sein, der Lebensmittel kauft, ohne die Möglichkeit zu haben, sie selbst herzustellen. Neben den Lebensmitteln war ich auch über die Monopole in der Medizin besorgt und wie die Pharmaindustrie ihren synthetischen Medikamenten (wie z.B. Impfstoffen) schädliche Chemikalien und Schwermetalle zusetzt. Das ist der Grund warum viele Menschen, die sie nehmen, noch kranker werden und dann sterben, während zur gleichen Zeit geldgierige Mainstream-Ärzte von dieser Situation profitieren. Und zuletzt fühlte ich mich auch gestört durch internationale Handelsverordnungen wie den Codex Alimentarius*, die unsere Freiheit bedrohen, biologische Lebensmittel anzubauen und uns mit Naturheilmitteln zu behandeln. Darum habe ich zusammen mit einigen meiner Freund_innen beschlossen, die Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen und mit dem Projekt zu beginnen.

Auf den Fotos auf eurem Blog sind fast nur Kinder zu sehen. Ist das Zufall? Wieviele Menschen seid ihr insgesamt?

Nun, ich kann sagen, dass das kein Zufall ist, da die meisten unserer erwachsenen Freund_innen und Nachbar_innen, die daran interessiert sind mitzumachen, noch nicht mit an Bord sind. Im Moment sind wir nur fünf Erwachsene (Die Kinder haben auch bei einigen kleinen Aufgaben mitgeholfen.). Einer der Gründe dafür ist, dass wir noch nicht genug Werkzeuge für viele Helfer_innen haben. Derzeit bearbeiten, kultivieren und mulchen wir den Boden, aber wir haben nur drei nutzbare Werkzeuge. Wir brauchen unbedingt den Zaun, um Tiere davon abzuhalten, reinzukommen und die Pflanzen zu fressen oder zu zerstören. Wenn wir den Schutzzaun und den Wasserschlauch haben, können wir auch mit dem Pflanzen anfangen.

Wann hattest Du und Deine Freund_innen die Idee zu dem Projekt und wie lange dauerte es, sie in die Tat umzusetzen?

Mein Interesse auf einem Biohof zu arbeiten erwachte vor fünf Jahren, aber ich hatte nie den Mut es in die Tat umzusetzen und ich fand auch nicht die richtigen Leute dafür. Dann war ich mit vielen Dingen beschäftigt, die wichtig sind für mein weiteres politisches Engagement, meine Kunst und meine Lohnarbeit. Dazu kommt, dass Community Gardening hier nicht wirklich populär ist. Darum wissen nur sehr wenig Menschen darüber Bescheid. Im August letzten Jahres beeindrucktenuns die wachsenden Anstrengungen in der Welt, die Nahrungsmittel- und Energiekrise zu lösen. Der Codex Alimentarius*, die skrupellosen genetischen Experimente und Monopole der multinationalen Nahrungsmittelkonzerne wie Monsanto begannen uns immer mehr zu beschäftigen. So begannen wir mehr über Bio-Anbau und Community Gardening nachzuforschen und entschieden uns, unsere eigene Gartengruppe zu gründen. Es gibt viel Kraft, das zu tun. Dadurch begannen wir auch uns für andere natürliche Methoden wie Permakultur und biologisch-dynamische Landwirtschaft zu interessieren. Wir wollen versuchen, wenn wir die Chance dazu haben, diese Modelle in der Zukunft auszuprobieren.

In welcher Stadt auf den Philippinen befindet sich Euer Garten? Ist es Euer eigenes Stück Land?

