System Change, not Climate Change? Die befreite Gesellschaft und die kommende Klimakatastrophe.

[Dieser Text von mir erscheint auch in der aktuellen Ausgabe der Gaidao.]

Es sieht düster aus. Egal wo wir hinschauen. An allen Ecken und Enden dieser Erde türmen sich die scheinbar unlösbaren Probleme auf. Berge, ja Gebirge von Problemen, von denen jedes einzelne schon reichen würde, uns die Hoffnung zu rauben: Kriege, Überwachung, Polizeigesetze, Armut, Rechtsruck, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus. Bitte packt eure dazu, Auswahl gibt es genug.

Und über all dem thront die menschengemachte Klimakatastrophe. Sie ist so apokalyptisch, so dermaßen allumfassend, dass mir alle anderen Widrigkeiten wie ein Jucken an meiner linken Arschbacke vorkommen. Eine befreite, anarchistische Gesellschaft aufbauen? Wir haben grad echt Wichtigeres zu tun…oder?

Links der Gaisbergferner, rechts der Rotmoosferner im Ötztal. Mensch kann ihnen beim Schmelzen zusehen. Foto: nigra

Die kommende Klimakatastrophe hat so viele Aspekte und Facetten und alle Lebensbereiche der Menschen, Tiere und Pflanzen werden massiv betroffen sein. Es fällt schwer, den Überblick zu behalten und das Wesentliche ins Auge zu fassen. Die rasend schnelle Veränderung des Weltklimas zeigt einmal mehr deutlich, wie alles mit allem zusammenhängt und voneinander abhängig ist. Welche Kämpfe sind in dieser Zeit die richtigen? Welche Bewegung sollten wir unterstützen? Welche Forderungen sind auch die unseren? Wie bringen wir uns als Anarchist*innen in die Kämpfe ein, ohne daran kaputt zu gehen? Macht es dabei Sinn, auf unseren anarchistischen Grundsätzen zu bestehen?

Ich versuche mit diesem Text meine eigenen wirren Gedanken zu dem Ungetüm Klimakastrophe und den damit für mich zusammenhängenden Ursachen und Folgen zu ordnen. Ich halte es für geboten, dass wir als Anarchist*innen uns mit der kommenden Klimakatastrophe intensiv beschäftigen, uns in die Kämpfe gegen sie einbringen und unseren reichen Fundus an Methoden anbieten.


Die Zeit rennt uns davon

In meiner Jugend in den späten 1980er und 1990er Jahren war ich u. A. in der Umweltbewegung aktiv. Wir kämpften gegen Atomkraft, Sondermüllverbrennung, den immer mehr aufkommenden Verpackungswahn und die damit einhergehenden wachsenden Müllberge, Tierversuche, die Pelzindustrie, die Regenwaldabholzung und den damit zusammenhängenden Treibhauseffekt. Den Begriff Klimawandel oder gar Klimakatastrophe kannten oder benutzten wir nicht, gemeint war aber das Gleiche. Ich erinnere mich daran, dass wir die Auswirkungen des Treibhauseffektes theoretisch diskutierten aber davon überzeugt waren, dass die krassen Folgen erst unsere späten Nachfahren erleben würden – oder eben nicht, weil wir genauso davon überzeugt waren, dass wir eine befreite Gesellschaft aufbauen würden, in der Umweltzerstörung keinen Platz haben würde.

Tja, damit lagen wir krass daneben. Weder haben wir in den letzten 30 Jahren eine anarchistische Gesellschaft aufgebaut (Ich war mir sicher, dass ich das erleben würde. Naja, ein bisschen Zeit bleibt mir ja noch…), noch bleiben wir selbst von der Klimakatastrophe verschont. Vielleicht treffen uns, die wir heute mittelalte Menschen in Mitteleuropa sind, nicht die richtig fiesen Katastrophen, aber wir erleben schon jetzt erste Folgen der Erderwärmung weltweit: Gletscherschmelze in allen Hochgebirgen, Eisschmelze an den Polen, Wetterextreme in unterschiedlichen Ausformungen wie Starkregen, Trockenheit, Versteppung, Dürre, Waldbrände, Orkane, Missernten, Artensterben, Ansteigen des Meeresspiegels und erste Fluchtbewegungen aufgrund all des vorher genannten.

