
Über 350 queere und verbündete Menschen gingen am gestrigen Samstag bei völlig irren Temperaturen unter dem Motto „Vorwärts für Vielfalt!“ für queere Befreiung auf die Straßen Offenburgs.
Im Vorfeld wurde der Demostart um eine Stunden nach hinten verlegt und die Route stark gekürzt. Die Klimakatastrophe macht auch vor dem Christopher Street Day nicht halt.
So trafen sich um 14 Uhr über 350 Menschen in all ihrer Vielfalt am ZOB in Offenburg. Das waren deutlich weniger als im letzten Jahr und optimistisch wie ich bin, gebe ich mal der Hitze die Schuld (also eigentlich dem völlig entfesselten fossilen, Tiere und Menschen ausbeutenden und patriarchalen Kapitalismus, aber das würde hier jetzt zu weit führen…). Überall fächerten sich Leute „kühle“ Luft zu, benetzten sich mit Wasser aus Sprühflaschen und leckten kaltes Wassereis (vielen Dank an die solidarischen Menschen, die es kostenlos verteilten!).
Nach einem kurzen Verlesen der Demoauflagen ging die Demo begleitet von zwei Lauties los und bahnte sich ihren Weg durch die Offenburger City. Hier war dann doch mehr los, als ich erwartet hätte: Konsumieren und shoppen bei 40° bis zum Umfallen. Immerhin waren keine queerfeindlichen und rechten Zeitgenoss*innen am Straßenrand. So blieben uns ihre menschenfeindlichen Kommentare erspart. Eine halbe Stunde zog der CSD begleitet von lauter Musik, wenigen politischen Aussagen in Form von Schildern, Fahnen und noch weniger Sprechchören die Fußgänger*innenzone entlang bis in den Bürger*innenpark, der in Zukunft Wolfgang-Schäuble-Park heißen wird, nach dem Ortenauer CDU-Politiker, der seinerzeit gegen die Ehe für alle polemisiert hatte, weil die Ehe „seit biblischen Zeiten als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau angelegt war“.
Im Park flüchteten dann auch gleich alle unter die schönen, großen Platanen und machten es sich in deren Schatten bequem (Immerhin dort gibt es welchen. Offenburg belegte beim Hitzecheck der DUH bundesweit den allerallerallerletzten Platz…WTF?). Es waren viele Info-, Essens-, kommerzielle und kulturelle Stände aufgebaut. Das ging von der städtischen Jugendarbeit und Frauen helfen Frauen Ortenau über QueerKAstle, Black Forest For Animals bis hin zum Bunten Block Offenburg und einem Stencil-Stand, wo mensch sich ein Schild für die nächste Demo sprühen konnte.
Auf der Bühne gab es Rede- und Musikbeiträge und auf dem Minigolfplatz sorgte die Kessel-Crew für kalte Getränke, Essen und Schatten.
Nachdem mir mein wohlverdientes Bier dort in der Hitze krass in den Kopf gestiegen ist, machte ich mich bald auf den Heimweg.
Am Abend gab es dann noch die fast schon traditionelle Aftershow-Party im Kessel.
Queer Liberation!
All Equal – All Different!
My Anarchism Is Queer!





















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