Das momentane (oder zukünftige) Gartengelände liegt in Panorama, Buhangin, Davao City auf der zweitgrößten Insel der Philippinen, Mindanao. Es ist nur von den Nachbar_innen für die Zeit geliehen, in der sie es selbst nicht benutzen. Der Verwalter sagte, dass wir es vielleicht für drei bis fünf Jahre nutzen dürfen, was gut ist! Aber wenn sie es brauchen, werden wir es ihnen jederzeit zurückgeben. Wir versuchen zur Zeit ein zusätzliches Gelände zu finden, dessen Besitzer_in daran interessiert ist, einen Sharing Garden zu gründen und ihn mit anderen Menschen zu teilen. Wir wollen diese Idee so weit wie möglich streuen, so dass es hier in der Zukunft viele Biogärten und aktive Gärtner_innen geben wird! Wir hoffen, dass dieses Projekt viele Gemeinwesen beeinflussen wird, so dass viele Menschen daran arbeiten werden, unsere Freiheit zu schützen, biologische Nahrungsmittel anzubauen und zu essen und Naturmedizin nutzen zu können. Das ist Selbstbestimmung und das ist auch die Essenz von Gemeinschaft für mich.

Warum habt ihr die Gartengruppe gegründet?

Wie ich vorher schon gesagt habe, begannen wir das Projekt, weil wir versuchen wollen, unsere Freiheit zurückzuerlangen, unsere eigenen Lebensmittel speziell auf biologische und ökologisch nachhaltige Art und Weise anzubauen und herzustellen, und auch um den Menschen zu zeigen, dass es viele wunderbare Alternativen zu und Lösungen für die so genannte Lebensmittel- und Energiekrise gibt. Wir versuchen ihnen zu sagen, dass wir es zusammen tun können, dass das Wichtigste ihr politisches Bewusstseinund ihre Teilhabe an allen Ebenen der Entscheidungsfindung in ihrem Gemeinwesen ist. Nicht nur ein selbstvergessenes Opfer zu sein, das abhängig vom System ist und nach mehr bedeutungslosen Belohnungen zu seinem micktigen Lohn bettelt. Wir wollen als Beispiel fungieren, das sich langsam von der uns entmenschlichenden Wirtschaftsmaschinerie ablöst. In kleinen Schritten und nach unseren Möglichkeiten. Darum ist für uns die sinnvollste Antwort auf diese Herausforderung das Anbauen unserer eigenen Nahrungsmittel und diese mit den Bedürftigen, die dann vielleicht im Gegenzug an Bord kommen, zu teilen,. Wir haben uns daran gestört, wie unsere Leben zerstört werden von Leuten, die Gift sind für unsere Psyche, wie diese Leute in alle Bereiche unseres Lebens, unserer Gesundheit und unseres Wohlergehens eingedrungen sind. Ein Beispiel sind die allgegenwärtigen, giftigen Chemikalien, die den meisten verarbeiteten Lebensmitteln und den Medikamenten, die überall im Supermarkt erhältlich sind, zugesetzt sind. Dieser kranken Realität sind sich die meisten Menschen nicht bewusst. Wir entschlossen uns zu diesem Projekt, weil wir damit konfrontiert wurden, wie genmanipulierte und künstliche Lebensmittel den Markt dominieren und wie die Mehrheit das unglaublicherweise in den Fast Food-Ketten und sogar in ihren eigenen Küchen hinnimmt. Und zuguterletzt weil wir besorgt sind, wie die medizinische Tyrannei, z.B. die der Krebsindustrie*, immer effizienter darin wird, die Zukunft der Medizin und des Wohlergehens der Menschen im Allgemeinen, zu lenken.

Was für Ziele verfolgt ihr mit BHSG?

Das Ziel von BHSG ist zuerst, Selbstversorgung und Unabhängigkeit von der kapitalistischen Lebensmittelindustrie durch die Bildung einer lokalen Gemeinwesenswirtschaft des Teilens und des Lebensmittelanbaus zu schaffen. Ein anderes ist es, Erkenntnisse über Gesundheit und geeignete Alternativen zu den aktuellen Modellen der Lebensmittelproduktion, die stark von fossilen Brennstoffen und agrochemischen Giften abhängig ist, zur Verfügung zu stellen. Wir müssen diesen Zustand so schnell wie möglich beenden, da er die Umwelt, die Luft, das Wasser und natürlich die Menschen vergiftet. Was da passiert, ist unglaublich tragisch und entmutigend. Das dritte Ziel ist, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, wo wir selbst und andere verschiedene Methoden und Anwendungsmöglichkeiten des biologischen Anbaus lernen können. So können wir unser Wissen mit anderen Menschen und Gruppen teilen, die einen Sharing Garden gründen wollen. Aber natürlich sind die dringendsten Ziele die Bereitstellung von Werkzeugen und von aktiver Mitwirkung (und auch Inspiration!) für die, die in ihrem Hinterhof oder wo auch immer biologischen Anbau praktizieren wollen. Wir werden in dieser Stadt ein Netzwerk von Gardening Communities gründen, die biologisch anbauen, und gleichzeitig werden wir den Wert des Teilens unter die Leute bringen!