Scheinbar leben wir in diesen Jahren genau in der Zeit, in der es der Menschheit noch möglich ist, die allerschlimmsten Auswirkungen aufzuhalten oder zumindest abzuschwächen. Welch Ehre oder besser welche Bürde: Wir dürfen die Welt retten! Aber: Reicht uns die Zeit dazu? Seit 1824 ist der Treibhauseffekt bekannt¹, seit Jahrzehnten gibt es internationale, staatliche Konferenzen, die sich zum Ziel setzen, den Klimawandel aufzuhalten und mindestens genauso lange gibt es weltweite außerparlamentarische, soziale Bewegungen und Kämpfe, die Forderungen aufstellen und Alternativen vorstellen und vorleben. Weder die staatlichen noch die graswurzlerischen Bemühungen haben grundlegend etwas bewirkt. Wie sollen wir das Ruder in der uns verbleibenden Zeit rumreißen, wenn uns das in den letzten 195 Jahren nicht gelungen ist? Ich glaube, dass uns das nur als Menschheit mit allen Ecken und Kanten gelingen wird. Weder können das die Regierungen allein, die willigen Konzerne noch die weltweite Klimabewegung, geschweige denn unsere kleine anarchistische Bewegung. Wir alle zusammen müssen es tun. Und zwar jetzt.


Ursachen
ranking?

„[…] Die Klimakrise lässt sich nur noch durch eine radikale Verkehrswende aufhalten! […]“ schrieb das Bündnis Sand im Getriebe in einer Pressemitteilung vom 15.09.2019 zur Blockade der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main². Lassen wir mal hinten angestellt die Frage, ob sich die Klimakrise überhaupt noch aufhalten lässt und fragen uns, warum das nur „durch eine radikale Verkehrswende“ möglich sein soll. Weil der weltweite auf der Verbrennung von Erdöl basierende Verkehr die einzige Ursache für die Erderwärmung ist? Oder vielleicht zumindest die mit Abstand größte?3

Foto: Holger Ellgaard, Quelle: commons.wikimedia.org, Lizenz (CC BY-SA 4.0)

Direkt verantwortlich für den Treibhauseffekt und somit für die Erderwärmung und somit für die Klimakatastrophe sind hauptsächlich Kohlendioxid (aka CO2), Methan (aka Kuhfürze),
Distickstoffoxid (aka Lachgas, entsteht z. B. bei der Düngemittelproduktion) und fluorierte Gase (aka Kühlmittel, Treibgas, Treibmittel)4. Alle diese Gase kommen schon immer in der Atmosphäre vor. Erst durch die beginnende Industrialisierung im 18. Jahrhundert wurden sie durch den Menschen künstlich freigesetzt und produziert und zwar in solchen Mengen, dass Folgen für das Klima nicht ausbleiben konnten.

Die Gase werden in ganz unterschiedlichen Mengen freigesetzt: An erster Stelle steht Kohlendioxid, das hauptsächlich durch die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Holz freigesetzt wird. Methan, Lachgas und fluorierte Gase werden zwar in weitaus geringeren Mengen in die Atmosphäre geblasen, sind aber um ein Vielfaches klimawirksamer als Kohlendioxid. Methan ist um das 21-fache, Lachgas um das 310-fache und fluorierte Gase bis um das 11.700-fache schädlicher5.

Die globalisierte, hypermobile Weltgesellschaft und ihre Wirtschaft setzen diese Gase in mannigfaltiger Art und Weise frei: Wir verbrennen Erdöl und seine Produkte Benzin, Diesel und Kerosin und Erdgas in Motoren, um uns selbst und Waren zu transportieren, sei es zu Land, zu Wasser oder in der Luft. Wir verbrennen Erdöl, Erdgas und diverse Kohlearten in Kraftwerken, um Strom für unsere Fabriken, Häuser und unzählige Geräte zu gewinnen und unsere Wohnräume und unser Brauchwasser wohlig warm zu heizen. Wir roden Ur-, Mangroven und Regenwälder und legen Moore trocken, um Weideflächen für Rinder, Anbauflächen für das Futter für diese Rinder zu gewinnen und Palmölplantagen anzulegen. Hier haben wir dann gleich mal eine ganze Kette von Ursachen: 1. Kohlendioxid-Ausstoß durch Brandrodung, 2. fehlende Kohlendioxid-Speicherung durch fehlende Wälder und Moore. Und wo geht das Kohlendioxid hin? Genau, in die Atmosphäre. 3. Methan-Ausstoß durch Massentierhaltung, 4. Lachgas-Ausstoß durch die Düngung der Futtermittelfelder. 5. Kohlendioxid-Ausstoß durch das Verbrennen von Palmöl in Kraftwerken und Automotoren, was der weiteren Regenwaldrodung Vorschub leistet.

