Greta Thunberg und die Arschlöcher

Vor ein paar Tagen sah ich ein Auto mit einem Aufkleber an der Kofferraumklappe, auf dem „Fuck you Greta!“ stand. Ich war mir ziemlich sicher, dass damit nur die Klimaaktivistin Greta Thunberg gemeint sein könne.

Dass sie bei vielen erwachsenen Menschen nicht wirklich beliebt ist, war mir klar: Viele Leute tun sich schwer damit, wenn ihnen ein Spiegel (von einem Kind!) vorgehalten wird. Aber dass sich ein erwachsener Mann die Mühe macht, einen Aufkleber zu gestalten, mit dem er eine junge Frau beleidigen will, fand ich dann doch armselig. Naja, auf jeden Fall ließ mir der Sticker keine Ruhe und ich suchte im Internet nach dem Spruch und begab mich damit in eine Welt, die schon beim Lesen weh tat.

Der Sticker ist nicht auf dem Mist des einen Typen gewachsen. Nein, es gibt diesen Spruch in verschiedensten Variationen als Sticker und auf T-Shirts zu kaufen und er war schon vor einigen Monaten Thema in vielen Berichten. Bei mir kommt das halt erst jetzt an…
Auch hier zeigt sich wieder, dass Klimawandelleugner*innen und Nazis oft die selben Leute sind: Der Sticker wird u.a. auf der Naziseite politaufkleber.de verkauft. Hier kann mensch nicht nur seinen Hass auf eine Sechzehnjährige mit Autoaufklebern ausleben, nein, hier kann der*die gestandene Nazi seinen Hass auf alles und jede*n kaufen. Rassismus, Antisemitismus, Anti-Antifa, Misogynie, Faschismus, Verschwörungstheorien, Holocaust-Verharmlosung und eben das Leugnen des menschengemachten Klimawandels: Jedes rechte Thema wird bedient.  Auf einer anderen (Kommerz-) Seite wird der Sticker – neben u.a. diversen Punk-Accesoires – als Fun-Aufkleber beworben.
Unter Artikeln , die den Sticker zum Inhalt haben, toben sich dann in den Kommentarspalten die Greta-Hasser*innen so richtig aus und schnell wird es richtig eklig. Mir war dieser Hass nicht wirklich bewusst. Klar, ich habe ablehnende Haltungen (nicht nur von Rechts) gegen Greta Thunberg mitbekommen. Menschen, die keine Argumente haben, werden oft persönlich und so arbeiten sich die Hasser*innen an ihrem Asperger-Syndrom, an ihrem Alter, ihrem Geschlecht und ihrer vermeintlichen Humorlosigkeit ab. Sie entwerfen Verschwörungstheorien, hetzen gegen ihre Eltern und legen jedes ihrer Worte auf die Goldwaage. Aber: Warum tun sie das? Ausgangspunkt scheint Gretas Aktivismus gegen den menschengemachten Kimawandel zu sein. Irgendetwas scheint das bei ihren Gegner*innen auszulösen. Wird hier ihr Alarmknopf, der sie vor „Links-grün-versifften-Gutmenschen“ warnt, getriggert? Spült es ihre Verlustängste hoch? Wollten sie schon immer einer Sechzehnjährigen in aller Öffentlichkeit „Fick dich!“ entgegenschreien? Mich verwundert immer wieder, dass es Menschen gibt, die es schaffen, sich so komplett der Realität zu verweigern, statt dem offensichtlich Richtigen, das abgrundtief Falsche zu fordern und zu tun. Genau das tun nämlich die Klimawandelleugner*innen: Nahezu alle wissenschaftlichen Forschungen und Publikationen zum Thema Klima belegen, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern. Immer öfter erleben wir es am eigenen Leib oder können es zumindest in den Medien lesen, hören und sehen: Die Theorie wird zur Realität in der Gegenwart. Und alles, was den Leugner*innen dazu einfällt, ist, einen Aufkleber auf ihre scheiß Karre zu pappen, mit dem sie ihre ganze verkackte gefährliche Irrationalität in die Welt hinausschreien und erst recht Gas zu geben: „Ja zum Diesel!“. Arschlöcher united.