Wie arbeitet ihr? Gibt es einen Obergärtner? Seid ihr alle Laien?

Bis jetzt hat niemand von uns ernsthafte Erfahrungen mit Lebensmittelanbau. Aber wir haben alle zuvor schon versucht etwas anzubauen und ich persönlich glaube, dass es nicht so schwer zu erlernen ist. Es ist eine Herausforderung herauszufinden, wie wir uns wieder mit der Natur verbinden und wie wir einen respektvollen Umgang mit ihr finden können. Wir müssen mit Umsicht dem Land und der Natur selbst zuhören. Dann werden wir ihre Schönheit und ihren Reichtum genießen können. Zusätzlich versuchen wir Hierarchie und Autoritarismus in der Organisierung sichtbar zu machen. Darum vermeiden wir meistens zentralistische Ansätze der Entscheidungsfindung. Was die aktuelle Arbeit angeht, versuchen wir die jungen Mitglieder in allen ihren angestrebten Handlungen zu respektieren, solange sich diese nicht negativ auf das Projekt auswirken oder andere Helfer_innen betreffen. Z. B. lassen wir sie selbst entscheiden, welche Arbeit oder welche Aufgabe sie übernehmen wollen. Während der Arbeit steht es ihnen frei zu spielen und es einfach nur zu genießen mit anderen Menschen zusammen zu sein. Also geht es nicht nur darum, ein Ziel zu erreichen, sondern auch zu versuchen, sich der wertvollen Erfahrungen, die das Projekt mit sich bringen wird, bewusst zu werden und die anderen Mitwirkenden in diesem Prozess zu unterstützen.

Seid Ihr mit anderen Projekten auf den Philippinen oder weltweit vernetzt? Ihr bezieht Euch auf das Sharing Garden Project von Llyn Peabody und Chris Burns in Oregon, USA. Wie kam es zu dem Kontakt?

Irgendwie ja! Eigentlich übernahmen wir die Idee des „Sharing Garden“ von ihnen. Wir lasen im Internet das Interview mit ihnen über ihr wunderbares Projekt in Oregon, und es war wirklich inspirierend für uns, zu sehen, wie motivierend es für das Gemeinwesen ist. Wir glauben, dass es wirklich wichtig ist, die biologische Landwirtschaft als eine Lösung der Probleme Hunger, Unterernährung und Saatgut-Monopole zu etablieren. Danach besuchten wir ihre Internetseite und versuchten über E-Mail in Kontakt mit ihnen zu kommen und ihnen einige Fragen zu unserem Plan, ein Community Gardening Projekt zu starten, zu stellen. Sie antworteten mit einigen ermutigenden Worten und der guten Nachricht, dass sie uns biologisches Saatgut spenden wollen. Das war der Beginn unseres Briefwechsels.

Wie wichtig ist das biologische Landwirtschaften für Euch? Gibt es eine nennenswerte Bio-Szene auf den Philippinen? Könnt Ihr da auf Erfahrungen von anderen zurückgreifen?