Wenn wir nun Sand im Getriebe folgen und uns auf die Verkehrswende konzentrieren, weil nur sie allein uns retten kann, ist das nur die halbe Miete, wenn überhaupt. Nehmen wir aber mal an, dass es uns gelingt, den weltweiten Verkehr auf nichterdölbasierte Energieerzeugung umzukrempeln und unseren Mobilitätswahn generell zu kurieren, bleiben immer noch die Stromerzeugung, die industrielle Landwirtschaft und die Erzeugung von Tierprodukten. Will Sand im Getriebe davon nichts wissen? Ist‘s dann gut und genug mit der Klimarettung? Oder soll‘s dann weitergehen? Oder wäre es nicht besser, die Problematik ganzheitlich zu betrachten? Wie können wir die verschiedenen Ursachen überhaupt voneinander trennen? Und ein Ursachenranking aufstellen? Ich finde gerade hier zeigt sich wunderbar, wie krass verflochten im globalen Kapitalismus alles ist: Die heutige Herstellung von Tierprodukten wie Fleisch, Milch, Eier, Leder wäre ohne den weltumspannenden Warenverkehr, der auf der Verbrennung von fossilen Brennstoffen beruht, gar nicht denkbar. Wie entdröseln wir nun die einzelnen, aber miteinander verfilzten Anteile an der Klimaerwärmung? Und warum sollten wir das tun, wenn wir doch eigentlich wissen, was die Ursache der Ursachen ist? Soll ich‘s schreiben? Ja, im Jahre 2019 darf ich das als Anarchist: Hinter all dem steht der Kapitalismus. Eine Binsenweisheit, klar, aber sie muss immer wieder ausgesprochen werden. Weder E-Bikes noch E-Autos, weder vegane Schnitzel von Rügenwalder Mühle noch der Sojadrink von Alpro und weder unser angelegtes Erspartes bei der Umweltbank werden uns die Klimakatastrophe ersparen. Was bringt es, wenn jede*r von uns mit ihrem*seinem verkackten E-Auto von VW in den Supermarkt fährt, um vegane Convenience-Produkte von einem Molkereikonzern mit „grün“ erwirtschaftetem Geld zu kaufen? Dem Konzern im Kapitalismus ist es scheißegal, was er verkauft. Sein einziges Interesse gilt dem Profit. Womit er ihn erzielt ist zumindest zweitrangig. Profit stellt sich letzten Endes als Wachstum dar, der nur möglich ist, weil vorhandene – endliche – Ressourcen verbraucht werden. Da im Kapitalismus immer Profit gemacht werden muss, darf Wachstum niemals enden. Und das ist die Krux: Wie kann es unendlichen Wachstum in einem begrenzten System geben? Auch der nichtfossile und vegane Kapitalismus würde mittelfristig unsere Lebensgrundlagen zerstören, nachdem er eine Zeit lang mehr schlecht als recht durch den neuen Input funktioniert hat. Er wird einen Weg finden, weil er immer einen Weg findet. Alles zu vereinnahmen ist eines seiner Wesenszüge.


Bewegung!

Spätestens seit die durch Greta Thunberg losgetretene Fridays For Future-Bewegung ist Bewegung in die Klimadebatte gekommen, immer mehr Menschen machen sich Gedanken um ihre Zukunft und die ihrer Kinder und werden aktiv. Sogar viele der von uns so geliebten Parlamentarier*innen erkennen die Bedrohung an und tun ihr Bestes.

Die Menschen von Fridays For Future haben geschafft, was viele vor ihnen nicht hinbekommen haben: Sie haben eine weltweite Bewegung angestoßen, die die Klimakatastrophe aufhalten will. Und zwar aus einem sehr legitimen Grund: Sie wollen u. A. eine lebenswerte Zukunft für sich selbst. Sie bedienen sich dabei durchaus anarchistischer Werkzeuge: Sie kämpfen für ein Ziel dezentral, autonom, partei- und regierungsunabhängig und hierarchiearm. Und sie tun dies alles, indem sie immer wieder Regeln und Gesetze bewusst brechen und zivilen Ungehorsam anwenden. Ich bin mir sicher, dass ihr Erfolg direkt mit all dem zusammenhängt. Warum wohl hatte die von oben diktierte Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Sarah W. kaum Bestand?

Anarch@s auf der Demo Klimawandel stoppen – Kapitalismus abschaffen in Offenburg am 16.03.2019. Foto: nigra