Eines von vielen Greta-Murals: Hier an der Tobacco Factory in Bristol, England

Ich habe großen Respekt vor Great Thunberg und ihrer Haltung. Sie ist wahrscheinlich die einflussreichste Sechzehnjährige auf dem Planeten und sie nutzt diesen Einfluss ausschließlich für ihre Sache, die die Sache aller sein sollte: Die Rettung der Menschheit vor der kommenden Klimakatastrophe. Sie nimmt große Entbehrungen in Kauf, ist hartnäckig, ernst, konsequent und vieles mehr. Sie ist all das, was viele Menschen nicht mit einem pubertierenden Teenager assoziieren (wollen). Sie stellt Forderungen an die älteren Generationen. Sie klagt direkt an. Sie redet nicht um den heißen Brei herum. Sie spricht Tacheles. Und: Sie predigt nicht Wasser und trinkt Wein. Sie versucht im Hier und Jetzt so zu leben, wie sie es von uns allen fordert (Jaja, ich weiß: Es gibt kein richtiges Leben im falschen…). Dass sie von vielen Menschen zur Ikone erhoben, wie ein Popstar behandelt und wie eine Heilsbringerin angesehen wird, dafür kann sie nichts. Ich halte diese Ikonisierung für falsch und für gefährlich, aber bisher scheint Greta gut damit umgehen zu können und sie bleibt ihren Prinzipien treu. Ich frage mich aber, wie lange wird sie dem Druck standhalten können? Wie geht eine Sechzehnjährige mit so viel Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit um? Vor ein paar Wochen war sie mit einem geliehenen „Antifa Allstars“-Shirt auf einem Foto zu sehen. Ein gefundenes Fressen für alle staatstreuen Bürger*innen, Rechten und Trolle. Sofort brach der Shitstorm los: Sie wurde mit der „gewalttätigen Antifa“ und mit „Anarchos“ in Verbindung gebracht. Sie sah sich genötigt, sich von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren und allein friedliche Mittel des Protestes und Widerstandes zu loben. Das kann mensch falsch finden (ich zumindest tue das), aber ich würde es ihr nicht anlasten: Sie ist sechzehn Jahre alt und steht unter einem enormen Druck. Da haben schon ganz andere alte Kämpen nachgegeben…abgesehen davon kann es ja auch ihre echte Meinung sein.

Für mich steht Greta Thunberg auf der richtigen Seite der Barrikade. Ohne sie wäre die globale Klimabewegung nicht da, wo sie heute steht: Nämlich auf allen Titelseiten, in allen Nachrichten und auf allen Straßen der großen, weiten, schönen Welt. Wir können die Klimakatastrophe nur gemeinsam abwenden oder zumindest abschwächen. Wir retten zusammen die Welt vor den aber auch für die Arschlöcher mit ihren „Fuck you Greta!“-Stickern (so sind wir halt…).

Want to save the planet? Go vegan and organize!

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SoLaVie Ortenau hat noch Ernteanteile frei!

Viele von euch kennen wahrscheinlich das coole Projekt „SoLaVie – solidarisch landwirtschaften und leben“: Gärtner*innen und Mitglieder bzw. Ernteanteilsabnehmer*innen organisieren sich in einer solidarischen Landwirtschaft, bauen samenfestes und ökologisches Gemüse an und teilen die wöchentliche Ernte unter sich auf.

Wie jedes Jahr im Herbst wurde ein neuer Haushalt verabschiedet und die Anzahl der Ernteanteile festgelegt. Falls ihr noch keinen Anteil habt oder schon länger darüber nachdenkt, mitzumachen (und superleckeres Gemüse zu erhalten!), habt ihr jetzt die Gelegenheit dazu: Es sind noch 18 Anteile frei!

Falls ihr Interesse habt, informiert euch auf solavie.de und meldet euch bei info@solavie.de.

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Schlüssel verlängert

Da mein aktueller Schlüssel am 30. November abgelaufen wäre, habe ich sein Ablaufdatum um weitere fünf Jahre verlängert.

Der Fingerabdruck bleibt davon unberührt: E1D4 35A0 AE63 C52E 7079 DD7C 4238 4A07 C1AD FC10

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Infos zum Thema Email-Verschlüsselung findet ihr z.B. in der Link-Kategorie „Computer- und Datensicherheit“ in der Sidebar rechts. Eine sehr gute Übersicht und Anleitung findet ihr auch bei Riseup.

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Blogsport ist tot – es lebe Noblogs!