Biologischer Anbau ist sehr wichtig, weil wir uns nur so wieder mit der Natur und dem Leben in Bezug auf Lebensmittel und unser Überleben verbinden können. Und es ist der einzige Weg, das Land und die von ihm abhängigen Lebewesen, zu denen auch wir Menschen gehören, zu heilen. Wenn die Menschen nicht aufhören mit den derzeitigen Öl und giftige Chemikalien verbrauchenden Methoden der Landwirtschaft, die von verschiedenendavon profitierenden Konzernen und Regierungsinstitutionen eingeführt wurden, wird die Zukunft für die kommenden Generationen ziemlich düster sein. Ich habe gesehen, wie Pestizide und andere Chemikalien den Boden trocken und leblos zurücklassen. Viele Menschen wissen, dass die pestizidproduzierende Industrie viele Gegenden der Erde zerstört hat. In Indien begehen noch heute viele Bäuer_innen Selbstmord, weil sie sich angesichts der Tragödie, die ihnen diese Art der Landwirtschaft gebracht hat, völlig hilflos fühlen. Die Natur und der Boden brauchen so lange Zeit, um zu dem zu werden was sie sind, aber sie sind schnell zerstört. Wir müssen auf den Weg des biologischen Anbaus zurückkehren, zu unserem natürlichen, nicht künstlichen Leben. Ich kenne nur sehr wenige Nichtregierungsorganisationen und Bäuer_innen, die Methoden des biologischen Landbaus für sich selbst und für ihr Einkommen nutzen. Einige von ihnen sind hier in dieser Stadt und arbeiten zu verschiedenen Themen, oder helfen Bäuer_innen im Rahmen einer Kampagne, faire Preise für ihre Produkte zu bekommen und bekannter zu werden. Einige von uns machen bei dieser Kampagne mit, weil sie den Fokus auf Landrechte, Lebensmittelsicherheit, ökologische Nachhaltigkeit usw. richtet. Bei manchen Themen helfen wir uns gegenseitig, aber noch nie in Bezug auf die Gründung eines Community Garden Projektes. Vielleicht ist dies der Anfang. Ich denke, wenn die Finanzierung für das Projekt steht, werden wir mit Hilfe der Gruppen in dieser Kampagne ein Programm von Workshops und Trainings erstellen. Es wäre auch hilfreich, verschiedene biologische Bauernhöfe hier auf den Philippinen zu besuchen und dort zu arbeiten, um viele wichtige Dinge von ihnen zu lernen oder eine Verbindung zu der Kampagne herzustellen. Tatsächlich sind viele Gruppen in diese Kampagne involviert, wie z.B. „Go organic! Philippines“. Ich fand im Internet viele zertifizierte Öko-Bauernhöfe und Verkaufsstellen, aber ich bin mir nicht wirklich sicher, wie groß die Szene hier ist. Ich weiß, dass die philippinische Regierung auf den Öko-Zug aufgesprungen ist und versprochen hat, Programme zu schaffen, die Bäuer_innen darin unterstützen, biologische Landwirtschaft zu betreiben. Aber tatsächlich tut sie nur so. Für die Düngemittelindustrie bedeutet dies, dass sie so weitermachen kann wie bisher. Sie benutzt vielleicht genmanipulierte und pestizidverseuchte Stoffe, um ihre überteuerten sogenannten biologischen Dünger herzustellen.

Der Garten ist für Euch mehr als nur ein Ort, an dem Ihr Essen anbaut. Welches Potenzial seht Ihr in ihm und welche Hoffnungen verbindet ihr mit ihm?

Ja, die Gartenarbeit ist für uns nicht nur das Anpflanzen und Ernten von frischen Lebensmitteln. Sie ist für uns natürlich auch die Möglichkeit, neue Menschen und verschiedene Aspekte des Lebens kennenzulernen. Wir wissen alle, dass die Menschen ohne Land nicht leben können. Ist das Land zerstört oder tot, können wir keine gesunden Lebensmittel produzieren und nicht überleben. In unserem Projekt lernen wir die Verantwortung für den Boden zu tragen und das Land und die Natur zu respektieren. Es geht auch darum, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen treffen und sich über die wundervollen Dinge des Lebens austauschen. Und bei BHSG geht es darum, zu lernen, sich von den Fesseln der kapitalistischen Landwirtschaft zu lösen. Abgesehen davon sehen wir das Projekt als eine Möglichkeit, mit den beteiligten Menschen über Persönliches bis hin zu sozialen und politischen Fragen zu diskutieren. Während sich das Projekt entwickelt, werden wir viele verschiedene Aspekte in Bezug auf Gesundheit, Umwelt, Geschlecht, Rassismus und vieles mehr kennenlernen. Wir werden regelmäßig Workshops und Diskussionen durchführen um unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter zu entwickeln. Um es nochmal deutlich zu sagen: Wir bauen nicht nur Lebensmittel an, sondern uns sind viele andere Fragen ebenso wichtig. Uns geht es bei unserem Projekt darum, ein gesundes Gemeinwesen zu entwickeln. Das ist die größte Hoffnung, die in diesen Tagen unser Herz am lautesten jubeln lässt.