Im Zuge von Fridays For Future gewannen die Klimacamps, die Besetzung im Hambacher Wald und Extinction Rebellion und andere Klimakämpfe an Zulauf und Aufmerksamkeit. Auch diese zeichnen sich nicht gerade durch ihre Gesetzestreue, Konzernliebe und staatstragendes Auftreten aus. Im Gegenteil geben sie sich in ihren direkten Aktionen betont kämpferisch, kapitalismuskritisch und staatsfern. Natürlich sind das nicht alles Anarchist*innen. Das müssen sie auch gar nicht sein, wichtig für uns ist, dass sie anarchoid agieren. Das gibt uns sehr leicht die Möglichkeit, mitzukämpfen und unsere Ideen miteinzubringen. Ich finde nicht, dass wir es uns in dieser Zeit leisten dürfen, auf der reinen Lehre zu bestehen (Das sollten wir eigentlich nie.). Dafür geht es um zu viel. Und dass es um viel geht und dass das den Leuten bewusst ist, zeigt auch der auf fast jeder Aktion zu lesende Slogan „System Change, Not Climate Change!“. Klar, wir könnten unterstellen, dass es halt nur ein cooler Spruch ist und die, die ihn tragen, es gar nicht so radikal meinen. Aber warum sollten wir das tun? Ich gehe lieber davon aus, dass sie genau wissen, was sie damit fordern. Nämlich die Abkehr vom Kapitalismus.
Das Gute ist, dass ich in vielen Städten sehe, dass organisierte Anarchist*innen sich in die Klimabewegung einbringen6.


Lösungsvorschläge und Taten aus allen Richtungen

Immer wieder können wir lesen und hören, dass wir nur richtig konsumieren müssen, um die Klimakatastrophe aufzuhalten: Kauft euch ein E-Bike! Esst veganen Käse! Trinkt Öko-Bier! Tragt Hosen aus Bio-Baumwolle! Benutzt Kondome aus Natur-Kautschuk! Telephoniert mit dem Fairphone! Ich selbst tue vieles davon, u. A. weil mein Gewissen mich dazu zwingt. Und wenn wir uns vorstellen, dass wie durch ein Wunder plötzlich alle Menschen so toll wären wie ich (vielleicht wie durch die Anarchie-Bombe in Gerhardt Seyfrieds Comic „Invasion aus dem Alltag“ alle zu Anarchist*innen werden?), dann wäre die Katastrophe abgewendet, oder? Leider ist der Kapitalismus so wunderbar pluralistisch und tolerant, dass er für alle Bedürfnisse, Vorlieben und Macken (die er ja selber hervorgerufen hat…) sorgt und Waren vorhält: Alles wird bedient! Für jede*n ist gesorgt! Er produziert coole Sachen wie Photovoltaik-Paneele. Aber er produziert auch bescheuerte Dinge wie SUVs. Da ist er ganz altruistisch. Außerdem lässt sich so viel besser Geld machen. Er macht es möglich, dass in den letzten Jahren die Anzahl der vegan lebenden Menschen gestiegen ist7, die Fleischproduktion in der gleichen Zeit aber trotzdem zugenommen hat8.

Trotzdem ist es nicht falsch, klimafreundlich und vegan zu konsumieren. Die Synergieeffekte, die durch das ganze Drumherum entstehen, sollten nicht unterschätzt werden: Wenn sich Menschen Gedanken darüber machen, wo ihre Sachen und Nahrungsmittel herkommen, wie, von wem und mit welchen Folgen sie hergestellt werden, wenn sie mit anderen Menschen darüber sprechen, sich weiter informieren, sich Alternativen ausdenken und umsetzen und sich schließlich organisieren, ist das eine gute Sache. Eine Folge davon sind z. B. die überall entstehenden Solidarischen Landwirtschaften. Sie und andere ökologische Projekte könnten Teil der kommenden Transformation sein.

Immer wieder werden neue Technologien und Technik-Gimmicks entwickelt, die im Kampf gegen den Klimawandel hilfreich sein sollen. Das reicht von der KlimaTellerApp über in der Atmosphäre Chemikalien versprühende Raketen bis hin zur Verpressung von Kohlendioxid ins Erdreich und Weltraumspiegeln, die die Sonnenstrahlen von der Erde fern halten sollen. Viele dieser Produkte und Ideen sind reiner Schwachsinn, z. B. weil sie auf einem Weiter-So basieren, technologiegläubig sind und der Idee des grünen Kapitalismus Vorschub leisten. Andere wiederum können durchaus dazu beitragen, die Erderwärmung aufzuhalten und tun es schon. So ist es natürlich sinnvoll, dass wir unsere komplette Energiegewinnung auf erneuerbare Energien umstellen: Photovoltaik, Solar, Windräder, Wasserkraft. Aber ist es sinnvoll, dass wir weiterhin hypermobil in der Weltgeschichte herumreisen, jede*r in seinem*ihrem eigenen E-Auto? Sollten wir wirklich immer mehr Strom verbrauchen, nur weil es jetzt LED-Leuchtmittel gibt und wir immer mehr dazu tendieren in Single-Wohnungen zu leben?