Bis zum 20. Dezember 2010 war ich mit meinem Blog bei dem linken Bloganbieter Blogsport. Bisher konnte der alte nigra-Blog dort als Archiv erhalten bleiben. Nun haben die Betreiber*innen von Blogsport angekündigt, ihren Dienst bis zum Ende des Jahres 2019 einzustellen, was natürlich auch bedeutet, dass alle Blogs mit ihren Inhalten verloren gehen. Um meine alten Einträge zu erhalten, habe ich sie alle hier in meinen noblogs-Blog kopiert.

Nun könnt ihr ab dem ersten bis zum letzten Beitrag die alten Posts auch hier nachlesen.

Viel Spaß mit den ollen Kamellen.

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Filmvorführung: „Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum“ am 20.09. im R12

[Nachdem im Mai der sehr sehenswerte Film Jenny im R12 lief, wird nun diese beeindruckende Doku über die Arbeitskämpfe der letzten 40 Jahre bei Opel gezeigt. Unbedingt anschauen. Mal was anderes wie bescheuerte Superheld*innen, die zum 1000 Mal die Erde retten…gähn.]

D 2019, 70 min, Regie: Johanna Schellhagen/labournet.tv

1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte.

Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute. Auch in Großbetrieben.

Regie, Ton und Schnitt: Johanna Schellhagen, Kamera: Thilo Schmidt, Milica Denic, Zara Zandieh, Mischung: Birte Gerstenkorn und Joel Vogel, Grafik: Zoff Kollektiv, Musik: Tomi Simatupang & AK Kessel, Animation: Julien Bach, Verleih: Sabcat Media, Produktion: labournet.tv

Im Rahmen des wöchentlichen Kneipenabends zeigt euch das R12 diesen sehenswerten Film über radikale Arbeitskämpfe.

Freitag, 20.09.2019
19 Uhr 30
Im Linken Zentrum R12, Rammersweierstraße 12, Offenburg

Weitere Aufführungen des Films: de.labournet.tv/auffuehrungen-von-luft-zum-atmen
Weitere Infos zum Film: sabcat.media/filme/luft-zum-atmen-40-jahre-opposition-bei-opel-in-bochum/

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Heute im R12: Der Spielfilm „Deckname Jenny“

[alarm Offenburg zeigt den Spielfilm „Deckname Jenny“.]

Filmvorführung gegen Spende und anschließende Diskussion mit der Filmemacherin

Freitag, 24.05.2019, 19 Uhr im Linken Zentrum R12.

Ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer. Jennys Bande schaut nicht mehr zu. Und handelt. Doch als Jennys Vater deren militante Ambitionen herausfindet, muss er sich seiner eigenen Vergangenheit als Mitglied einer Stadtguerillagruppe stellen. Der Deckname „Jenny“ und dessen klare Zuordnung verschwimmt um so mehr, je gefährlicher es für alle Beteiligten wird. Eine Geschichte zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Resignation, Widerstand und Freundschaft.

Mit der Musik von Guts Pie Earshot // Nomi & Ain

Trailer: https://vimeo.com/251190328
Website: https://jenny.in-berlin.de/

Ab 19 Uhr gibt es vegane VoKü.

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Straßenfest und Fahrraddemo forderten „Klimawandel stoppen! Verkehrswende jetzt!“

Nur wenige Menschen fanden am vergangenen Samstag den Weg auf das Straßenfest „Klimawandel Stoppen! Verkehrswende jetzt!“ in der Lange Straße in Offenburg: Dem Dauerregen gehörten die Straßen…

Fand am 16.03.2019 schon die „Klimademo für eine lebenswerte Ortenau“ statt, sollte das Straßenfest die Forderungen konkretisieren und zeigen, was es heißen könnte, wenn die Straßen den Menschen und nicht den Autos gehören, wenn wir wieder frei atmen und uns frei bewegen könnten.