Wie seht Ihr die weitere Entwicklung Eures Projektes?

Im Moment denke ich, wie es der Grundstücksverwalter schon sagte, dass wir das Gelände für drei bis fünf Jahre nutzen dürfen. Es wäre gut, wenn es so lange klappen würde, aber wir werden unsere Vision, viele solche Plätze schaffen zu helfen, nicht vergessen. In der Zukunft wird der Sharing Garden allgegenwärtig sein und dabei helfen, die Verbindungen zwischen den Gemeinwesen zu stärken.

Die Philippinen waren Kolonie von Spanien und später auch der USA. Einige Jahre waren sie von Japan besetzt. Heute ist die Politik auf den Philippinen eng mit der der USA und anderer westlicher Länder verbunden, was sich natürlich auch auf die Wirtschaft auswirkt. Kannst Du etwas zu den Auswirkungen dieser Verflechtungen berichten?

Bis heute durchdringen diese Überbleibsel der Kolonialzeit jeden Aspekt des Lebens auf den Philippinen. Du kannst immer noch die Einflüsse dieser Länder auf die Politik und die Kultur sehen. Wirtschaftlich gesehen kämpfen die einfachen Leute jeden Tag darum, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Sie müssen ihre Zeit verkaufen, nur um leben zu können und sich selbst und ihre Familien am Leben zu erhalten. Und sie sind ständig im Einsatz für ihren Job. Manche Menschen müssen im Ausland arbeiten, um einen höheren Lohn zu erhalten. Andere lassen sich auf illegale Machenschaften ein, nur um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Von der Regierung gibt es nur sehr wenig Alternativen. Und da viele reiche Menschen viel brachliegendes Land besitzen, ist es für die meisten Leute nicht leicht, ein Projekt ins Leben zu rufen, das Nachhaltigkeit oder ein einfaches naturverbundenes Leben sichert. Traurigerweise zerstörten verschiedene von der kapitalistischen Regierung und sogar von den kommunistischen Parteien unterstützten Programme und Geschäfte nicht nur das Land, sondern auch die Zukunftshoffnungen der jungen Generation.

Was können wir Menschen hier in Deutschland tun, um Euch in Eurem Projekt zu unterstützen?

Ich denke, es gibt viele Wege, dieses Projekt zu unterstützen. Z. B. kann mensch uns helfen, biologisches Saatgut zu finden, um es für die Zukunft zu bewahren. Ihr könnt uns auch Links zu Internetseiten schicken, auf denen wir viele verschiedene Methoden des biologischen Anbaus kennenlernen können. Aber im Moment ist das Projekt noch nicht ganz Realität geworden, da wir erst begonnen haben. Wir brauchen finanzielle Unterstützung, um die wichtigen Werkzeuge und Materialien zu besorgen und die Programme fortzusetzen, die das Projekt gedeihen lassen. Als Vollzeitaktivist_innen, die auch noch zu anderen Themen tätig sind, brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung, um den Sharing Garden und die anderen Projekte finanzieren zu können. Wir erarbeiten für dieses Jahr (und hoffentlich darüber hinaus!) ein Trainingsprogramm über verschiedene Arten des Aktivismus, Organisation und Projektmanagement. Wir wollen Räumlichkeiten im sehr gut erreichbaren Stadtzentrum anmieten. Dort wollen wir alternative Veranstaltungen zu wichtigen sozialen und politischen Fragen anbieten. Es wird ein Platz für Menschen sein, die Zugang zu verschiedenen Arten von Informtionen und Medien haben wollen, um zu forschen und Aktionen zu planen. Gleichzeitig wird es ein Laden sein, in dem Menschen aus den verschiedenen Stadtteilen die unterschiedlichsten lokal produzierten biologischen Produkte und Naturmedizin erwerben können. So braucht es unsere volle Zeit und Arbeit, und wir brauchen Unterstützung, da wir versuchen unsere persönliche Lohnarbeit für diese wunderbaren Projekte aufzugeben.