Von Verboten wollen wir Anarchist*innen eher wenig wissen. Eine unserer Prämissen aus sozialer Perspektive lautet „Es ist verboten zu verbieten“. Auch die Wirtschaft und ihr angeschlossene Parteien finden Verbote und Vorschriften – aber aus anderen Gründen – doof. Denn sie würden den Wettbewerb verzerren, Arbeitsplätze gefährden und verhindern, dass der freie Markt das Klima von selbst rettet. Denn das würde er tun, wenn wir ihn nur machen lassen würden. Dass der freie Markt (Deckname des Kapitalismus) nie etwas für alle Menschen zum Guten regelt, können wir jeden Tag, seit es ihn gibt, beobachten. Warum sollte er dann die Klimakatastrophe verhindern? Also: Nur her mit den Verboten und Vorschriften: Von mir aus kann jeder Tag Veggie-Tag sein, Kohleverstromung komplett verboten werden u.v.m. Und jede Zuwiderhandlung mit Milliarden Euro an Strafen geahndet werden. Der bürgerliche Rechtsstaat besteht förmlich aus Verboten. Da kann es ruhig auch mal ein paar sinnvolle geben.

Obwohl die USA als weltweit zweitgrößter Produzent von klimawirksamen Gasen agiert9, sind sie nun endgültig aus dem Pariser Kimaabkommen ausgetreten. Das ist – auch wenn die Klimaabkommen bisher nicht viel gebracht haben, ein fatales Signal. In den USA selbst ist der Austritt hochumstritten und viele Bundesstaaten, Städte und Gemeinden wollen am Zwei-Grad-Ziel festhalten und arbeiten munter weiter am technologischen und gesellschaftlichen Umbau. Sie kümmert recht wenig, was ihr oberster White Supremacist sagt. Weltweit gibt es immer mehr Städte, die den Klimanotstand ausrufen, sich in Bündnissen zusammenschließen und parallel dazu daran arbeiten, ihre Infrastruktur klimafreundlicher zu gestalten.

Schon seit Jahren betreiben Konzerne das sogenannte Greenwashing: Sie geben sich ein umweltbewusstes, ökologisches Image. Eine der einfachsten Methoden ist hier die Farbe Grün im Firmenlogo und der Werbung zu verwenden. Wir sind alle darauf getrimmt, dass grün Natur und umweltfreundlich bedeutet. Eine andere Methode ist, einfach zu behaupten, dass jetzt umweltverträglicher produziert werde. Aber es gibt auch schlicht und ergreifend, Firmen, die das wirklich versuchen und tun. Sie produzieren z. B. nur noch mit Öko-Strom, filtern ihre Abgase, recyceln ihre Reste und Abfälle, investieren Teile ihres Profits in neue klimafreundliche Technologien. Wenn alle Energiekonzerne auf Erneuerbare umstellen würden (Einige haben schon die Weichen dafür gestellt), würde extrem viel Kohlendioxid eingespart werden. Für mich macht es Sinn, wenn sich Firmen klimaneutral umbauen. Brauchen wir den Kapitalismus, um die Klimakatastrophe aufzuhalten? Müssen wir erstmal den Bock zum Gärtner machen, bevor wir ihn loswerden können? Ich glaube – auch hier wieder der Zeitfaktor – ja.
Langfristig müssen wir den Kapitalismus überwinden und eine herrschaftsfreie Gesellschaft aufbauen. Alles andere ist Nonsens.


Fronten

Wo verlaufen die Fronten im Kampf gegen die Klimakastrophe? Verlaufen sie kreuz und quer? Zwischen Oben und Unten? Zwischen Norden und Süden? Westen und Osten? Arm und Reich? Zwischen Kapitalist*innen und Antikapitalist*innen? Zwischen Staatsfans und Anarchist*innen?

Banner-Drop auf der Abschlusskundgebung des Aktionstages gegen die Neueröffnung der EZB in Frankfurt am Main am 18.03.2015. Foto: nigra

Eine der wichtigsten Fronten verläuft für mich zwischen den Leugner*innen der Klimakatastrophe und denen, die sie anerkennen und etwas dagegen tun wollen. Die Leugner*innen sind praktischerweise fast deckungsgleich mit den Arschlöchern, die wir sowieso schon immer bekämpfen: Rassist*innen (prominentes Beispiel: Donald Trump), Faschist*innen (prominentes Beispiel: Jair Bolsonaro), Rechtspopulist*innen (prominentes Beispiel: Beatrix von Storch), Verschwörungstheorie-Gläubische, Anti-Feminist*innen, Maskulinisten und andere Hohlbirnen. Diese Kongruenz scheint mir ein nicht unbedeutender Hinweis darauf zu sein, dass wir mit vielen Dingen, für die wir kämpfen nicht sooo falsch liegen können, wahrscheinlich sogar schlicht und ergreifend recht haben. Wir schlagen also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir bekämpfen die Feind*innen der Freiheit und die Leugner*innen der Klimakatastrophe. Cool.