Bei ausdauerndem Regen – mal nieselnd, mal prasselnd, , mal platschend, mal graupelnd, mal senkrecht, mal waagerecht – bauten Fridays For Future (hxxps://www.facebook.com/pages/category/Political-Organization/FridaysforFuture-Offenburg-545870855930240/), der ADFC, LiLO, alarm Offenburg, der NABU, SoLaVie ihre Essens- und Infostände auf. Die von Anlieger*innen gerufenen Bullen waren etwas ratlos, wussten sie doch scheinbar nichts von dem beim Ordnungsamt angemeldeten und in mehreren Gesprächen geplanten und abgesegneten Fest. Ein paar Anrufe schafften Klarheit und es konnte weiter gehen: Auch wenn die Straße nicht wie versprochen für den Autoverkehr gesperrt war und immer wieder ungeduldige Autofahrer*innen zwischen den Ständen durchmanövrieren mussten, boten die hartgesottenen Feiernden dem Regen die Stirn. Bei LiLO konnte mensch sich mit leckeren, veganen Kuchen, bei SoLaVie mit Bärlauchpestobaguette und bei alarm mit veganen Soli-Burgern für den Hambi sättigen. LiLO informierte über ihre Forderungen für die Kommunalwahlen in drei Wochen. Der Infostand von alarm hatte seinen Schwerpunkt beim Thema Veganismus und Tierbefreiung im Zusammenhang mit der drohenden Klimakatastrophe. Der ADFC sprach mit den Leuten über Radverkehrspolitik und SoLaVie warb für die solidarische Landwirtschaft und ihre ökologischen und gesellschaftlichen Vorteile.
Die Klimarallye von alarm fiel buchstäblich ins Wasser: Nur wenige Menschen wollten durch den Regen stapfen und die versteckten Hinweise suchen, da konnte auch die sehr wechselhafte Musik nicht mehr motivieren.
Als dann alle bis auf die Haut durchnässt waren, das Infomaterial aufgequollen, der Bratlingsteig verdünnt und die 25 Teilnehmer*innen der Fahrraddemo angeschwemmt worden waren, wurde beschlossen, das Fest vorzeitig abzubrechen.

Aber es kann ja nicht immer regnen: Das nächste Straßenfest kommt bestimmt! Reclaim the streets! System change, not climate change!

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5. Anarchistische Buchmesse in Mannheim

Die Anarchistische Buchmesse Mannheim findet alle zwei Jahre statt und hat nicht nur inzwischen Kultstatus in der anarchistischen Szene, sondern nimmt eine wichtige Funktion ein: Wir kommen (fast) alle zusammen, tauschen uns aus, lernen uns kennen und kommen Schritt für Schritt der Anarchie ein bisschen näher! Und das Programm ist auch jedes Mal extrem vielfältig und umfangreich. Lest hier den Aufruf der organisierenden Anarchistischen Gruppe Mannheim:

„Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.“                                                                                           (Kurt Tucholsky)

Bald geht’s los! Vom 10. bis 12. Mai 2019 findet die V. Anarchistische Buchmesse Mannheim im Jugendkulturzentrum forum statt. Der positive Zuspruch des Publikums, der Verlage, der Ausstellenden und Referent*innen haben uns darin bestätigt, die zweijährig stattfindende Messe erneut durchzuführen.

Wir freuen uns, dass wieder zahlreiche libertäre Verlage auf der Buchmesse vertreten sein werden. Auch wird der eine oder andere Verlag erstmals dabei sein. Wie in den Vorjahren werden auch diesmal wieder 24 Lesungen und Vorträge angeboten. Leider nur – denn zu unserer großen Überraschung sind wir noch wesentlich mehr als sonst mit Vortragsangeboten überhäuft worden. Daher konnten wir einige spannende Vorträge nicht berücksichtigen.

Mit der Buchmesse wollen wir dazu beitragen, die Vielfalt des Anarchismus darzustellen. In den Referaten werden aus unterschiedlichen antiautoritären, libertären und anarchistischen Richtungen Positionen bezogen und zur Diskussion gestellt. Darüber hinaus berichten Aktivist*innen von ihren aktuellen Kämpfen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

Am Freitagabend beginnt die Buchmesse mit einem politischen Film: subversiv, anarchistisch, erzählt mit Augenzwinkern. Für den Samstagabend haben wir uns diesmal etwas Neues ausgedacht: Wir kooperieren mit befreundeten selbstverwalteten Strukturen im Viertel, die das kulturelle Rahmenprogramm für Euch gestalten.

Wie immer ist die Messe barrierefrei zu erreichen. Außerdem werden fairer Kaffee und leckere vegane Gerichte angeboten. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es wie üblich auf der Schlafplatzbörse. Der Eintritt für die Buchmesse ist natürlich frei.