Danke für das Interview, Kinabuhi.

Danke und viel Kraft für Euch!

Wer mit Bread Homes Sharing Garden in Kontakt treten oder das Projekt auf irgendeine Art und Weise unterstützen will, kann dies über diese E-Mail-Adresse tun: organic_city „at“ yahoo „punkt“ com

Fotos und Berichte über den Stand des Projektes finden sich auf dessen Blog: http://breadhomessharinggarden.blogspot.com/

Am Sonntag, den 5. Februar findet ab 11 Uhr  im Alarmraum in Offenburg ein veganer Soli-Brunch für BSHG statt.

*Recherchen zu den im Interview verwendeten Begriffen „Krebsindustrie“ und „Codex Alimentarius“ führen mensch schnell auf dubiose Verschwörungstheorieseiten mit haarsträubenden Inhalten. Mir ist dies bewusst. Die Herangehensweise an diese stark aufgeladenen Begriffe sollte eine sachliche, kritische und emanzipatorische sein. Die Pharmaindustrie und Lebensmittelkonzerne richten de facto großen Schaden besonders in armen Ländern an.

(Das Interview wurde Ende Januar per E-Mail geführt. Weder der Interviewer noch der/die Interviewte sind englische Muttersprachler_innen. Daraus ergibt sich eine stellenweise holprige Übersetzung …)

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Start der Veranstaltungsreihe „Es ist keine Krise – es ist das System“ des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

Am Freitag, den 27.01.2012, finden in Freiburg und in Karlsruhe die ersten inhaltlichen Veranstaltungen der Reihe  „Es ist keine Krise – es ist das System“ des Anarchistischen Netzwerks Südwest* statt.
Bis Ende Februar können Menschen im Einzugsgebiet des Netzwerks (Baden-Württemberg, Saarland,…) sich so durch die gebotenen Vorträge und den folgenden Diskussionen mit den Themen Krise und Kapitalismus herrschaftskritisch auseinandersetzen.

Während in Griechenland, Spanien und Portugal der soziale Kahlschlag die Schuldenkrise lösen soll, wetten Rating-Agenturen schon auf den Bankrott weiterer Staaten. Hieß es noch vor drei Jahren, der Neoliberalismus sei gescheitert, treibt er heute seine wildesten Blüten in den von der Krise befallenen Ländern. Demokratische Wahlen werden zur Farce und die Reste von direkter Demokratie werden entweder entsorgt oder so manipuliert, dass sie keinen Einfluss mehr auf die Politik haben. Hinter dem Diktat von EU, Europäischer Zentralbank, dem IWF und der Finanzindustrie steht das Interesse, die kapitalistische Eigentums- und Gesellschaftsordnung aufrecht zuerhalten, wenn es sein muss auch mit steigender Repression nach innen und verheerenden Kriegseinsätzen nach außen.

Der Krieg und die Krise – sie sind aus demselben Stoff gemacht. Krisen treten uns in verschiedenen Formen entgegen: als Klimakrise, Überakkumulationskrise, Kulturkrise oder Währungskrise. In zwei Inputs wollen wir uns aus herrschaftskritischer Perspektive der Frage nähern, wie es zur sogenannten Schulden- und Eurokrise kam, wie die Regierungen und das Kapital versuchen, die Probleme in den Griff zu kriegen, wer dafür zahlen muss und wie der Widerstand dagegen organisiert werden kann. Wir wollen auch der Frage nach dem Charakter der Krise nachgehen, ob sie eine zyklisch wiederkehrende Erscheinung ist oder ob sie permanent stattfindet, welche verschiedenen Formen sie annimmt und welche Gesellschaftsbereiche betroffen sind.