Natürlich steht der Kapitalismus auf der anderen Seite der Barrikade. Bei den einzelnen Protagonist*innen des Kapitals bin ich mir nicht so sicher. Natürlich finden sich auch dort viele, die den Klimawandel leugnen und aktiv vorantreiben, aber es finden sich immer mehr, die ihn und ihre eigene Rolle dabei anerkennen und etwas dagegen tun wollen. Wie kann ich z. B. – mit dem Zeitfaktor und der Annahme im Hinterkopf, dass jedes eingesparte Gramm Kohlendioxid gut ist – dagegen sein, wenn ein Energiekonzern von fossiler auf erneuerbare Energiegewinnung umsteigt? Der arme Konzernchef hat im Hier und Jetzt gar keine andere Möglichkeit: Er spielt nach den Regeln des Spiels und versucht Gutes damit zu tun. Ich würde diesen Menschen im Kontext des Kampfes gegen die Klimakatastrophe nicht als Gegner ansehen wollen. Enteignen würde ich ihn im Zuge der sozialen Weltrevolution trotzdem.

Die Front verläuft für mich also im Hier und Jetzt, in diesem kleinen Zeitfenster, das uns bleibt, um das Zwei-Grad-Ziel10 zu erreichen, zwischen denen, die etwas gegen die Klimakatstrophe tun wollen und jenen, die das kalt lässt. Darum müssen wir Bündnisse auch mit Menschen und Gruppen eingehen, die keine Anarchist*innen sind. Wenn wir das Zwei-Grad-Ziel erreicht haben, geht‘s all den anderen Zuständen an den Kragen, die uns daran hindern, ein gutes Leben für alle zu erkämpfen.


Apokalypse vs Utopia

„Wir werden nicht durchkommen, nicht wahr? Wir Menschen, meine ich.“
„Es liegt in eurer Natur, euch selbst zu zerstören.“
„Ja. Megaätzend.“11

Fernsehserien und Kinofilme schwelgen in apokalyptischen Szenarien: In gefühlt jeder zweiten Produktion geht die Menschheit oder gleich die ganze Erde unter im Strudel einer Zombieapokalypse, eines Angriffs von Außerirdischen oder der Folgen eines aus dem Ruder gelaufenen technologischen Experiments. Die wenigen Überlebenden sind dann meist damit beschäftigt, sich gegenseitig umzubringen, faschistoide Mini-Gesellschaften aufzubauen oder das eine rettende Wunder-Gadget zu finden, das alles wieder rückgängig machen und der Menschheit eine zweite Chance geben kann. Ich kann diesen Eskapismus gut nachvollziehen und mochte postapokalyptische Filme schon immer. Es ist herrlich in diesen Fantasien zu schwelgen, wohnt ihnen doch immer auch die Chance auf einen Neuanfang inne. Ein Neuanfang ohne die ganze Scheiße.

Gemeinsam auf dem SoLaWi-Acker zu arbeiten, motiviert ungemein – auch zu andere Dingen. Foto: nigra

Doch nun steht die Apokalypse in echt vor der Tür und viele Menschen verschließen vor ihr die Augen und flüchten sich in gespielte Weltuntergänge. Ist der echte zu grauenhaft? Warum treibt das vorhandene Wissen die Menschen nicht zu hunderten von Millionen auf die Straßen der Welt? Sind sie gelähmt vor Entsetzen? Was macht das Wissen um einen möglichen, ja wahrscheinlichen Weltuntergang psychologisch gesehen mit uns Menschen?

Der Klimawandel und all seine Aspekte haben schon jetzt messbare, negative Auswirkungen auf die Psyche vieler Menschen. Direkt Betroffene von z. B. Überflutungen oder der Eisschmelze reagieren mit Angsterkrankungen, Traumata, Suchterkrankungen und Selbsttötungen. Im englischsprachigen Raum bezeichnet der Begriff Solastalgia den Schmerz darüber, dass ein geliebter Ort bedroht ist.12 Wenn ich also z. B. weiß, dass meine über alles geliebten Alpen durch die Eisschmelze in naher Zukunft vielleicht nur noch zusammenbrechende Steinhaufen sein werden, erschüttert mich das in meinem tiefsten Inneren. Die weiteren, subtileren Folgen dieser existenziellen Neurose lassen sich nur erahnen und werden von Psychtherapeut*innen immer häufiger thematisiert.13