Da die Messe sich in erster Linie über Spenden finanziert, lassen wir in jeder Veranstaltung eine Spendendose rumgehen – das heißt aber nicht, dass für jede besuchte Veranstaltung eine Spende erwartet wird. Daneben finanziert sich auch das Küchenkollektiv Le Sabot über Spenden.

Wir freuen uns Euch auf der Buchmesse zu sehen!

Freiheit und Glück!

Anarchistische Gruppe Mannheim

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Gǎi Dào Sonderausgabe: Gustav Landauer – zum 100. Todestag

Gestern ist die 9. Sonderausgabe der Gai Dao zum 100. Todestag von Gustav Landauer erscheinen.

Sie wurde in Zusammenarbeit mit und auf Anregung der Gustav Landauer Denkmalinitiative Berlin erstellt.

Im Editorial heißt es

Vor ein paar Tagen, am 2. April und wohlweislich nicht am ersten, hat das Generallandesarchiv Karlsruhe einen neuen Aktenfund mit schaurigen Details zur Ermordung Gustav Landauers präsentiert. Das vermutlich letzte Foto, das Landauer lebend zeigt, ist gegenwärtig in einer Ausstellung in Berlin erstmals öffentlich zu sehen. Landauer scheint eben in Stadelheim angekommen und dem Pritschenwagen entstiegen zu sein, mit dem man ihn transportiert hatte. Der schmale Mann steht da, dicht umdrängt von sprungbereiten Soldaten. Trotz etwa 100 Vernehmungen wurde für diesen Mord niemand je belangt. In Stadelheim waren berüchtigte Freikorps (Epp und Lützow) statio- niert, deren Mitglieder im Dritten Reich regelmäßig als hohe Kader der SS reüssieren konnten. Aber auch ganz gewöhnliche Truppenteile waren dabei. Hitler selbst, eben noch Obergefreiter bei der Bahnhofskommandantur, ereiferte sich nach dem Einmarsch der „Befreier Münchens“ als Belastungszeuge gegen die Kameraden. Die Niederschlagung der rätedemokratischen Revolution, dieses wochen- und monatelange Gemetzel, war die Geburtsstunde des deutschen Faschismus, München später nicht von ohngefähr die „Hauptstadt der Bewegung“. Die Dummheit ist eine Macht; sie ist es geblieben.

Bereits 1910 hatte Landauer erklärt, ohne Hoffnung zu handeln, nicht verzweifelt, sondern aus innerer Notwendigkeit das Vernünftige zu tun. In einer Zeit, die, wie die unsere, keinen Anlass zur Hoffnung gibt, spricht solche – man muss schon sagen – Weisheit Greta Thunberg wie selbstverständlich aus. Hört auf diese junge Frau! Sie führt, wie wenige je führten.

Wir haben etwas andere Beiträge als die in Nr. 99 der Gai Dào angekündigten im Heft. Hanna Delf von Wolzogen musste ihren Text zurückstellen, hat dafür aber – kein besserer Grund! – die kritische Briefedition abschließen können. Libera Pisano hat rasch einen neuen Text geschrieben und Eva von Redecker einen unveröffentlichten Beitrag für uns aus der Schublade gezogen. Alle Texte haben ihre je eigenen Zugänge zum Thema, stehen für sich da und kommunizieren doch miteinander. Auch wird dieser Sondernummer wohl sicher eine kleine Schwemme an Beiträgen rund um Gustav Landauer in regulären Heften folgen.

Danke an die wundervollen Teams der Gai Dào und der Druckerei für die großartige Zusammenarbeit!

Für die Gustav Landauer Denkmalinitiative jr

 

Hier könnt ihr die Sonderausgabe in verscheidenen Formaten lesen oder herunterladen.

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Klimawandel stoppen – Kapitalismus überwinden! 500 Menschen auf Demo in Offenburg

Über 500 Menschen – jung und alt – haben am gestrigen Samstag in der Offenburger Innenstadt gegen den Klimawandel und seine Ursachen demonstriert. In Redebeiträgen wurde klar gemacht, dass ein grüner Kapitalismus uns nicht weiterhelfen wird und dass wir im Gegenzug dazu eine ganz andere Gesellschaft brauchen.