Nach der gleichnamigen Demonstration im vergangenen Oktober in Karlsruhe wollen wir die ersten Monate des neuen Jahres dazu nutzen, in verschiedenen Städten im Südwesten der BRD diese Fragen gemeinsam mit Aktivist_innen und Interessierten zu diskutieren. Dabei wollen wir nicht nur unsere Stimmen zu Wort kommen lassen, sondern auch mit Freundinnen und Freunden aus Griechenland Erfahrungen austauschen und unsere Verbindungen stärken. Desweiteren bieten die Vorträge Raum, um über den internationalen, antikapitalistischen Aktionstag „M31 – capitalism is the crisis“ am 31. März diesen Jahres zu informieren.

Anarchistisches Netzwerk Südwest* im Januar 2012

Zu den beiden Veranstaltungen:

Schocktherapie! – Zur Lage in Griechenland

Zwei Jahre kapitalistische Kahlschlagspolitik in Griechenland

„Während die Vibrationen der Geschichte immer spürbarer werden und uns bestätigen, dass wir tatsächlich eine historische Epoche erleben, gleicht Griechenland täglich mehr einem unregierbaren Land. Staatliche Institutionen werden missachtet, elementare demokratische Regeln funktionieren nicht, Gesetze werden straflos gebrochen. Im Gleichschritt mit Arbeitslosigkeit und Armut steigt die Gewalt auf allen Ebenen spektakulär an, der Staatsapparat scheint in Auflösung begriffen und die Verwaltungsbürokratie hält die Regierung schon seit geraumer Zeit für ihren Feind. Diese ist nicht in der Lage, die schulische Ausbildung zu gewährleisten, die Gesundheitsvorsorge sicherzustellen, Steuern einzutreiben und Steuerhinterzieher ausfindig zu machen, genauso wenig wie sie es schafft, die selbst verabschiedeten Gesetze umzusetzen. Die Lage ist extrem unsicher und niemand weiß wohin die Reise geht.“ (Eleftherotypia, 6.11.2011)

Die Veranstaltung behandelt:

  • die Politik der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF und ihre Auswirkungen auf die griechische Gesellschaft
  • den Widerstand gegen die kapitalistische Ausplünderung
  • Landbesetzungen, Kollektivbetriebe, Basisgewerkschaften, die anarchistische Bewegung und andere emanzipatorische Chancen der „Krise“?
  • rechtsradikal-christliche Fundamentalisten in der Regierung und das Erstarken rassistischer und faschistischer Organisationen
  • die internationale Zusammenarbeit antiautoritärer, anarchistischer und linksradikaler Gruppen und anarchosyndikalistischer Gewerkschaften und den antikapitalistischen Aktionstag am 31. März 2012.

Es berichtet Ralf Dreis, FAU-Frankfurt. Der Griechisch-Übersetzer und freie Journalist schreibt seit Jahren für die linke und anarchistische Presse über das politische Geschehen in Griechenland. Zwischen 1996 und 2001 in der anarchistischen Bewegung Thessalonikis aktiv, pendelt er seitdem zwischen Deutschland und Griechenland.

Hellas 21 – Sysifus und die sieben Krisen

Krisen jeglicher Art scheinen inzwischen zum Normalzustand zu gehören, sei es als Wirtschafts-, Klima-oder Währungskrise. Doch wo liegen die Ursachen dafür, dass sich die Institutionen in Staaten wir Griechenland Tag für Tag mehr in Luft auflösen und die Menschen dort vieles verlieren, was einstmals sicher schien? Welchen Charakter hat die kapitalistische Krise? Tritt sie zyklisch auf oder findet sie permanent statt?

Diesen Fragen werden die beiden Referenten des Libertären Bündnis Ludwigsburg [LB²] in zwei Inputs nachgehen, um anschließend mit den interessierten Menschen vor Ort darüber zu diskutieren. Beide sind langjährige politische Aktivist_innen und beschäftigen sich in diesem Rahmen seit geraumer Zeit mit dem Themenkomplex „Krise“ aus herrschaftskritischer Perspektive.

Weitere Informationen findet ihr unter http://esistdassystem.blogsport.de und http://a-netz.org

Kontakt: info{at}a-netz.org

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