Der Autor Jonathan Safran Foer vermutet in seinem neuen Buch „Wir sind das Klima!“14, dass die meisten Menschen zwar um die kommende Klimakastrophe wissen, aber nicht an sie glauben.15 Er schreibt, dass Wissen immer auch mit Gefühlen verknüpft werden müsse. Erst dann komme es zum Handeln. Und nur das Handeln ist das, was zählt. Ich weiß nicht, ob ich diese These teilen kann. Warum sollten bei den Menschen keine Gefühle aufkommen, wenn sie an diese düstere Zukunft denken? Warum sollten Eltern sich nicht um die Leben ihrer Kleinen sorgen? Menschen in der Tretmühle des Kapitalismus neigen dazu, Missstände zwar zu erkennen, sie aber zu verdrängen, sich an sie zu gewöhnen, sich nach der Lohnarbeit von was auch immer berieseln zu lassen, schließlich muss morgen wieder malocht werden. Das spielt meiner Meinung nach auch hier eine große Rolle. Nicht umsonst werden soziale Bewegungen oft von eher jungen Menschen (Schüler*innen, Student*innen) getragen: Sie haben Zeit und Nerv, sich zu kümmern. Sie haben Bock auf Utopie, wollen Neues erschaffen und das Alte (und die Alten) hinter sich lassen. Und Utopien sind genau das, was wir brauchen. Wir müssen uns gemeinsam Gedanken darüber machen, in was für einer Zukunft wir leben wollen. Wir dürfen uns nicht von der Düsternis bremsen lassen. Sich zu organisieren, sich mit den Problemen bewusst, gemeinsam und offen auseinanderzusetzen, schafft Resilienzen, gibt Hoffnung, eröffnet Auswege, zeigt Lösungen und macht stark. Gerade wir als Anarchist*innen haben viele Ideen und Vorstellungen, wie eine herrschaftsfreie, bedarfsorientierte und ökologische Gesellschaft aussehen kann. Und genau diese drei Prämissen müssen in einer zukünftigen Gesellschaft erfüllt sein, damit wir nicht bald wieder in einer ähnlichen Situation sind. Staaten, ihre herrschenden Regierungen und der Zustand des Regiert-Seins, der ständig Wachstum generierende Kapitalismus und das Scheißen auf die Ökosysteme haben uns in die Situation gebracht, in der wir uns jetzt befinden. Es wäre total dämlich, wenn wir zwar alle gemeinsam die ärgsten Auswirkungen der Klimakastrophe aufhalten, dann aber so weiter machen, wie bisher. Wir sollten aus den so offensichtlichen Fehlern lernen.


Ausblicke

Ein Genosse von mir, der seit vielen Jahren zum Thema Klimawandel arbeitet, sagte auf einem seiner Vorträge, dass er davon überzeugt sei, dass die Menschheit durch einen Flaschenhals gehen werden müsse. Mit anderen Worten: Er denkt, dass ein Großteil der sieben Milliarden Menschen auf der Erde durch die Klimakatastrophe umkommen wird. Damit steht er nicht allein da. Viele Menschen, die sich beruflich mit dem Thema beschäftigen, die seit Jahren in der Umweltbewegung aktiv sind oder sich einfach tief in die vielen Publikationen dazu eingelesen haben, gehen davon aus, dass das Ganze richtig schlimm werden wird.16 Nun ist die Menschheitsgeschichte ja nicht gerade arm an Katastrophen: Unzählige Kriege haben Millionen Opfer gefordert und wüteten schon zwei Mal auf fast der ganzen Erde. Bei Hungerkatastrophen sterben immer wieder hunderttausende. Der Kalte Krieg brachte die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Die Supergaue von Tschernobyl und Fukushima strahlen noch heute vor sich hin. Diese Katastrophen waren und sind für sich genommen schlimme Ereignisse, die viel Leid verursacht haben. Aber: Sie waren begrenzt auf einen Zeitraum und meist auch auf ein Gebiet. Die kommende Klimakastrophe wird das nicht sein. Sie wird global und allumfassend sein. Sie wird alles betreffen, was uns als Menschen ausmacht. Sie hat das Potenzial, alle positiven, emanzipatorischen gesellschaftlichen Errungenschaften zunichte zu machen.