Schüler*innen auf der ganzen Welt zeigen uns zur Zeit, wo’s lang geht: Mit den Fridays For Future rücken Kinder und Jugendliche das Thema Klimawandel in den Fokus der Gesellschaft. Und genau da gehört er hin, denn er ist der Schauplatz, auf dem sich die Zukunft der Menschheit entscheiden wird. Das haben zwar schon viele andere vor den Schüler*innen von Fridays For Future erkannt, aber keine*r hat es bisher geschafft, so viel Aufmerksamkeit zu generieren. Die Gründe dafür sind die Tatsache, dass es eben Kinder und Jugendliche sind, dass sie sich autonom und weltweit und dezentral organisieren, dass sie bewusst Regeln, wie in Deutschland die Schulpflicht, brechen und auf die Konsequenzen scheißen, dass sie zu hunderttausenden auf die Straßen der Welt gehen und den Erwachsenen einen Spiegel vorhalten und dass sie das alles verdammt selbstbewusst, systemkritisch und oft auch mit beißendem Humor tun. Auf viele Erwachsene wirkt das alles zutiefst verstörend und sie reagieren mit Hohn und Spott. Sie tun das, was sie schon ihr ganzen Leben lang tun: Sie nehmen junge Menschen nicht ernst. Viele Politiker*innen, Journalist*innen und Wirtschaftsbosse haben sich in den letzten Wochen in diesem Zusammenhang mit unterirdischen Kommentaren lächerlich gemacht. Aber die Fridays For Future bekommen auch viel Zuspruch: Sei es von den Scientists For Future, den Parents For Future, halbwegs bei Sinnen seienden Politiker*innen, der radikalen Linken oder den Revolutionär*innen in Rojava.
In Offenburg nahmen am Vortag über 700 Schüler*innen an der Fridays For Future-Kundgebung teil, in der gesamten Ortenau waren es wohl insgesamt über 1500.

So war die gestrige Demo gegen den Klimawandel auch getragen vom Schwung der Fridays For Future: Junge Menschen und ihre Plakate und Schilder dominierten das Bild, viele von ihnen waren schon am Freitag in der Ortenau unterwegs. Die lokale Fridays For Future-Gruppe war Teil des aufrufenden Bündnisses und hielt die Auftaktrede.
Über 500 Menschen zogen im Anschluss durch die Offenburger Innenstadt, skandierten Parolen wie „A-A-Anticapitalista!“, „System change, not climate change!“ oder „Streik in der Schule, Streik in der Fabrik: Das ist unsre Antwort auf ihre Politik!“.
Auf der Zwischenkundgebung auf dem Rathausplatz hielten u.a. ein Vertreter der Linken Liste Ortenau und zwei Vertreter*innen der Anarchistischen Initiative Ortenau jeweils eine Rede. In beiden wurde deutlich gemacht, dass die Ursache des menschengemachten Klimawandels der Kapitalismus ist und dass es eben nicht reicht diesen grün anzustreichen. Die Anarchistische Initiative wies auf die auffällige Deckungsgleicheit zwischen Rechten und Klimawandelleugner*innen hin und machte klar, dass wir beide bekämpfen müssen.
Dann ging es weiter lautstark durch die Fußgänger*innenzone zur Abschlusskundgebung auf dem Lindenplatz. Hier sprach u.a. ein Vetreter der BI gegen Tiefen-Geothermie in der Region über die Gefahren derselben und ein Schüler machte fünf Vorschläge, wie wir alle im Alltag unser Konsumverhalten hinterfragen und ändern können.
Nach der Demo ging es noch ins Linke Zentrum R12 zu veganem Nudelsalat und weiterem Austausch.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie selbstbewusst und mutig sich junge Menschen politisieren und sich öffentlich zu Wort melden, sich in Gruppen organisieren und ihr Ding machen, ohne um Erlaubnis zu bitten. Sie haben den Ernst der Lage begriffen und handeln. Nun müssen nur noch genügend andere Menschen die Ärsche hochkriegen…

Gehen wir also gemeinsam auf die Straßen der Welt, organisieren wir uns und kämpfen gegen den Klimawandel und den Kapitalismus und stoppen die Feind*innen der Freiheit! Fangen wir damit jetzt und hier an!
Klimawandel stoppen – Kapitalismus abschaffen!
(Aus der Rede der Anarchistischen Initiative Ortenau)

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