Die gefürchtete A-Bombe aus Gerhard Seyfrieds Comic Invasion aus dem Alltag

Was können wir als marginale anarchistische Bewegung tun? Wenn das Ganze wirklich apokalyptische Ausmaße annimmt, wie können wir da hoffen, dass wir das überleben werden? Es liegt nicht wirklich in unserer „Natur“ über Leichen zu gehen. Andere sind da nicht so zimperlich, viel besser ausgerüstet und aufgestellt als wir. Was wir tun können, ist – abgesehen davon, uns an der Klimabewegung zu beteiligen – , uns vorzubereiten, Netzwerke zu bilden, Skills zu erwerben und uns in Projekte einzubringen, die im Hier und Jetzt schon an Alternativen arbeiten (hier halte ich die schon erwähnten SoLaWis für besonders sinnvoll). Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen preppermäßig an, aber was sollte daran falsch sein, sich auf kommende Zustände adäquat vorzubereiten? Waldbäuer*innen z. B. sind jetzt schon dabei, Baumarten zu pflanzen, die mit den zu erwartenden Wetterveränderungen besser zurecht kommen als die einheimischen Monokulturen. Die Energiewirtschaft stellt sich seit Jahren langsam auf erneuerbare Energiequellen um (auch hier waren es graswurzelbewegte Menschen, die mit EWS vorangingen17). In unserer SoLaWi werden unterschiedliche Gemüsesorten angebaut, um herauszufinden, welche auf welche Art und Weise in den jetzt schon spürbaren Klimaveränderungen, am besten wachsen.

Wir können uns der scheinbaren Ausweglosigkeit der Situation ergeben und aufgeben oder uns – wie wir es schon immer tun – mit unseren revolutionären Ideen, Methoden, Erfahrungen und Werkzeugen in die verschiedenen Bewegungen einbringen. Meine Erfahrung ist, dass die meisten engagierten Menschen gar nicht so weit weg von unseren Inhalten sind. Wenn wir gemeinsam mit allen (jede*r sucht sich da seine Bundesgenoss*innen selber aus), die die Klimakatstrophe abwenden wollen, zusammenarbeiten, erfahren alle Beteiligten wieder Selbstwirksamkeit, Mut und Hoffnung. Ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam schaffen werden, die schlimmsten Folgen der Erderwärmung aufzuhalten. Wenn das erst mal geschafft ist, erwachsen aus dieser Erfahrung – „Wir saßen alle im selben Boot und haben es gemeinsam geschafft!“ – neue Kräfte und Ideen, wie es weiter gehen kann. Den Kapitalismus und die Herrschaft von Menschen über Menschen zu überwinden, dürften die übernächsten Schritte sein. Immer mehr Menschen erkennen das.

Das alles muss kaputt, das alles muss weg…verbreitet Hoffnung wie eine Krankheit, macht euch Mut und steckt euch gegenseitig an!“18

Endnoten

¹ Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt
² PDF: https://sand-im-getriebe.mobi/wp-content/uploads/2019/09/190915-PM-4-Abschluss_final.pdf. Ich pflücke dieses Beispiel nicht heraus, weil ich die Aktionen von Sand im Getriebe falsch finde. Im Gegenteil finde ich sie richtig und wichtig. Mir gefällt nur die Fokussierung auf eine Ursache nicht, ja ich halte sie für falsch.
³ siehe z. B. hier: https://www.vegan.at/inhalt/klimawandel-tierisch-gut?
4 siehe z. B. hier: https://ec.europa.eu/clima/change/causes_de
5 Greenpeace: https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/welche-treibhausgase-verursachen-die-erderw%C3%A4rmung
6 siehe z. B. den Artikel Unser Fazit der Aktion #LeipzigerAutofrei am 21.09. in der Gaidao 105.
7 ProVeg international: https://proveg.com/de/pflanzlicher-lebensstil/vegan-trend-zahlen-und-fakten-zum-veggie-markt/
8 Weltagrarbericht: https://www.weltagrarbericht.de/aktuelles/nachrichten/news/de/33467.html
9 siehe z. B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Kohlenstoffdioxidemittenten
10 siehe z. B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel
11 Wer herausfindet, woher dieses Zitat stammt, gewinnt was schönes! Meldet euch bei nigra@riseup.net. Meinen öffentlichen Schlüssel und den dazugehörigen Fingerabdruck findet ihr hier: nigra.noblogs.org/kontakt/.
12 siehe z. B. hier: https://www.klimafakten.de/meldung/klimawandel-essen-seele-auf
13 siehe z. B. hier: https://www.psychotherapeutenjournal.de/blaetterkatalog/PTJ-3-2019/23/index.html#zoom=z
14 Jonathan Safran Foer: Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können: https://www.kiwi-verlag.de/buch/wir-sind-das-klima/978-3-462-32021-3/
15 taz: https://taz.de/Die-Erderhitzung-und-wir/!5628235&s=Jonathan+Safran+Foer/
16 siehe hierzu z. B. das Buch Desert von Anonymus, erschienen bei Unrast 2016: https://unrast-verlag.de/neuerscheinungen/desert-detail
17 EWS: https://www.ews-schoenau.de/ews/geschichte/
18 Früchte des Zorns: Steckt euch gegenseitig an http://www.fruechtedeszorns.net/musik/fof/Fruechte_des_Zorns-fallen_oder_fliegen-02-Steckt_euch_gegenseitig_an.mp3

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